Grindel
Das Leben hier ist vergleichsweise durchschnittlich günstig

Wie viel kostet es, in Grindel zu wohnen? Lohnt sich ein Umzug? Eine Studie zeigt, wo die Gemeinde im schweizweiten Vergleich steht.

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Eher günstig: Ein Ehepaar ohne Kinder in Grindel mit 130'000 Franken Einkommen hat davon 65'200 Franken frei verfügbar.

Eher günstig: Ein Ehepaar ohne Kinder in Grindel mit 130'000 Franken Einkommen hat davon 65'200 Franken frei verfügbar.

Keystone-SDA
(chm)

In Grindel lebt es sich vergleichsweise durchschnittlich günstig. Das hat eine Studie der Credit Suisse ergeben. Ungefähr die Hälfte der Gemeinden in der Schweiz ist attraktiver, die andere Hälfte unattraktiver. 

Die Bank hat in ihrer Studie «Hier lebt es sich am günstigsten» berechnet, wie viel Geld einem Haushalt in der Gemeinde als frei verfügbares Einkommen bleibt, wenn die typischen festen Ausgaben bezahlt sind. Zu diesen Ausgaben gehören einerseits die gemeindespezifischen obligatorischen Abgaben wie Steuern und andererseits Fixkosten wie Wohnkosten.

Attraktiv für Ehepaare ohne Kinder und Ehepaare mit Kindern

Im Kanton Solothurn nimmt Grindel bezüglich Wohnattraktivität den 33. Rang ein (unter 107 Gemeinden). Doch es gibt in Grindel Unterschiede je nach Haushaltssituation. Beim Vergleich dreier Modellhaushalte fällt auf, dass Grindel besonders für Ehepaare ohne Kinder und Ehepaare mit Kindern ein günstiges Pflaster ist, während die Gemeinde für Singles teurer zu stehen kommt.

Die Einkommens-, Vermögens- und Wohnsituation dieser Haushalte unterscheidet sich in der Studie (Details siehe unten). Bei allen wird aber angenommen, dass sie mit dem ÖV ins nächste Grosszentrum (Basel) zur Arbeit pendeln und dass sie ihre Kinder, falls sie welche haben, nicht fremdbetreuen lassen.

Ehepaare ohne Kinder: 50 Prozent freies Einkommen

Für ein Ehepaar ohne Kinder, das in der eigenen Wohnung lebt (Stockwerkeigentum), 130'000 Franken verdient und 250'000 Franken als Vermögen zur Seite gelegt hat, gehört Grindel zu den eher günstigen Gemeinden. Konkret bleibt dem kinderlosen Ehepaarhaushalt nach Abzug der obligatorischen Ausgaben und Fixkosten 65'200 Franken oder rund 50.2 Prozent des Erwerbseinkommens, was im schweizweiten Vergleich eher viel ist. Der Schnitt aller Gemeinden im Kanton beläuft sich auf 49 Prozent.

Der grösste Teil der Ausgaben dieses Modellhaushalt (75 Prozent) entfällt auf obligatorische Ausgaben wie Steuern, Sozialversicherungsbeiträge oder Krankenkassenprämien. Der kleinere Teil geht für andere Fixkosten wie Miete/Hypothekarzinse oder Energie drauf. Bezüglich obligatorischen Abgaben ist Grindel für einen solchen Ehepaarhaushalt ohne Kinder schweizweit teuer, bezüglich Fixkosten ist Grindel günstig.

Eher viel übrig für Ehepaare mit Kindern

Für ein Ehepaar mit zwei Kindern, das in der eigenen Wohnung lebt (Stockwerkeigentum), 110’000 Franken verdient und 200’000 Franken Vermögen sein eigen nennt, ist Grindel ebenfalls eher günstig. Bei dem angenommenen Einkommen und Vermögen bleiben diesem Modellhaushalt 57'000 Franken oder 51.8 Prozent des Erwerbseinkommens. Das ist im schweizweiten Vergleich eher viel und liegt über dem Schnitt der Gemeinden im Kanton (50 Prozent).

Erneut machen die obligatorischen Abgaben den grösseren Teil der Ausgaben aus (70 Prozent). Bezüglich obligatorischen Abgaben ist Grindel für einen solchen Ehepaarhaushalt mit zwei Kindern schweizweit teuer, bezüglich Fixkosten ist Grindel günstig.

Abgaben in Grindel generell höher als Fixkosten

Hingegen ist Grindel für eine Einzelperson, die in einer Mietwohnung lebt, 80’000 Franken verdient und 100’000 Franken als Vermögen zur Seite gelegt hat, durchschnittlich günstig. Dieser Modellhaushalt hat in der Berechnung 38'600 Franken als frei verfügbares Einkommen übrig (48.3 Prozent des Erwerbseinkommens). Verglichen mit dem ganzen Land ist das durchschnittlich viel und liegt über dem Schnitt der Gemeinden im Kanton (47 Prozent).

Auch hier machen die obligatorischen Abgaben den grösseren Teil der Ausgaben aus (70 Prozent). Bezüglich obligatorischen Abgaben ist Grindel für einen solchen Einpersonenhaushalt schweizweit teuer, bezüglich Fixkosten ist Grindel eher günstig.

Credit Suisse hat sich in ihrer Studie, die alle rund fünf Jahre durchgeführt wird, auf die finanziellen Gründe konzentriert, die für oder gegen Grindel als Wohnort sprechen. Nicht berücksichtigt sind andere Gründe, warum die 520 Einwohnerinnen und Einwohner von Grindel gerade in dieser Gemeinde leben.

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung eines Algorithmus erstellt. Für die Einstufung in die Kategorien attraktiv, eher attraktiv, durchschnittlich, eher unattraktiv und unattraktiv (oder analog mit günstig/teuer etc.) teilen wir alle Gemeinden in der Schweiz in fünf gleich grosse Gruppen ein (Quintile). Das heisst: In jeder Gruppe befinden sich 20 Prozent der Gemeinden. Hier Geht es zurück zur Übersicht der Gemeinden in Ihrer Region.

Zu ihrer Studie (PDF) bietet Credit Suisse ein Webtool, mit dem Sie verschiedene Haushaltssituationen für jede Gemeinde betrachten können.