Beinwil

Gegenverkehr, Steine und Lawinen: Der Passwang muss saniert werden

Ein Lastwagen windet sich die Passwangstrasse auf der Nordseite hinauf zur Passhöhe

Ein Lastwagen windet sich die Passwangstrasse auf der Nordseite hinauf zur Passhöhe

Die Passwangstrasse ist teilweise in einem bedenklichen Zustand. Dies sieht auch der Gemeinderat von Beinwil so. Anlässlich der Ratssitzung informierte das Amt für Verkehr und Tiefbau über die Machbarkeitsstudie der Sanierung.

Geschichtlich geht der Bau der Strasse in die Jahre 1729 bis 1732 zurück. In den 1930er-Jahren wurde die neue Strassenführung mit dem Zingelentunnel auf der Passhöhe gebaut und 1997 erfolgten erste umfangreiche Sanierungsarbeiten, vor allem im Tunnelbereich und auf der Südseite. «Im Moment stehen sehr teure Instandstellungsarbeiten an. Die Strecke genügt vor allem auf der Nordseite den Aspekten der Verkehrssicherheit nicht mehr», erklärte Dieter Fux vom Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) einleitend zur Gemeinderatssitzung.

Sogar Lawinen drohen

Die Informationen für den Gemeinderat Mümliswil-Ramiswil stammten aus einer Machbarkeitsstudie, die das AVT zusammen mit dem Ingenieurbüro Fürst/Laffranchi erstellen liess. «Die Studie zeigt die Maximalvariante. Berücksichtigt wurden alle notwendigen und erwünschten Ausbauten und Sanierungen», meinte dazu Armand Fürst. «Die Nordseite der Passwangstrasse ist eine echte Herausforderung.» Die Geologie in diesem Streckenabschnitt habe denn auch «einiges zu bieten», meinte Fürst: Von Rutschungen über Steinschlag bis hin zu unberechenbaren Wasseraustritten und sogar Lawinen.

Es gelte, Teilstücke komplett zu ersetzen, oder mit neuen Kunstbauten zu sichern. Ferner seien an heiklen Stellen Verbreiterungen vorgesehen. Damit nicht unnötig Gelände angeschnitten werden müsse - was wiederum zu Rutschungen führen könne - seien dafür neue Stützmauern geplant. «Viele Mängel können aber zum Glück auch mit relativ geringem Aufwand behoben werden», führte Fürst weiter aus.

Riskante Begegnungen

Ein besonderes Augenmerk richte man bei der Sanierung auf den Zingelentunnel oben auf der Passhöhe. Dieser sei nach der Sanierung in den 1990-er Jahren zwar in einem guten Zustand, wegen dem Felsknick beim Südportal aber sehr schlecht einsehbar. Dies führe immer wieder zu riskanten Begegnungsfällen mit Lastwagen und Bussen. Hier sei denn auch ein Verkehrsleitsystem geplant, das Lastwagen und Busse erkenne und dann die jeweilige Tunneleinfahrt mittels Rotlichtanlage sperre, um Begegnungsfälle im Tunnel zu vermeiden. Die Machbarkeitsstudie sieht Gesamtkosten von über 20 Mio. Franken für die Sanierungen und Ausbauten vor.

Grosser Brocken für Gemeinde

Der Gemeinderat zeigte sich ob der Summe erstaunt. Denn würden alle vorgesehenen Arbeiten ausgeführt, käme auf die Gemeinde eine Kostenbeteiligung von mehreren hunderttausend Franken zu. Der Rat wies darauf hin, dass gerade mal zwei gemeindeeigene Liegenschaften über die Nordseite des Passwang erschlossen würden. Alles andere sei öffentlicher oder privater Verkehr. Ebenfalls betroffen von einer Kostenbeteiligung wäre die Gemeinde Beinwil.

Die vielen Lastwagen

Eine weitere unangenehme Tatsache sind die vielen schweren Lastwagen, die täglich den Passwang befahren. Von daher möchte der Gemeinderat Mümliswil-Ramiswil eigentlich gar keine Sanierung und schon gar keinen Ausbau, weil dadurch nur noch mehr Verkehr generiert würde. Viel eher sehe man eine Gewichtslimite, damit die schweren Brummer, die vor allem Aushubmaterial hin und her karren, auf die Autobahn gezwungen würden. Oder aber, es werde bald einmal eine geeignete Deponie geschaffen, die die Nordseite des Passwangs sinnvoll nutzen könne.

Politiker müssen Antwort liefern

«Es ist nicht das Ziel des AVT, mehr Verkehr zu generieren oder eine Rennstrecke zu schaffen», versuchte Dieter Fux zu beruhigen. Fakt sei, dass die Strasse an vielen Stellen dringend saniert werden müsse. Nach den Vorstellungen in den betroffenen Gemeinden Mümliswil-Ramiswil und Beinwil werde man die Bedenken, Anregungen und Ideen in die weitere Planung einfliessen lassen. Sowohl die Finanzierung, wie auch die geforderte Gewichtslimite seien aber Fragen, so betonte Fux, die auf politischer Ebene beantwortet werden müssten.

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