Selzach
Für zwei Tage war das Aareinseli keine Insel mehr

Die Rekrutenschule baute für zwei Tage eine Brücke auf das Aareinseli. In den letzten zwei Tagen war das Inseli mit dem Festland verbunden: So konnte Kies auf die Insel gebracht werden – und Holz wegtransportiert werden.

Lucien Fluri
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 Dank der Brücke konnten auf dem Inseli Infrastrukturarbeiten ausgeführt werden. (Fotos: Hanspeter Bärtschi)
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Schwimmbrücke auf das Aareinseli
 Die Rekrutenschule 73 baut eine Schwimmbrücke auf das Aareinseli und führt dort diverse Arbeiten aus. (Fotos: Hanspeter Bärtschi)
 Die Rekrutenschule 73 baut eine Schwimmbrücke auf das Aareinseli und führt dort diverse Arbeiten aus. (Fotos: Hanspeter Bärtschi)
 Die Rekrutenschule 73 baut eine Schwimmbrücke auf das Aareinseli und führt dort diverse Arbeiten aus. (Fotos: Hanspeter Bärtschi)
 Die Rekrutenschule 73 baut eine Schwimmbrücke auf das Aareinseli und führt dort diverse Arbeiten aus. (Fotos: Hanspeter Bärtschi)
 Die Rekrutenschule 73 baut eine Schwimmbrücke auf das Aareinseli und führt dort diverse Arbeiten aus. (Fotos: Hanspeter Bärtschi)
 Die Rekrutenschule 73 baut eine Schwimmbrücke auf das Aareinseli und führt dort diverse Arbeiten aus. (Fotos: Hanspeter Bärtschi)

Dank der Brücke konnten auf dem Inseli Infrastrukturarbeiten ausgeführt werden. (Fotos: Hanspeter Bärtschi)

az Langenthaler Tagblatt

Romantisch liegt das Aareinseli im Wasser. Die Abgeschiedenheit hat auch Nachteile: Nicht alles kann auf die Insel gebracht werden. Simon Antener, Landwirt auf dem Inseli, hätte aber schon länger Kies benötigt, um den Weg zur Fähre auszubauen.

Denn wenn der Wasserstand hoch ist, steht der Fähreneinstieg momentan unter Wasser. «Man muss die Gelegenheit packen», sagt Antener. Als er eines Tages Regierungsrätin Esther Gassler nach einem Anlass an Land brachte, schilderte er der Volkswirtschaftsdirektorin sein Anliegen. «Spontan hat Gassler Hilfe zugesagt», erklärt Antener.

In den letzten zwei Tagen nun war das Inseli mit dem Festland verbunden: Dank einer Schwimmbrücke, die das Militär baute. So konnte Kies auf die Insel gebracht werden – und Holz wegtransportiert werden.

Denn der Kiestransport war nicht das einzige Problem, das Antener und seine Ehefrau hatten: Der Vater von Verena Antener hatte vor ungefähr vierzig Jahren begonnen, kanadische Pappeln zu pflanzen.

Über Jahre flössten Anteners die gefällten Pappeln ans Ufer. Dort wurden sie abgeholt und zu Schindeln für die Hornusser verarbeitet. Heute aber dürfen am Aareufer nur noch einheimische Bäume stehen. Die Pappeln mussten also weggebracht werden.

Acht Module à 9 Tonnen

90 Soldaten der Genie- und Rettungs-RS in Brugg verbanden das Inseli gestern mit dem Nennigkofer Festland. In ihrer drittletzten Woche, kurz vor der Durchhalteübung, setzten die Rekruten die acht Brückenmodule zusammen – jedes neun Tonnen schwer und zehn auf zehn Meter in den Ausmassen.

Vier Motoren, zwei pro Seite, hat jedes Modul. 70 Tonnen – das Gewicht des Kampfpanzers Leopard – könnte die fertige Brücke tragen. Trotz Hitze, Schwimmwesten und umgeschnallter Grundtrageeinheit präparierten die Soldaten auch den Kiesweg.

Dass das Militär die Brücke baute, ist nicht ganz zufällig: In Zuchwil befindet sich das Kommando des Lehrverbandes Genie und Rettung unter der Leitung von Brigadier Jacques F. Rüdin – das letzte Militärkommando, das dem Kanton Solothurn geblieben ist.

«Einzelkinder muss man gut behandeln», scherzt Gassler. Die Volkswirtschaftsdirektorin stellte also ein Gesuch an das Territorialregiment 2, wo es Divisionär Andreas Bölsterli genehmigte. Denn: «Für die Ausbildung ist der Einsatz von hohem Nutzen», erklärt der Kommandant der Rekrutenschule in Brugg, Oberstleutnant im Generalstab Nico Jungo.

Nach dem Ende der Arbeiten bauten seine Rekruten die Brücke gestern Abend ab. Das Inseli ist wieder abgeschieden.