Grau in grau. Die Bäume nicht mehr als dunkle Schatten in einem weissen Bild, die Häuser verlieren sich im Nebel. Weiter vorne ein Wegweiser: «Bus Wendeplatz» steht da, gerade noch erkennbar. Und das Umdrehen gilt tatsächlich nur dem öffentlichen Verkehrsmittel, denn die Besucherinnen und Besucher des Grenchenbergs lassen sich nicht von Nebel und Wind abschrecken. Mit Schlitten, Schneeschuhen, Ski und Snowboard, aber auch zum Joggen oder Spazieren sind sie in die Höhe gekommen.

Eine gute Stunde Jogging hat Claudia Baumgartner aus Grenchen schon hinter sich: «Es ist genial, das Wetter stört mich nicht», sagt sie. Und Joel Rauber aus Selzach reagiert erstaunt auf die Frage, ob ihm das schlechte Wetter nichts ausmache: «Das ist doch nicht ‹grusigs Wätter›, nur etwas neblig.» Er kommt regelmässig hierher, denn sein Vater Christoph Rauber ist Präsident der Skilift AG. Es ist das erste Mal, dass der Lift auf dem Grenchenberg läuft. «Wir haben ihn mit einer Woche Verspätung geöffnet», erzählt Rauber. Das Wetter habe eine frühere Öffnung nicht zugelassen.

Skiclub ist bereits im Training

Bis zum Lift sind es einige Meter zu Fuss. Mit einem Mal bricht die Sonne zwischen den Nebelfetzen hervor und lichtet die Sicht: schneebedeckte Bäume im Winterkleid und der Skilift in voller Fahrt. «...beim Carving ist wichtig... belasten und entlasten...», tönen Stimmfetzen von einer Skigruppe herüber. Der Skiclub Selzach trainiert bereits wieder, und die Skibegeisterten sind keineswegs die Einzigen auf der Piste.

Zeitweise fährt kein Bügel passagierlos den Hang hinauf. «Wir haben mehr Leute als erwartet, aber es dürfte natürlich noch zulegen», zieht der Betriebsleiter Tobias Freudiger eine geschätzte Bilanz des Morgens. Zuvor hat er gerade noch die Öffnungszeiten an das kleine Kassenhäuschen gehämmert. «Der erste Tag ist immer hektisch», erklärt er.

Kurzfristige Eröffnung

Die Eröffnung kam sehr kurzfristig, denn die Woche zuvor hatte es auf dem Grenchenberg allen Schnee weggeregnet. Und den Lift in Betrieb zu setzen benötigt doch einige Arbeit: Bügel in genauen Abständen aufhängen, die Anlage kontrollieren, Pistenpräparation und Matten an die Pfosten – das gab für zehn Mann Arbeit von einem halben Tag.

Jetzt hofft man, dass nicht Regen, sondern Schnee fällt nächste Woche. «Nassschnee wäre sogar am besten, der bleibt besser liegen», so Freudiger. Er spielt auf die Piste an. Diese ist zwar schneebedeckt, und doch fehlt an gewissen Stellen noch eine gewisse Unterlage. Davon lassen sich die Schneesportbegeisterten aber nicht aufhalten: «Endlich wieder skifahren», schwärmt Jasmin Hummel aus Selzach. «Die Piste ist nicht zu einfach und für mich ist es hier einfach ‹heimelig›.»

Nach all den Sprüngen, Tiefschnee-Fahren und Carvingübungen geht es schliesslich ins Warme. Mittags ist die Gaststube voll. Neben Ketchup und Pommes liegen Handschuhe und Helme auf den Tischen. Ein heisser Kaffee oder Tee – und dann wieder raus auf die Piste.