Tierkrankheit

Fuchsräude bereitet den Wildhütern Sorgen

Immer mehr Wildtiere im Mittelland sind betroffen – auch für Hunde nicht ungefährlich, aber behandelbar.

Im Bucheggberg erwarten die Wildhüter ein Aufkommen der Fuchsräude. Die Fuchsräude ist eine gefährliche Tierkrankheit, die für Wildtiere meistens mit dem Tod endet. Besonders heimtückisch: Auch Hunde können sich infizieren.

Die hochansteckende Hautkrankheit wird durch verschiedene Milbenarten verursacht und hauptsächlich durch direkten Kontakt zwischen Tieren übertragen. Laut dem Institut für Tierpathologie der Universität Bern breitet sich die Fuchsräude sehr rasch aus und kann innerhalb einer Tierpopulation mühelos bis zu 90 Prozent des ganzen Bestandes dezimieren.

Hochgradiger Juckreiz und Schuppenbildung auf der Haut sind Symptome, die bei den an der Fuchsräude erkrankten Tieren auftauchen. Die befallenen Vierbeiner scheuern sich deswegen die Haut auf und fügen sich offene Wunden zu. Diese wiederum haben dann oft Sekundärinfektionen zur Folge, die zu einem schmerzhaften Tod führen können.

In der Nachbarschaft angelangt

Ueli Gränicher, Wildhüter des Reviers 10 (Schnottwil/Biezwil), zeigt sich besorgt: «Die Fuchsräude ist eine schlimme Krankheit, die sich seit einem Jahr schnell ausbreitet. Wir erwarten, dass auch unser Revier nicht verschont bleibt.» Es sind bereits Fälle von Fuchsräude aus dem angrenzenden Bernbiet bekannt. Auch im Norden, Osten und Süden des Kantons Solothurn ist die Krankheit aufgetaucht. Ein Rückgang der Wildbestände ist jedoch noch nicht zu verzeichnen.

Erhöhte Gefahr auch für Hunde

Erkrankte Füchse tauchen besonders häufig in der Nähe von menschlichen Siedlungen auf, weil sie dort einfachere Nahrungsquellen finden. Dies erhöht gleichzeitig die Gefahr für Hunde, sich anzustecken. Auch diese – und in seltenen Fällen Menschen – können sich nämlich mit der Fuchsräude anstecken. Was bei den Wildtieren meistens tödlich endet, kann bei Hund und Mensch aber mühelos behandelt werden.

Möglichkeiten, die Fuchsräude einzudämmen, gibt es kaum. Entdecken die Wildhüter ein verdächtiges Tier, wird es zum Schutz der anderen Tiere erlegt. Wer ein erkranktes Tier beobachtet, wird gebeten, dies umgehend dem zuständigen Wildhüter mitzuteilen. Ueli Gränicher hofft, dass die Krankheit verschwinden wird, wie sie gekommen ist. So habe man es auch bei anderen Krankheiten beobachten können. Das Problem zu unterschätzen, sei aber der falsche Rat.

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