Wahlen 2011
Fehlende Wahllisten sorgen für rote Köpfe

In den Wahlunterlagen des Kantons steckt der Wurm drin. Die fehlenden «ü»-Punkte bei den Namen verschiedener Kandidierenden sind dabei noch das geringste Problem: Nun ist ein Wahlbüchlein mit fehlenden Wahllisten im Umlauf.

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Die Liste 6 (SP Region Nord/Ost) ist eine der fehlenden Wahllisten. Auch die Liste 7 (SP Region West), der FDP (4), der BDP (5), CVP 60+ (16), der Grünliberalen (17), von Parteifrei.ch (18) und der Tierpartei (19) fehlen.

Die Liste 6 (SP Region Nord/Ost) ist eine der fehlenden Wahllisten. Auch die Liste 7 (SP Region West), der FDP (4), der BDP (5), CVP 60+ (16), der Grünliberalen (17), von Parteifrei.ch (18) und der Tierpartei (19) fehlen.

AZ

Wahlen 2011 In den Wahlunterlagen des Kantons scheint der Wurm drin zu stecken. Die fehlenden «ü»-Punkte bei den Namen verschiedener Kandidierenden (siehe gestrige Ausgabe) scheinen dabei noch das geringste Problem zu sein: Für Verwirrung sorgt vielmehr, dass Wahlbüchlein mit fehlenden Wahllisten im Umlauf sind.

Wie diese Zeitung erfahren hat, erlebte ein SP-Wähler aus Schönenwerd eine böse Überraschung, als er die Listen der Genossen suchte: Fündig wurde er einzig bei der Liste der Juso (Liste 11). Liste 6 (SP Region Nord/Ost) und Liste 7 (SP Region West) fehlen. Zudem fehlt mit der Liste 4 auch eine der beiden FDP-Listen, weiter die Listen der BDP (5), von CVP 60+ (16), der Grünliberalen (17), von Parteifrei.ch (18) und der Tierpartei (19). Doppelte Wahlzettel sind dafür für die Listen 1, 2, 3, 20, 21 und 22 eingeheftet. Nur bei den Listen 8 bis 15 geht alles mit rechten Dingen zu.

Auf dem Parteisekretariat der SP sorgt dieser Fall für rote Köpfe: «Wir wissen zudem noch von weiteren Fällen und überlegen uns deshalb eine Wahlbeschwerde einzureichen,» sagte gestern Parteisekretär Niklaus Wepfer auf Anfrage. Dies vor allem deshalb, weil rund ein Drittel der Wählenden bereits unmittelbar nach Erhalt der Unterlagen auf brieflichem Weg abstimmt bzw. wählt. «Dadurch aber besteht die Gefahr eines verfälschten Wahlausgangs.» Der Parteisekretär der FDP, Charlie Schmid, nimmt es etwas gelassener: «Wir wollen zunächst abwarten, wie viele fehlerhafte Wahlbüchlein tatsächlich im Umlauf sind.»

25 Bürger haben sich gemeldet

Auf der Staatskanzlei ist das Problem gemäss Staatsschreiber Andreas Enge seit rund vier Tagen bekannt. «Nach intensiven Nachforschungen konnten wir die fehlerhaften Wahlbüchlein auf vier bis fünf Gemeinden eingrenzen.» Betroffen seien neben Schönenwerd etwa auch Grenchen und Gretzenbach. «Insgesamt gehen wir davon aus, dass nicht mehr als 50 Bürgern unvollständige Unterlagen zugeschickt worden sind.» Passiert sei der Fehler bei einer Zulieferer-Firma der für den Druck verantwortlichen Dietschi AG. 25 Betroffene hätten sich bereits Ende letzter Woche gemeldet. Seither seien keine Reklamationen mehr eingegangen. Eng: «Der Fehler ist ärgerlich und dumm, aber aufgrund des geringen Ausmasses keine grosse Katastrophe.» (esf)