Langenthal
«Fanni Fetzer ist zu Höherem berufen»

Der Kunstverein Oberaargau muss sich auf die Suche nach einer Nachfolge für die Leitung des Kunsthauses Langenthal machen. Die bisherige Leiterin Fanni Fatzer wurde ans Kunstmuseum Luzern berufen.

Urs Byland
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Fanni Fetzer prägte in den vergangenen Jahren das Kunsthaus Langenthal. Nun geht sie ans Kunstmuseum Luzern.

Fanni Fetzer prägte in den vergangenen Jahren das Kunsthaus Langenthal. Nun geht sie ans Kunstmuseum Luzern.

Solothurner Zeitung

Der Abgang von Fanni Fetzer als Leiterin des Kunsthauses Langenthal kam überraschend. Damit rechneten wenige, auch weil Fetzer gerade ein halbjähriges Stipendium in London absolviert. Die meisten Langenthaler Kunstliebhaber hofften, dass Fetzer im Herbst zurückkommt, den Betrieb weiterführt und möglichst lange dem Kunsthaus erhalten bleiben würde.

Zumal gerade vor kurzem an einem Podium die Zukunft des Kunsthauses diskutiert wurde. Dort war die Verunsicherung beim Kunstverein, Träger des Kunsthauses, einerseits und beim Kunsthaus-Team andererseits spürbar.

Nach Luzern berufen

Hier der Kunstverein, der mit einem riesigen Kraftakt und viel Freiwilligenarbeit seit 20 Jahren ein Kunsthaus in Langenthal ermöglicht. Diese 20 Jahre sind nicht spurlos vorbeigegangen. Der Verein ist überaltert, ein Generationenwechsel ist überfällig. Dort das Kunsthaus-Team, das einen hohen Standard erreicht hat. Und Fanni Fetzer schien der Garant zu sein, diesen Standard halten zu können.

Nun kommt alles anders, und der Kunstverein, der die Personalentscheide des Kunsthauses fällt, muss über die Bücher. Während sich der eine oder andere noch damit tröstet, dass Fetzer ans bekannte Kunstmuseum Luzern berufen wurde – was einmal mehr beweist, dass ihre Arbeit in Langenthal sehr wohl bemerkt wurde –, ist einer bei der Suche nach der Nachfolge besonders gefordert: Christoph Zehntner, Präsident des Oberaargauer Kunstvereins. «Es ist und war mir immer klar, dass ein Abgang gerade von Fanni Fetzer immer möglich ist. Sie ist zu Höherem berufen», erklärt er.

Berufung färbt auch auf Langenthal ab

«Sie hat mir wenige Tage vor der Veröffentlichung telefoniert. Ich habe gespürt, wie schwer es ihr fiel, mir die Berufung mitzuteilen und die gute Zusammenarbeit zu kündigen.» Wer in Langenthal die Arbeit gut mache, der sei prädestiniert auch für grössere Häuser mit anderen Möglichkeiten und Aussichten, sagt Zehntner überzeugt. «Dann gehen sie. Das ist der Lauf der Dinge.»

«Ich habe ihr gesagt, dass ich ihr die neue Arbeit gönne und es lässig finde. Natürlich ist es schade, dass sie geht. Deshalb habe ich auch ein lachendes und weinendes Auge», sagt Zehntner.

Die Berufung färbe wie früher auf das Kunsthaus Langenthal ab. «Man weiss in Fachkreisen, dass in Langenthal etwas möglich ist.» Er rechne deshalb mit einer grossen Bewerberschaft mit entsprechenden Qualifikationen für die künftige Leitung des Kunsthauses. Der Vorstand des Kunstvereins werde nun zusammensitzen und die Modalitäten für eine Ausschreibung definieren.

Kompetente Stellvertreterin ist im Haus

«Wahrscheinlich werden wir ein Wahlgremium bilden, und dieses wird dem Gesamtvorstand einen Vorschlag unterbreiten. Ich nehme an, dass dies auch der Wunsch des Gesamtvorstands sein wird, weil Gespräche haben wir noch nicht führen können.»

Terminlich eilt es Zehntner und dem Kunstverein nicht. «Wir wollen die Stelle in den Fachmedien ausschreiben, das dauert etwas.» Mit Eveline Suter habe das Kunsthaus bereits jetzt, da Fetzer in London weile, eine kompetente Stellvertreterin.

Zudem ist das Programm 2012 bereits festgelegt. «Dort ist Eveline Suter ebenfalls involviert. Eine Ausstellung wird sie kuratieren.» Er werde nun das Gespräch mit Suter suchen und mit ihr die Weiterführung des Interregnums diskutieren. «Wir werden sicher eine gute Lösung finden.»