Solothurn
Falscher Bombenalarm: Im«Sprengstoffpaket» war nur eine CD

Die «az Solothurner Zeitung» bekam ein verdächtiges Paket aus Griechenland und schaltete die Solothurner Polizei ein. Die wiederum bat Sprengstoffexperten aus Zürich um Hilfe. Dann stellte sich heraus: Die vermeintliche Bombe war eine simple CD.

Christian Bütikofer
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Das «Sprengstoffpäckchen» war eine CD
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 Das verdächtige Päckchen aus Griechenland.
 Keine Bombe, eine CD - die Polizisten nahmen nach dem Einsatz alles mit.
 Die Einsatzkräfte warten aufs Resultat der Spezialisten.
 Auch Tele-M1 war dabei.

Das «Sprengstoffpäckchen» war eine CD

Aufregung bei der «az Solothurner Zeitung» am Mittwoch-Nachmittag: Die Redaktion hatte aus Griechenland ein verdächtiges Briefpaket mit dem Vermerk «sehr dringend» erhalten.

Die Sendung wurde an eine Person adressiert, die weder Verbindungen nach Griechenland hatte noch von dort etwas erwartete. Aufgrund der aktuellen Ereignisse in Griechenland schaltete Chefredaktor Theo Eckert die Solothurner Polizei ein.

Die nötigen Geräte fehlten

Die Kapo rückte mit mehreren Beamten aus, auch ein Krankenwagen war vor Ort. Nach einer ersten Analyse schätzten die Beamten die Chance als hoch ein, dass es sich um ein Sprengstoffpaket handeln könnte. Nicht zuletzt darum, weil es mit UPS verschickt wurde - wie diverse andere Sprengstoff-Pakete aus Griechenland.

Urs Eggenschwiler von der Kapo Solothurn sagte gegenüber az, dass die Kapo den Ort absicherte, für eine genaue Analyse der Sendung fehlten aber die nötigen Geräte. Darum boten die Solothurner Sprengstoffexperten der Zürcher Polizei auf.

Auf der CD: Bericht von Musikkonzert

Nach einer guten Stunde Vorbereitung machten sich die Spezialisten ans Entschärfen. Bald konnten die Zürcher Entwarnung geben: Im Päckchen steckte kein Sprengstoff sondern eine CD.

Des Rätsels Lösung ist wie folgt: Ein Schweizer aus der Region Solothurn besuchte in Balstahl einen grösseren Anlass, machte Bilder von diesem und schrieb dazu einen Bericht. Weil er im Winterhalbjahr in Griechenland lebt, schickte er von dort Bilder und Text auf einer CD an die ihm bekannte Redaktorin der az Solothurner Zeitung - allerdinigs ohne seinen Namen als Absender auf dem Paket zu vermerken. Deshalb konnte die Redaktorin, die den Mann kennt, nicht erkennen, dass das Paket von diesem stammt und damit harmlos war.

Richtig gehandelt

Die Zürcher Polizisten meinten, Chefredaktor Eckert habe richtig gehandelt, in Fällen wie diesem sei höchste Vorsicht geboten. Eckert ist froh, dass die Sache für seine Redaktoren nun zu Ende ist, die Geschichte hätte doch für einige Unruhe gesorgt.

«Es wird noch lange gehen, bis dieses Ereignis in Vergessenheit gerät», schrieb der begeisterte Musikliebhaber der Kulturredaktion. In der Tat. Sein Eingesandt wird auch in Solothurn noch länger im Gedächtnis bleiben.