Egerkingen
Fahnentreffen auf dem roten Platz

Was gilt es als Fähnrich zu beachten? Ein Kurs des Blasmusikverbandes in Egerkingen gab die Antwort. Unter den Kursteilnehmern waren auch Hornusser und Schützen.

Hans Blaser
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Paul Walpen, Fähnrich des Schweizer Blasmusikverbandes, instruiert die Kursteilnehmer im Umgang mit der Fahne. hbb

Paul Walpen, Fähnrich des Schweizer Blasmusikverbandes, instruiert die Kursteilnehmer im Umgang mit der Fahne. hbb

Solothurner Zeitung

Nicht auf dem Roten Platz in Moskau, aber immerhin auf einem roten Platz in Egerkingen übten dieser Tage fast vierzig Vereinsfähnriche. Sie schwangen vorwiegend Fahnen von Musikvereinen, aber nicht nur. In der farbenprächtigen Runde waren vereinzelt solche von Schützen- und Hornusservereinen auszumachen. Auch wurde nicht jede Fahne von einem Fähnrich geschwungen. Das ist erfreulicherweise längst kein männliches Privileg mehr.

Höchster Fähnrich als Instruktor

Organisiert hat den Fähnrichkurs der Solothurner Blasmusikverband. Er hat ihn zwar primär für seine Fähnriche ausgeschrieben, aber bewusst auch für andere geöffnet. Dem Solothurner Blasmusikverband war es gelungen, als Instruktor einen ausgewiesenen Experten zu gewinnen. Kein Geringerer als der höchste Blasmusikfähnrich, derjenige des Schweizer Blasmusikverbandes, stellte sich zur Verfügung. Seit dem Eidgenössischen Musikfest 2006 in Luzern ist das Paul Walpen.

Als aktueller Vereinsfähnrich, ehemaliger Fähnrich eines Füsilierbataillons sowie Instruktor für Fähnriche der Armee, der Schweizergarde und inzwischen von Verbänden und Vereinen ist er ein ausgewiesener Experte. Vor den praktischen Übungen war jedoch für die Teilnehmer Theorie angesagt. Dass auch das ein Bedürfnis war, zeigte die Aufmerksamkeit der Absolventen. In die gleiche Richtung deuteten die kniffligen Fragen, welche die Teilnehmer teilweise aus eigenen Erfahrungen aufwarfen. Walpen ging auf viele mögliche Situationen ein und streifte dabei auch kantonale Unterschiede. Zumindest seinen Rat, «den Ablauf von Einsätzen vorher genau abzusprechen», durften alle Kursteilnehmer mitnehmen.

Im zweiten Kursteil ging es an die praktische Arbeit. Dank idealem Wetter konnte auf dem roten Turn- und Pausenplatz im Freien geübt werden. Da war neben der grundsätzlichen Handhabung das Marschieren noch die einfachste Übung. Gebührende Bedeutung wurde dem Vorgehen beim Letzten Gruss geschenkt. Gerade dabei sind unerwünschte Zwischenfälle zu verhindern.

Fahnengruss intensiv geübt

Missverständnisse gibt es erstaunlicherweise immer wieder beim Fahnengruss, obwohl er fast an jedem grösseren Anlass ausgeübt wird. Deshalb legte Walpen besonderen Wert auf dieses Zeremoniell. Mit dem Kantonalfähnrich Alfred Bärfuss demonstrierte er es mehrfach. Danach liess er die Teilnehmer paarweise üben. Mit einem Testat wurden sie schliesslich für den Kursbesuch belohnt.

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