«Sex mit Kindern ist für mich absolut tabu», stellt Widmer in der TV-Sendung «Duell aktuell» klar. Was hingegen zwei Erwachsene Menschen mit einander täten, sei deren Sache. Dafür gebe es ein Gesetz, so Widmer weiter. Der Anführer der Kirschblütengemeinde weist darauf hin, dass selbst der Bundesrat sich dieser Sache inzwischen angenommen habe und auf eine Abschaffung des Inzest-Verbotes unter Erwachsenen hinarbeite.

Doch worum geht es Widmer denn? Darum, dass jeder Mensch so leben solle, wie er wolle.  «Es geht mir nicht um eine Provokation, sondern um Klärung.»

Provokante These

Ins Gespräch gebracht hat sich Widmer unter anderem mit der Theorie zum «ehrbaren Inzest». Die provokante These hat eine Lawine losgetreten. Er mache sich darin nicht für inzestuöse Beziehungen stark, sondern thematisiere ein Problem. Nämlich: Wie Väter nicht mit der erwachenden Sexualität ihrer heranwachsenden Töchter umgehen können. «Nicht nur der Übergriff, sondern auch die Zurückweisung wirkt traumatisierend», sagt Widmer.

Für Sektenspezialist Hugo Stamm verbreitet Widmer «spirituellen Edelkitsch». Er wirft dem Psychotherapeuten Widmer auch vor, dass ihm die kritische Distanz fehle. «Sie sind ein Überzeugungstäter».

Zwei Frauen, neun Kinder

Ein Überzeugungstäter allerdings, der offen zu dem steht, woran er glaubt. Dazu gehören auch offene Partnerschaften, die so genannte Polyamorie. Widmer lebt mit zwei Frauen, mit denen er neun Kinder hat. Mit einer von beiden ist er verheiratet, mit der zweiten nicht.

«Es gibt auch Frauen, die zwei Männer haben», verteidigt er sich gegen den Vorwurf, ein patriarchalisches Guru-System zu begünstigen.

Wer anderes behauptet, habe sein Buch nicht gelesen und auch nicht mit ihm geredet. Widmer will sich solches auch nicht weiter bieten lassen und gerichtlich gegen solche Aussagen vorgehen.

Klage gegen Leiter der Psychiatrischen Klinik Königsfelden?

«Daniel Bielinski, den Vizepräsident der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, habe ich wegen Verleumdung angezeigt», sagt Widmer. Bielinski, der im Hauptberuf Leiter der Psychiatrischen Klinik Königsfelden ist, solle seine Behauptungen belegen oder widerrufen. Bielinski hatte erklärt, dass Widmer die Standesregeln verletze und bei der Therapie ein Nähe-Distanz-Problem habe.

Eine Klage ist bei Bielinski bisher keine eingegangen, wie dieser ausrichten lässt. Sattdessen aber ein Brief, in dem Widmer Bielinski mit dem Gang vor die ärztliche Standeskommission droht. (rsn)