Niederbipp

Es geht zügig voran auf der Baustelle der Neubaustrecke nach Oensingen

Ueli Steinmann (ASM, l.) und Hans Peter Oberhänsli (Ostag) vor der neuen Studweg-Unterführung.  joh Ueli Steinmann (ASM, l.) und Hans Peter Oberhänsli (Ostag) vor der neuen Studweg-Unterführung.  joh

Ueli Steinmann (ASM, l.) und Hans Peter Oberhänsli (Ostag) vor der neuen Studweg-Unterführung. joh Ueli Steinmann (ASM, l.) und Hans Peter Oberhänsli (Ostag) vor der neuen Studweg-Unterführung. joh

Der Bau der 1,7 Kilometer langen Neubaustrecke nach Oensingen verläuft plangemäss. Es herrscht 24-Stunden-Betrieb, bis zu acht Bagger sind ständig im Einsatz, und in kurzen Abständen fahren jetzt Lastwagen ständig Kies für das neue Trassee heran.

Seit Jahren befasst sich Ueli Steinmann mit einer neuen Bahnstrecke, seit Monaten wird sie jetzt zwischen Niederbipp und Oensingen gebaut. Die Freude ist ihm geblieben. «Es ist fast schon sensationell, was wir hier bauen können», sagt Steinmann, Vizedirektor der Aare Seeland mobil (ASM). Eine neue Bahnstrecke gibts nicht mehr alle Tage.

Und so erstreckt sich nun zwischen den Bahnhöfen von Niederbipp und Oensingen eine 1,7 Kilometer lange Baustelle. «Das gute Wetter kommt uns entgegen», sagt Steinmann, «wir sind bisher rasch vorwärtsgekommen.» Derzeit arbeiten auf der ASM-Baustelle etwa 25 Personen. Es herrscht 24-Stunden-Betrieb, bis zu acht Bagger sind ständig im Einsatz, und in kurzen Abständen fahren jetzt Lastwagen ständig Kies für das neue Trassee heran. Seit fünf Monaten wird bereits gebaut, seit dem Spatenstich bei bitterer Kälte am 1. Dezember 2010.

Komplexe Baustelle

Zwei Minuten wird eine Bahnfahrt zwischen den beiden Stationen dauern, wenn die Strecke im Dezember 2012 in Betrieb genommen wird. Jetzt, im Auto von Hans Peter Oberhänsli vom Burgdorfer Ingenieurbüro Ostag und zusammen mit Steinmann, dauert die Fahrt entlang der Neubaustrecke etwas länger.

Oberhänsli ist Gesamtprojektleiter, er hat hier den Überblick – obwohl der nicht ganz leicht zu behalten ist. Die Tatsache, dass die neue Strecke entlang einer bestehenden und dauernd befahrenen Linie gebaut wird, bringt knifflige Aufgaben mit sich. «Die Koordination der Arbeiten mit den SBB und die Gewährung der Sicherheit sind äusserst komplex», sagt Oberhänsli.

Auf der nördlichen Seite fährt künftig die ASM, südlich die SBB. Dafür müssen Gleise für den Güterverkehr im Bereich des SBB-Bahnhofs Oensingen verlegt werden. «Für den Rangierbereich der SBB werden gebrauchte Schienenjoche eingebaut. Für Abstellanlagen des Güterverkehrs reicht das allemal», sagt Steinmann. Die Schienen für die Erweiterungsstrecke der ASM werden dann natürlich neu sein. Sie werden im Herbst aus Österreich angeliefert.

So findet jetzt eine Entflechtung der Gleise statt, und diese soll sich auszahlen. «So gibt es keine Kreuzungen und wir sind mit unserem Betrieb unabhängig», sagt Steinmann. Zu den normalen Betriebszeiten wird die Neubaustrecke künftig acht Mal in der Stunde von einem Zug befahren, im Schnitt also alle siebeneinhalb Minuten.

Ungeliebte Lärmschutzwände

Soweit ist es allerdings nicht, noch sind die Arbeiter daran, das Trassee zu errichten. «Über eine 30 Zentimeter hohe Tragschicht aus Kiessand kommt eine 7 Zentimeter dicke, bituminöse Dichtungsschicht, die mit Schotter bedeckt wird», sagt Oberhänsli. Die Eisenbahnschwellen sind aus Beton. Zu den Kernstücken der neuen Linie gehört die Brücke für die Unterführung am Studweg. Der Betonbau ist fertig und muss nun trocknen. Auf diesem Abschnitt müssen für die Anwohner neue Lärmschutzwände gebaut werden, an denen die ASM wegen der Mehrkosten wenig Freude hat. «Es sind die SBB, die den Lärm verursachen», sagt Steinmann. «Aber weil es sich um eine Neubaustrecke handelt, müssen wir sie bezahlen.» 2Millionen kosten die Lärmschutzwände, die zu beiden Seiten der Gleise gebaut werden müssen. «Das ist nicht ganz fair.»

Haltestellen bald im Bau

Während der Umbau im Bahnhof Niederbipp bereits abgeschlossen ist, ist von den beiden anderen ASM-Stationen noch nicht viel zu sehen. In Oensingen wird demnächst ein neues Perron mit zwei Gleisen gebaut. Und in Niederbipp wird die Haltestelle «Industrie» die grossen Betriebe im Industriegebiet bedienen. Wegen ihnen und den Angestellten vor allem baut die ASM die neue Strecke. «Unsere Aufgabe ist es», sagt Ueli Steinmann, «der Regio zu dienen.»

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