Derendingen
Emmenhof-Areal: Bruno Planzer hat nicht nur die eigene Rendite im Visier

Eigentümer Bruno Planzer informierte über das Überbauungsprojekt Emmenhof-Areal. Die Anlage mit rund 300 Wohnungen soll ansprechend und schön werden. Bis zur Fertigstellung dauert es aber noch lange.

Marlene Sedlacek
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Vom Eigentümer Bruno Platzer gab es Neues zum Stand des Überbauungsprojektes auf dem Emmenhof-Areal zu hören.

Vom Eigentümer Bruno Platzer gab es Neues zum Stand des Überbauungsprojektes auf dem Emmenhof-Areal zu hören.

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«Das ist kein Investor mit einer ‹Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität›», lobte Gemeinderat Urban Cueni den Käufer der Emmenhof Immobilien AG an der Generalversammlung der CVP. «In seinem Projekt steckt viel Herzblut drin.» Bruno Planzer, Verwaltungsratspräsident der Firma, referierte voller Enthusiasmus vor rund 40 Interessierten über die geplante Überbauung auf dem Emmenhof-Areal, die für so viel Wirbel gesorgt hatte. «Ich fühle mich in der Zwischenzeit mit Derendingen verbunden, da ich fünf Jahre lang regelmässig zu Sitzungen ins Wasseramt pilgerte», gestand der ehemalige Inhaber der Transportfirma Planzer AG aus Dietikon ein.

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde sei immer angenehm gewesen, rühmte er. Diesbezüglich habe er auch anderes erlebt. Grund für die häufigen Besuche waren die 64 Einsprachen, die sich vor allem gegen das geplante Hochhaus gerichtet hatten. Mit einem Entgegenkommen der Emmenhof Immobilien AG, nämlich die Gebäudehöhe von 52 auf 30 Meter zu senken, wurden die Einsprachen aus dem Weg geräumt. Auch wenn ihn diese Reduktion finanziell schmerzte, sagte sich Planzer: «Lieber nachgeben, als Streit haben bis zum Sankt Nimmerleinstag».

Bruno Planzer.

Bruno Planzer.

zvg

Schützenswerte Objekte

Planzer blickte in seinem Referat weit in die Geschichte zurück. Lange habe man nicht mehr in das über 150-jährige Gebäude der ehemaligen Baumwollspinnerei investiert. Nachdem die später dort einquartierte Teigwarenfabrik Scolari ausgezogen war, sei praktisch nichts mehr passiert. Seit der Übernahme der Emmenhof Immobilien AG im Jahr 2012 durch Bruno Planzer (80 Prozent) und Markus Ehrat (20 Prozent) haben die beiden Teilhaber viel in das Gebäude hineingesteckt und Wohnungen realisiert. Neben dem Spinnereigebäude sind das Kraftwerkgebäude und das Transformator-Häuschen ebenfalls schützenswerte Objekte, die es zu erhalten gilt. In den Räumlichkeiten der alten Schmitte plant der aktuelle Mieter, ein technisches Museum zu verwirklichen.

Das Projekt soll in vier bis sechs Etappen realisiert werden. Planzer hat keine Eile. Momentan ist der Bau des Mehrfamilienhauses an der Stelle des ehemaligen Restaurants Traube im Gang. Dort entstehen 14 Mietwohnungen mit Bezugsbereitschaft Mitte nächstes Jahr.

Keinen Leerwohnungsbestand produzieren

Bis Ende 2018 soll die Detailplanung der zweiten Bauetappe abgeschlossen sein. Ob der Baubeginn dann sofort erfolge, sei noch nicht sicher, meinte Planzer. Er wolle keinen Leerwohnungsbestand produzieren. Allerdings befürchtet er nicht, dass die Wohnungen keine Abnehmer fänden. Die sonnige Lage mit Sicht auf den Kanal, und von den höher gelegenen Wohnungen aus auf die Alpen, sei vorzüglich.

Die gesamte Überbauung wird kaum vor 2028 fertiggestellt, schätzte Planzer. Die Anlage mit rund 300 Wohnungen soll ansprechend und schön werden, mit einer zeitgemässen, modernen Architektur, schwärmte er. Sie wird nur per Velo oder zu Fuss zu-gänglich sein. Die Autos werden in die Tiefgarage verbannt. Mittels einer Brücke über den Kanal soll der Zugang auf die Insel möglich sein. Wie hoch der Anteil an Eigentums- und Mietwohnungen sein wird, ist noch nicht definiert. Die Preise sollen sich laut Planzer im ortsüblichen Rahmen bewegen.

Vielleicht ein Restaurant

In den unteren Geschossen des Hochhauses sind Gewerberäume geplant. Gerne sähen Planzer und Ehrat auch ein Restaurant. Vom sozialen Aspekt her betrachtet, sei dies unabdingbar, ist Planzer überzeugt. Er fürchtet sich jedoch vor Problemen mit den Pächtern oder Reklamationen der Anwohner wegen Lärmbelästigung.

Voraussichtlich werden die Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen. Auch wenn Planzer die auf dem Areal vorbeiführende Leitung ein ganz mächtiger Dorn im Auge ist. Ausserdem ist geplant, den Strom vom Kraftwerk zu nutzen und zu verteilen. «Und eine Photovoltaikanlage ist heutzutage Pflicht», ist der Investor überzeugt.