Biberist
Emme: Bauarbeiten am Hochwasserschutz laufen hervorragend

Die Bauarbeiten zur Verbreiterung des Flussbetts verlaufen plangemäss – bis jetzt. Noch stehen schwierige Arbeiten bevor.

Andreas Toggweiler
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Bagger befestigen das rechte Emme-Ufer mit Granitblöcken aus dem Schwarzwald. Hanspeter Bärtschi Bagger befestigen das rechte Emme-Ufer mit Granitblöcken. bar

Bagger befestigen das rechte Emme-Ufer mit Granitblöcken aus dem Schwarzwald. Hanspeter Bärtschi Bagger befestigen das rechte Emme-Ufer mit Granitblöcken. bar

Solothurner Zeitung

Die Bauarbeiten des 22-Mio.-Projektes für den Hochwasserschutz der Emme verliefen bisher ohne grössere Probleme. Bis nach den Sommerferien soll das linke Ufer im Rohbau fertiggestellt sein, bis Ende Jahr auch das rechte Ufer.

«Im Moment sind wir mit den Bauarbeiten im Vorsprung gegenüber dem Terminprogramm», erklärt Projektleiter Gabriel Zenklusen. Dies wurde möglich, weil genug Personal und Maschinen zur Verfügung stehen und die Emme bisher wenig Probleme gemacht hat.

Allein im Dezember gab es ein mittleres Hochwasser, aber seither herrscht jahreszeitgemässes Niedrigwasser. Von der Strassenbrücke in Biberist aus sieht man grosse Muldenkipper, die bis in die Flussmitte hinausfahren können. Ein Bagger ist am rechten Emme-Strand gerade daran, tonnenschwere Granitblöcke zu «büschele».

Auf der linken Emme-Seite ist der Damm teilweise fertiggestellt. Für die Bevölkerung des Biberister Schachenquartiers ist die Erhöhung des Emmedamms der wichtigste Teil der Sanierung. Die Hochwasser der vergangenen Jahre hatten dem Bauwerk zugesetzt.

«Auch während der Bauarbeiten wird darauf geachtet, dass die Hochwasserschutzfunktion weitgehend erhalten wird», betont Zenklusen. Baumaschinenabstellplätze und Baustelleneinrichtungen befinden sich in erhöhter Lage.

Fertiggestellt sind auch die Verlegung der diversen Werkleitungen (inkl. Rabizoni-Wasserleitung) und die Verankerung der BKW-Hochspannungsleitung mittels Mikropfählen, welche noch mit den bestehenden Fundamenten verbunden werden müssen. Durch die Verbreiterung des Flussbetts wird diese künftig meistens umflossen sein.

Der bisher geschüttete Damm lässt die künftige Form und Grösse des Bauwerkes bereits erahnen. Auf der Krone wird der rollstuhlgängige Uferweg verlaufen, der durch mehrere Zugänge, darunter zwei Rampen, erschlossen wird.

Er wird demnächst mit einem weitgehend wasserundurchlässigen Material (Bentonit) überzogen. Darauf kommen Sand und Kies und schliesslich eine Bepflanzung. In vollem Gang ist zurzeit die Sanierung einer alten Abfalldeponie.

50 000 Tonnen Steinblöcke

Während der Bauarbeiten werden auf dem 1,5 km langen Emme-Stück rund 50 000 Tonnen Steinblöcke verbaut. Diese werden meistens dienstags mit einem Zug bis fast direkt ans Emme-Ufer transportiert. Zu diesem Zweck wurde ein Industriegleis des Stahlwerks verlängert. Das schwere Gerät und die Immissionen seien bisher von den Anwohnern gut toleriert worden, erklärt der Projektleiter.

Es gab vereinzelte Reklamationen, da der Lärm des Stahlwerks ohne Grüngürtel jetzt besser zu hören sei, wie es heisst. Einige Lärmbelastung wird noch folgen, wenn demnächst die Spundwände für die Verbreiterung der beiden bestehenden Schwellen eingerammt werden. Diese seien nötig, um die Sohlenerosion durch die Emme in diesen Bereichen zu vermeiden.

Unterlauf wird naturnäher

Im Moment ist es noch schwierig, sich vorzustellen, wie der Emme-Lauf hier künftig aussehen wird. Die Eingriffe sind massiv, auch wenn Bepflanzungen und Revitalisierungsmassnahmen vorgesehen sind. Der Hochwasserschutz hat auf diesem Abschnitt oberste Priorität. «Die Emme wird auch nachher als Erholungsraum zur Verfügung stehen», versichert Zenklusen. So sei eine «Möblierung» des Flussbetts mit vereinzelten Felsbrocken vorgesehen und Orte, an denen sich Schwemmholz ansammeln kann. Auch werden im Vergleich zu bisher vermehrt Kiesbänke entstehen, wo man im Sommer baden kann.

Wenn in einigen Jahren auch das Ufer des unteren Emme-Laufs saniert wird, wird hier die naturnahe Gestaltung eine noch höhere Priorität erhalten. Denn im Unterlauf ist für Revitalisierungsmassnahmen in einigen Bereichen mehr Platz vorhanden. Die Planungsarbeiten haben bereits begonnen.

Am Samstag, 19. März, finden Baustellenführungen für die Bevölkerung statt.

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