Bellach
Elektrischer Agglomerationsverkehr boomt

Immer mehr Städte setzen weltweit auf Trams, Trolleybusse und Hybridbusse. Fachleute der Internationalen Energieagentur trafen sich in Bellach zum Wissensaustausch zum Thema Elektromobilität.

Andreas Toggweiler
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Solothurner Zeitung

Hier, bei der Firma Carrosserie Hess, gewannen die Besucher in den vergangenen zwei Tagen unter anderem Einblick in die Technologie und Produktion von Hybridbussen. Dies sind Fahrzeuge, die sowohl einen Dieselmotor als auch Elektromotoren an Bord haben und im Prinzip gleich funktionieren, wie die schon recht verbreiteten Personenwagen mit Hybridtechnologie. Beiden gemeinsam ist, dass sie viel energieeffizienter sind als Fahrzeuge mit (nur) Verbrennungsmotor. Auch Heso-Besucher konnten heuer einen Hybridbus ausprobieren, allerdings von einem anderen Hersteller.

Deutschland setzt auf Hybrid

Laut Alex Naef, CEO von Hess, konnten bereits zwölf Gelenkbusse mit Hybridtechnologie aus Bellach ausgeliefert werden. 20 weitere seien bestellt. Im Moment seien vor allem deutsche Städte an dieser Technologie interessiert. Der politische Wille, die reinen Dieselfahrzeuge durch modernere und umweltfreundlichere Technik zu ersetzen, sei dort deutlich spürbar, erklärte Naef.

Was nicht heisse, dass die Schweiz zurückstehe. «Der Anteil an Elektromobilität in den Schweizer Städten ist schon ziemlich gross», so Naef. Dies dank den Trolleybussen, die hierzulande weit verbreitet sind. Sie kommen vor allem dort zum Einsatz, wo grosse Passagiermengen transportiert werden müssen. Und auch hier gehört Hess zu den führenden Herstellern. «In Sachen Elektromobilität können wir auf eine Erfahrung von 70 Jahren zurückblicken.»

Think-Tank der OECD

Die Internationale Energieagentur (IEA) wurde 1973 unter dem Eindruck der ersten Ölkrise gegründet. Sie ist einerseits ein Think-Tank von Fachleuten, die sich mit der Problematik von Energieknappheit und besserer Ressourcennutzung befassen, anderseits eine länderübergreifende Plattform für die Implementierung von neuen Technologien.

Ein Unterabkommen bei der Umsetzung ist der Förderung von Elektromobilität gewidmet. Das Exekutivkomitee für die Umsetzung wird vom Berner Solarunternehmer und Fachhochschuldozenten Urs Muntwyler präsidiert. Die Fachleute, die in Bellach zu Gast waren, sind wiederum mit dem Fachgebiet «Heavy Duty Hybrid Vehicles» beschäftigt, also Bussen und Lastwagen mit Hybridantrieben. Laut Muntwyler gilt es dabei weitere Anwendungen dieser Technik zu identifizieren (z. B. Offroad-Fahrzeuge) und Erfahrungen mit der bisherigen Anwendung auszutauschen. Im Vorwort zum (englischen) Jahresbericht der IEA-Subgruppe betont er anderseits, die Erwartungen an die Elektromobilität nicht zu hoch anzusetzen.

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