Foto-Shooting
Einmal im Leben ein (Bauern-)Model sein

Miriam Singer aus Mümliswil berichtet von ihrem Fotoshooting als Model. Für den Bauernkalender 2012 liess sie sich die 23-Jährige, die als Servicefachfrau im «Bären» in Roggwil arbeitet, in einer Käserei in Gruyère ablichten.

Monika Kammermann
Merken
Drucken
Teilen
Im ganz «normalen» Leben arbeitet Miriam Singer mit Freude im «Bären» in Roggwil. HR. Aeschbacher

Im ganz «normalen» Leben arbeitet Miriam Singer mit Freude im «Bären» in Roggwil. HR. Aeschbacher

Solothurner Zeitung

Welches kleine Mädchen träumt nicht mal davon, eine Prinzessin zu sein? Die sehen immer hübsch aus und tragen prächtige Kleider. Das entspricht natürlich nicht wirklich der Realität. Allerdings gibt es einen Beruf, welcher für viele junge Frauen diesem Märchen ziemlich nahe kommt: derjenige des Models. Models sind immer top gestylt, haben die Masse 90-60-90, tragen teure Designer-Klamotten und bereisen die Welt. Dank Heidi Klum und ihrer Fernsehsendung wissen alle bestens Bescheid darüber, was denn so ein Model alles können und haben muss, und wie ein harter Tag mit Laufsteg-Training, Make-up und Foto-shooting in «Wirklichkeit» aussieht. Glamourfaktor pur.

Wie hoch hingegen der Glamourfaktor beim Bauernkalender ist, weiss die in Mümliswil wohnhafte Miriam Singer. Sie wird 2012 als Fotomodel darin erscheinen. «Ich habe schon einige Zeit mit dem Gedanken gespielt, mich zu bewerben», so die sympathische junge Frau. Die bisher erschienenen Fotos hätten ihr stets gefallen und: «I bi haud es Buuremeitschi!» Sie ist in Langenbruck auf dem Hof Vorderer Dürstel aufgewachsen. Am Anfang habe nur ihre beste Freundin davon gewusst, und sie wollte es eigentlich bis zuletzt geheim halten. Doch ist das spätestens dann unmöglich geworden, als sie zum Casting eingeladen worden war und der lokale Gratis-Anzeiger bereits für ein Interview anklopfte.

Anruf beim Shoppen

«Vor dem Casting war ich relativ gelassen. Ich habe ein paar Outfits mitgenommen und das Gespräch vorbereitet», erzählt die 23-jährige Miriam Singer. Die Jury führte mit jeder Kandidatin noch ein persönliches Gespräch durch, um einen Eindruck vom potenziellen Kalendergirl zu gewinnen. Da die Mümliswilerin erst am zweiten Tag ans Casting ging, verpasste sie die Prominenten-Jury. «Erst dachte ich, dass es vielleicht besser gewesen wäre, wenn ich mit der Promi-Jury gesprochen hätte. Da diese alle einen Bezug zum Bauernhof haben», überlegt Singer. Bei den anderen habe man gemerkt, dass sie Städter sind. «Einer hat mich gefragt, was für Tiere denn bei einer Viehschau gezeigt werden», schmunzelt die Bauerntochter.

Schon bald nach dem Casting erfuhr die hübsche Blondine, dass sie für den Bauernkalender ausgewählt wurde. «Ich war gerade mit meiner Schwester einkaufen, als ich den Anruf erhielt. Ich sprang vor Freude durch den Laden und habe geschrien», erinnert sie sich. Die Euphorie war deshalb so gross, da sich Singer nach dem Casting in Anbetracht der Konkurrenz keine grossen Chancen ausgerechnet hatte. «Da waren viele, sehr hübsche Frauen mit Model-Figur», erklärt sie ihre Zurückhaltung.

Bereits um 5 Uhr gings los

Für das eigentliche Foto-Shooting musste sie schon um fünf Uhr früh bereit sein. «Zuerst wurde ich geschminkt, und danach ging es in Gruyère in eine Alpkäserei, wo der Greyerzer hergestellt wird», erzählt Singer. Die Location war alles andere als künstlich. Während des ganzen Shootings wurde weiterhin Käse produziert. Verblüfft habe sie vor allem das Make-up «Im ersten Moment dachte ich einfach nur wow.»

Auf das ihr zur Verfügung gestellte sexy Outfit angesprochen, meint die Servicefachfrau, die derzeit im «Bären» in Roggwil arbeitet, ganz pragmatisch: «Im Bikini in der Badi zeigt man ja nicht weniger Haut.» Herausgefordert wurde sie allerdings vom anstrengenden Posen und den elf Zentimeter hohen Highheels, da sie sonst nie solche Absätze trage.

Alles in allem bezeichnet Singer den Abstecher in die scheinbar gut bekannte, aber doch fremde Welt als positive und aufregende Erfahrung. «Trotz meiner grossen Nervosität vor dem Shooting fand ich es ganz lustig. Es war ein einmaliges Erlebnis», resümiert sie. Auch das direkte Umfeld und fremde Leute hätten bis jetzt ausschliesslich positiv auf ihre Teilnahme reagiert.