Unglaublich, was an einer «Bänklete» so alles – kurz und treffend abgefasst – zu vernehmen ist. Von dorfeigenen, regionalen, nationalen bis hin zu weltweiten Grössen gehen die nichts verschonenden Texte. Dem Motto «Kädiläck» getreu, in getupften Petticoats, bedienen die Chräbszünftler die Gäste. Selbst Zunftmeister Kurt Steiner ist im taillenbetonten Rock anzutreffen. Die Kriegstetter Mehrzweckhalle ist total ausgebucht, als Ober Reto Hürlimann die Gäste begrüsst. Elegant und «kädiläck»-like, als Elvis Presley, kündet er in Versen die Schnitzelbankgruppen an.

Die Chräbszunft selber hat ihre Fühler im Dorf ausgestreckt und vernommen, dass beim abnehmwilligen Werner Schneider die Waage kollabiert sei, und dieser nun anstelle von Krankenkasse Schwerverkehrsabgabe bezahle. Eine eigentliche Ballade gehört Hanni und ihrer Kollegin, die in der Waschstrasse wegen ungesicherten Autobremsen selber Dusche und Rostbehandlung genossen. Die Zünftler fragen sich, wie die drei Bundesräte ihre vier Kolleginnen vertragen, hätten sie doch selber bei einer einzigen Frau zu Hause nichts mehr zu sagen.

Berlusconis Frauen im Kindersitz

Viel zu berichten gibt es über die amtierenden und abgetretenen Bundesräte, über Gaddafi, Jörg Kachelmann, Hanfbauer Rappaz, Sepp Blatter, Silvio Berlusconi, «Doktor» Guttenberg, Bischof Koch und über die abgebrannte Kreuz-Scheune. Die Solothurner Rampesöii, als Bienchen auftretend und vom Publikum heiss geliebt, sind unmissverständlich nicht nur ein Bienen-, sondern auch ein Männerschwarm. Sie drohen zur Melodie «Sex Bomb» Wettermann Kachelmann an: «Wenn wir dich finden, bist du dran.»

Die Wiedlisbacher Fasnachtigalle meinen dazu: «Är hets verchachelet.» Kurz und treffend drücken sich die beiden Bigudiis aus Brittnau aus. Etwa, dass sie zur Freude von Bischof Kochs Beförderung ein «Cardinal» getrunken haben. Oder dass Kate extrem glücklich ist, dass ihr geliebter William nicht Vater Charles XL-Ohren besitzt. Sie verteidigen den im Schrank versteckten Liebhaber, der nur das Sturmgewehr bewachen wollte. Zudem wissen sie, dass Silvio Berlusconi nicht mehr in die Schweiz reist, weil er seine Schätzchen im Kindersitz umherfahren müsste.

Blaue Nanos sind äusserst rar

Viel gesehen und gehört haben auch die drei Chaoten aus Derendingen. Als Hexen verhandeln sie die Märchenhochzeiten, für die sie schon Papiertaschentücher gekauft haben, und die Kamele von Sidi Abdel Assar. Ihre Bänke enden mit «was geit das üs a, das geit üs gar nüt a.» Einer der Dorfbachratte aus Subingen verrät: «Eigentlich wollte ich noch eine Bank von meiner Frau bringen, aber am Schluss bin ich der ‹Löli›, sie handelt nämlich mit ‹Chuechetröli›.»

Trockenen Humor versprühen die drei Musketiere aus Bern. Sie verraten, dass die blauen Nanos der Migros äusserst rar sind, weil sie von den Papis gegessen werden. Vom Krieg-stetter Publikum bejubelt, kamen die Musketiere bei der Talent-Show im Schweizer Fernsehen nicht gut weg. Die schöne Blonde mit den Kulleraugen hat ihnen nämlich klar gemacht: «Das ist euer grosses Hobby, und es muss ein Hobby bleiben.» Die Steibiisser aus Biberist riskieren einen Vergleich zwischen Berlusconi und den Bänkern, Ersterer habe nämlich gleichviele Frauen wie Letztere Boni.

Tosenden Applaus erhalten die Tamboure-Boys aus Biberist. Sie sind ein Highlight für Aug und Ohr. Rhythmus erzeugen sie in rasanten Tempi nicht nur mit ihren Schlegeln, sondern auch mit Händen, Füssen und Stimmen. Die Baukis-Gugge aus Kriegstetten und die chräbszunfteigenen Musiker, mottogerecht umgetauft in «Sweet Seven», halten das gut gelaunte Publikum anschliessend in Hochstimmung.