Welschenrohr
Ein seltenes Schauspiel vor winterlicher Kulisse

Mit einem Heissluftballon in einem Tal zu landen, ist ein heikles Unterfangen. Dies sei nur mit viel Erfahrung zu schaffen, meint Ballonfahrer Christian Mundschin.

Alois Winiger
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Der Heissluftballon ist in sicherer Entfernung von Bäumen, Häusern und Leitungen gelandet, fürs Verladen wurde er dann Richtung Strasse verschoben. Fotos: Walter Schmid

Der Heissluftballon ist in sicherer Entfernung von Bäumen, Häusern und Leitungen gelandet, fürs Verladen wurde er dann Richtung Strasse verschoben. Fotos: Walter Schmid

Solothurner Zeitung

In den Ebenen des Mittellandes kommt es recht häufig vor, dass ein Heissluftballon landet, darum nimmt man ihn nur noch mehr oder weniger zur Kenntnis. Im Bezirk Thal hingegen, erst recht im Hintern Thal, erregt eine solche Landung Aufsehen, denn sie kommt nur selten vor.

Und besonders auffällig wird es, wenn der Ballon verhältnismässig schnell – mit bis zu sieben Metern pro Sekunde – Richtung Boden sinkt.

Beides, Geschwindigkeit und Seltenheit, sind erklärbar. «In einem Tal zu landen, ist sehr anspruchsvoll, weil in der Höhe ganz andere Windverhältnisse herrschen als am Boden», sagt Christian Mundschin aus Lampenberg (BL), der am vergangenen Montag mit seinem Ballon auf einem Feld nahe der Balmbergstrasse in Welschenohr gelandet ist. «Das ist nur zu verantworten, wenn man viel Erfahrung hat.»

Mundschin weiss, wovon er spricht. Der passionierte Heissluftballonfahrer hat bei der Piccard-Jones-Trophy 2001 als Sieger die ganze europäische Konkurrenz hinter sich gelassen.

Nicht mit Passagieren

«Das schnelle Absinken hat damit zu tun, dass man den Landepunkt so schnell und sicher wie möglich erreichen muss, und nicht Gefahr läuft, wieder nach oben oder an eine Wand des Tales getrieben zu werden.» Solche Manöver führe man – ausgenommen man hätte wirklich keine andere Wahl – nicht mit Passagieren durch, betont Mundschin.

Die Fahrt vom vergangenen Montag sei denn auch eine Trainingsfahrt für Piloten gewesen. Bleibt noch die Frage, warum der Ballon, nachdem er in ausreichender Entfernung zwischen Häusern, Stromleitungen und Bäumen aufgesetzt hatte, nochmals knapp über Boden angehoben und knapp dreissig Meter nach Osten verschoben wurde, so wie es auf den oben gezeigten Bildern zu sehen ist.

«Ganz einfach», antwortet Mundschin, «das Begleitfahrzeug muss dann nicht ins Wiesland hinausfahren, um den Ballon aufzuladen. Aber ein solches Verschiebemanöver funktioniert nur, wenn es windstill ist.»