Rebbau

Ein Rundgang durch die Solothurner Rebberge

Manfred Küng in seinem Rebberg in Kriegstetten.

Manfred Küng in seinem Rebberg in Kriegstetten.

Ein neues Buch geht der wenig bekannten Weinbautradition im Kanton Solothurn nach. Autor ist der Kriegstetter Kantonsrat und Hobby-Winzer Manfred Küng.

Manfred Küng aus Kriegstetten ist hauptberuflich Rechtsanwalt. Er setzt sich als Kantonsrat und Hobby-Winzer aber auch für die Förderung des Weinbaus im Kanton Solothurn ein. In seinem soeben erschienenen Buch «Weine und Reben im Kanton Solothurn» macht er einen Spaziergang durch die Rebberge der Solothurner Regionen, erzählt über die Winzer, ihre Weine, Traubensorten und Kriegstetter Schiller-Sauser.

«Es kommt nichts ins Fass, was nicht auch im Mund landen könnte.» Ein beruhigendes Zitat aus dem Buch «Weine und Reben im Kanton Solothurn» von Manfred Küng. Der Satz stammt aus dem Kapitel «Rebkataster und Gesetze», also schimmert neben dem Weinbauer auch schon mal der Rechtsanwalt durch die Seiten. Manfred Küng pflegt in Kriegstetten seit dem Jahr 2000 einen kleinen Rebberg mit knapp 400 Stöcken der Traubensorte Regent.

Zusätzlich ist eine Reihe von weissen und roten Sorten als Tafeltrauben zum Verzehr oder für die Produktion von Schiller-Sauser bestimmt. 2010 wurde ein Teil der Parzelle vom Stickelbau auf eine Drahtzuganlage umgerüstet, was die Arbeiten in den Reben erleichtert. Im selben Jahr hat
der Autor angefangen, ein Inventar zum Solothurner Weinbau zu erstellen. Mit dem soeben erschienenen Buch besteht dieses nunmehr in gedruckter Form.

Der Kanton ist keine Weinbauregion

Der Kanton Solothurn gilt nicht als Weinbauregion, obwohl er eine alte Rebbautradition hat, die durch viele Flur- und Strassennamen noch heute darauf hindeutet. Die Reblaus und andere aus der «neuen Welt» eingeschleppte Krankheiten der Reben haben den wirtschaftlichen Erfolg geschmälert und das Interesse am Rebbau schwinden lassen, und schliesslich waren mit der Überbauung sonniger Hanglagen bessere Geschäfte zu machen als mit dem arbeitsintensiven Weinbau.

Wichtige Schlüsselfaktoren haben sich in den vergangenen Jahrzehnten beim Rebbau und bei der Weinproduktion geändert. Daher wird der Weinbau im Kanton Solothurn an alten und neuen Lagen mit traditionellen und neuen Sorten erfolgreich wiederaufgenommen und fortgesetzt. Doch noch ist die Produktion sehr klein. «Fakt ist, dass die Weinproduktion im Kanton Solothurn mit rund 180 Gramm pro Einwohner nicht einmal für ein Fondue reicht. (...) Es klafft eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage, aber auch zwischen Ausgaben für den Konsum und Einnahmen für die Produktion. Sollte es gelingen, diese Lücke, wenn auch nicht zu schliessen, so doch deutlich zu verkleinern, erzielen wir höhere Wertschöpfung im Kanton, wodurch ein volkswirtschaftlicher Nutzen resultiert.» Hier spricht nebst dem Hobby-Winzer auch der Politiker.

«85 Prozent der amtlich erfassten Rebenfläche im Kanton Solothurn befinden sich im Bezirk Dorneck. Ein Rebberg darf in keiner Jahreszeit aus den Augen gelassen werden. Es gibt auch bei den Naturkorken qualitative Unterschiede.» Das Buch bietet für Laien äusserst interessante Einblicke in ein durchaus erstrebenswertes Hobby und soll Kenner des Weinbaus dazu animieren, die alte Tradition wieder aufblühen zu lassen.

Information: «Weine und Reben im Kanton Solothurn» von Dr. Manfred Küng umfasst 100 Seiten, ist mit Farbfotos illustriert und zum Preis von CHF 47.– im Buchhandel oder auf www.iuni.ch erhältlich.

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