Solothurner Wetter
Ein Rekordregen - und sonst schien die Sonne

Der September 2011 geht als warmer, sonniger Monat in die Annalen ein. Dabei war er der bisher nasseste des Jahres und lag immerhin sogar einige Liter über der langjährigen Norm.

Wolfgang Wagmann
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Regenbogen über Bellach: Im Kanton Solothurn regnete es im September oft - sonst schien die Sonne

Regenbogen über Bellach: Im Kanton Solothurn regnete es im September oft - sonst schien die Sonne

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Mit 15,2 Grad waren die 30 Septembertage in Solothurn im Mittel gut ein Grad zu warm, rekordverdächtig war der Monat jedoch keineswegs. So war der September 2006 mit durchschnittlich 16,7 Grad gleich 1,5 Grad wärmer als der jetzige.

Was angesichts des sehr schönen, trockenen Wetters in den letzten zwei Wochen eher erstaunlich wirken dürfte, ist, dass der September bis jetzt von allen Monaten am meisten Regen gebracht hat und immerhin sogar einige Liter über der langjährigen Norm lag. So brachte es der Wallierhof in Riedholz auf 121,5 Liter pro Quadratmeter, in Solothurn waren es sogar 132,5 Liter.

Ein Starkregen mit Folgen

Dafür verantwortlich war nach einem feucht-gewittrigen Monatsstart eine Kaltfront, die am Sonntag, 3. September, binnen weniger Stunden Riedholz allein 88,2 Liter Wasser pro Quadratmeter bescherte. Das entspricht der gesamten Niederschlagsmenge der Monate Februar, März und April in Solothurn.

Dort kamen in einem ähnlichen Zeitraum übrigens auch 82 Liter zusammen – womit unsere Region zum schweizerischen Rekordhalter bezogen auf diesen Starkregen avancierte. Unangenehme Folge davon: Vor allem im Wasseramt liefen etliche Keller voll. Doch nun blieb es trocken und wurde zunehmend sonniger, ja um den 10. September wurden gar hochsommerliche Werte von über 25 Grad erreicht. Richtig grau und nass wurde es erst wieder am Bettagwochenende vom 17./18. September, als mehr oder weniger der Rest der Gesamtregenmenge des Monats fiel.

Ein Temperatursturz

Damit verbunden war ein Temperatursturz, der vor allem im Bündnerland für einen veritablen Wintereinbruch sorgte. Der Weissenstein dagegen kam gerade noch um die ersten Flocken herum. Nun schossen vor allem die Steinpilze in den Wäldern aus dem Boden, zurückführen auf eine andauernde Schönwetterphase mit sehr warmen Temperaturen. Erst gegen Monatsende hielt sich der Morgennebel zäher bis mittags, dennoch ging die HESO 2011 eher als «SOSO», die Sommermesse Solothurn, in die Geschichte ein.

Nun, spätestens ab Freitag ist fertig lustig mit dem andauernden Altweibersommer. Ein markanter Vorstoss von Polarluft bringt übers Wochenende kaltes Hudelwetter mit Schnee wohl bis auf die Jurahöhen. Nächste Woche scheint sich ein neues Hoch aufzubauen, doch dürfte es weitaus kühler als bisher bleiben.