Visitenkarte der Gemeinde
Ein neues Dorfzentrum entsteht am Bahnhof Lohn-Ammannsegg

Das Areal beim Bahnhof wird weitgehend umgestaltet – auch eine Wohnzone ist geplant. Heute präsentiert sich das Gebiet unaufgeräumt und die Verkehrsführung ist teilweise chaotisch. Das soll sich nun alles ändern.

Christof Ramser
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Das Bahnhof-Areal Lohn-Ammansegg bekommt ein neues Gesicht

Hanspeter Bärtschi

Der Bahnhof Lohn-Ammannsegg wird oft als Tor zum Bucheggberg bezeichnet. Wer von Solothurn her, aus dem Wasseramt oder vom angrenzenden Bernbiet in den Bucheggberg will, kommt an diesem Knotenpunkt kaum vorbei. Zweifellos aber ist der Bahnhof die Visitenkarte einer Gemeinde - oder vielmehr: Sollte er sein.

Heute präsentiert sich das Gebiet unaufgeräumt und die Verkehrsführung ist teilweise chaotisch. Wenn die Barriere vor den RBS-Geleisen geschlossen sind, staut sich der Verkehr frontal in die dahinterliegende Strasse und kommt Autos und Bussen in die Quere. Überhaupt wirken die Parkierräume von Bus und Postauto provisorisch. Und das Verkehrsproblem verschärft sich nach der Eröffnung der neuen Landi eher noch.

Zudem ist das Areal noch stark geprägt vom einstigen Güterumschlag. Die Infrastruktur ist nicht ausgerichtet auf die kombinierte Mobilität, also ungeeignet für die zahlreichen öV-Benutzer, die das Auto am Bahnhof parkieren. Auch die Zu- und Wegfahrt zur Kantonsstrasse muss umgestaltet und damit sicherer werden.

Ein Hochhaus hinter den Geleisen?

Gemäss des Berichts zur zweiten Generation des Agglomerationsprogramms soll das Bahnhofgebiet sowohl als Dienstleistungs- und Wohnstandort gefördert werden. Die bestehende Industriezone soll dazu zu einer gemischten Zone werden. Der Startschuss fällt mit dem räumlichen Leitbild, für das die Mitwirkung nun beginnt. Im Dezember 2012 soll das Leitbild von der Gemeindeversammlung dann genehmigt werden.

Für Gemeindepräsident Markus Sieber ist es ein geeigneter Anlass, die Neugestaltung des Areals in Angriff zu nehmen. Weil nur vier Grundeigentümer mitreden, sei die Situation relativ übersichtlich. «Das Dorf war bis jetzt immer vom Bahnhof abgetrennt», sagt er. Das soll sich ändern. Geht es nach ihm, werden künftig beidseits des Geleises Dienstleistungsbetriebe und attraktive Wohnungen stehen. «Vorstellbar wäre Gewerbe, ein Arzt oder auch der Umzug der Poststelle an den Bahnhof.» Für Sieber nicht zuletzt eine Möglichkeit, das Image von Lohn-Ammannsegg als Schlafgemeinde abzuschütteln.

Das als Entwicklungsschwerpunkt definierte Gebiet soll aber nicht nur Gewerbe, sonder auch Investoren im Bereich Wohnimmobilien anziehen. Konkret ist im entsprechenden Papier die Wyss Zäune AG erwähnt. Geschäftsführer Andreas Wyss plant, einen Teil seines Grundstücks zu überbauen. Das bestehende Holzlager und die Produktionsbedürfnisse der Firma würden eine Umnutzung ermöglichen. Die Projektidee sieht vor, mit dem Bau in die Höhe eine Siedlungsverdichtung anzustreben. Auf Anfrage äussert sich Wyss nicht konkret zu einem allfällig geplanten Hochhaus. Fakt ist aber, dass ein solches mehrgeschossiges Bauprojekt aus kantonaler Sicht wenig problematisch wäre, da es zwischen den bereits bestehenden Silotürmen das Ortsbild nicht beeinträchtigen würde.

Unterführung für Fussgänger

Gemeindepräsident Sieber äussert sich zu seiner Idee schon konkreter: Eine Überbauung des Gebiets westlich der Bahngeleise und eine Verlängerung des Perrons von 120 auf 180 Meter würden auch eine Fussgängerunterführung rechtfertigen. Er hält aber fest, dass das Bauprojekt der Firma Wyss nicht der Auslöser für die Ortsplanungsrevision sei. «Vielmehr lassen wir das Projekt einfliessen, damit wir im Gebiet möglichst ganzheitlich planen können.»

Im Massnahmenpaket der zweiten Generation des Agglomerationsprogramms ist die Neugestaltung des Bahnhofs der A-Liste zugeteilt. Demnach ist das Kosten-/Nutzenverhältnis gut bis sehr gut. Die Kosten werden auf 6 Millionen Franken beziffert - plus/minus 30 Prozent.

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