Äusseres Wasseramt
Ein Kulturprojekt rund um das Thema Wasser

Die Ideen für ein Projekt über das kühle Nass sind da – noch fehlt aber das Geld, um sie umzusetzen. Bis Ende März muss die Finanzierung stehen.

Rahel Meier
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Alphornkonzert und Beleuchtung: Auch der Inkwilersee soll zum Kunstwerk werden. Simon Dietiker

Alphornkonzert und Beleuchtung: Auch der Inkwilersee soll zum Kunstwerk werden. Simon Dietiker

Solothurner Zeitung

Der Verein Kultur im äusseren Wasseramt wagt sich an ein neues Kulturprojekt. Das letzte Projekt unter dem Titel KunstRaumKirche aus dem Jahr 2006 ist vielen noch in guter Erinnerung (siehe Kasten). Neu beschäftigt sich der Verein mit dem Thema Wasser, das der Region den Namen gibt.

Vier verschiedene Projekte, verteilt über das ganze Jahr, sind geplant. Der Titel des Projektes heisst «Wasserzeichen». Dabei gibt es ungewöhnliche Kunst an ungewohnten Orten zu sehen und zu hören. Die vier ausgewählten Orte sind selbst schon eine Art Wahrzeichen: Der Wasserturm in Etziken; die Kirche Aeschi, die Insel im Inkwilersee und das grosse Silo der Landi in Subingen.

Bewusst wurden diese Orte inmitten der «natürlichen Wohn- und Industrielandschaft» ausgesucht. Orte, die im täglichen Leben kaum mehr bewusst wahrgenommen würden. Diesen Orten will das Projekt eine andere oder überhaupt kurzfristig eine Bedeutung geben. Durch Bespielungs-, Umdeutungs- und Verfremdungsaktionen werden die Gebäude und Orte zu Zeichen und Metaphern, zu Denkanstössen.

Hinter dem Verein Kultur im äusseren Wasseramt stehen rund 70 Leute. 65 davon sind Sponsoren und Spender, fünf aktive Arbeiter, die die Kunstprojekte entwickeln und die Konzepte erarbeiten. «Wir sind alle eher Spinner und nicht typische Vereinsmeier», meint Albert Arnold, Präsident des Vereins. «Uns macht es einfach Spass, Kultur in die Landschaft hinauszutragen.»

Das Konzept für das Projekt steht – die Finanzierung noch nicht. «Wir kriegen im Moment recht viele Absagen.» Der Verein habe sich eine Limite gesetzt: Wenn bis Ende März die Finanzierung nicht gesichert ist, dann wird das Projekt abgesagt. «Wir haben schon vorgängig versucht, wo immer möglich einzusparen.» Trotzdem rechnet der Verein mit Ausgaben von 115000 Franken.

Wasserturm als Leuchtturm

Der Wasserturm in Etziken soll eine rot-weisse Hülle erhalten – wie ein Leuchtturm an einer Meeresküste. Mit der veränderten Form wird der Turm plötzlich wieder wahrgenommen. Gleichzeitig soll daran erinnert werden, dass das Wasseramt auch zum Meer gehörte, aus dem sich der Jura einst erhob.

Aus diesem Grund werden Schrifttafeln über Meer, Jurafaltung, Gletscher und Wasserversorgung orientieren. Der Turm wird im Frühling eingekleidet, die Tafeln werden auch nach der Aktion stehen bleiben.

Im August soll rund um den Inkwilersee ein Konzert mit urtümlichen Klängen durchgeführt werden. Geplant ist ein spezielles Konzert für ein bis 60 Alphörner. Diese werden in unterschiedlichen Formationen einen Abend lang, an verschiedenen Orten, teils über den See hinweg verbindend spielen. Auch die Insel soll bespielt und zudem belichtet werden.

Wasser für alle sichtbar machen

Im Herbst ist ein Konzert in der Kirche Aeschi geplant. Markus Oberholzer wird vom Caravaggio Streichquartett und einem Pianisten begleitet. Zusätzlich wird im Eingangsbereich der Kirche eine Ausstellung mit dem Thema «Wasser als Symbol» zu sehen sein. Der Taufstein bildet dabei das Zentrum eines Oktagons und wird umgeben sein von bebilderten und bemalten Stelen.

Im November wird eine Videoinstallation den Turm der Landi in Subingen zieren. Dabei soll Wasser in all seinen Formen den Turm hinunterlaufen. Wasser, das im Wasseramt überall im Boden fliesst, wird dadurch sichtbar gemacht.

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