Solothurner Wetter
Ein Juli glatt zum Vergessen und für Badefans «zum Gränne»

Über weite Strecken grau, insgesamt zu kühl, doch nicht zu nass, das ist die Kurzbilanz des Solothurner Wetters im Juli 2011. Ein Monat, der wochenlang kaum Ferienstimmung auf kommen liess und es teilweise richtig krachen liess.

Wolfgang Wagmann
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Verregnetes Solothurn im Juli

Verregnetes Solothurn im Juli

Keystone

Ganze 18 Grad, eins weniger als im langjährigen Mittel, mit diesem Monatsschnitt konnte der vergangene Juli gerade noch denjenigen des Jahres 2000 um 0,6 Grad toppen. Kälter war in den letzten zehn Jahren keiner, und angesichts der 22,5 Grad im «Jahrtausendsommer» 2003 kommen den Badi-Fans die Tränen. Den Bauern wars dagegen recht: Mit 104,5 Litern Regen pro Quadratmeter in Solothurn und gar 128,5 im Wallierhof Riedholz wurde erstmals in diesem Jahr die Monatsnorm erreicht – in Solothurn zumindest annähernd.

«Mini-Tornado» in Solothurn?

Dabei hatte sich der Juli ganz vielversprechend angelassen. Die ersten sechs Tage von Regen keine Spur, und ab dem 4. erreichten auch die Temperaturen wieder sommerliche Werte. Nach vier wechselhaften, eher feuchten Tagen schien nochmals der Sommer das Zepter zu übernehmen, doch am 13. Juli, nachts um 0.30 Uhr, fegte ein Gewittersturm der Sonderklasse mit Starkregen und Hagel über das Mittelland hinweg und richtete vor allem im Kanton Aargau riesige Schäden an.

Auf die Sommerhitze folgten Gewitter
12 Bilder
Die entwurzelte Linde im Garten des Bischofpalais Solothurn
Die entwurzelte Linde im Garten des Bischofpalais
Reste des Gewittersturms vor dem Bischofpalais Solothurn
Geknickter Baum vor der Gärtnerei Waibel in Solothurn
Die Bahnlinie Solothurn - Langenthal wird in Solothurn geräumt
Ein Baum vor der Gärtnerei Waibel in Solothurn fiel auf ein Auto
 Hagelkorn im Waldgasthaus Chalet Saalhöhe im Solothurnischen Kienberg, aufgenommen von Jurka Lucek
Hagelkörner auf einer Wiese, aufgenommen von Jurka Lucek
Eingeschlagene Scheibe bei einem Chalet auf der Saalhöhe
Hagelschäden, aufgenommen von Jurka Lucek
Gartenrestaurant nach dem Gewittersturm, aufgenommen von Jurka Lucek

Auf die Sommerhitze folgten Gewitter

Leserfoto

In Solothurn muss ein eigentlicher «Mini-Tornado» vor allem im Bereich der Unteren Sternengasse getobt haben, denn im Garten des Bischofspalais wurden mehrere, teilweise mächtige Bäume entwurzelt oder geknickt. In der Folge blieb es spürbar kühler, wenn auch nicht unfreundlich. Die nächste Kaltfront mit einer grösseren Dusche knickte jedoch schon am 17. Juli die zaghaften Sommerhoffnungen.

Denn bis am 25. Juli verging nun kein Tag mit mehr oder weniger Regen, und das Thermometer weigerte sich konstant, die 20-Grad-Marke zu erklimmen. Die letzte Juliwoche blieb zwar regenarm, aber ebenfalls auf der kühlen Seite. Von Ferienstimmung an der Aare konnte keine Rede sein.

Einiges, was nicht stimmt

Es zeigte sich aber in diesem Juli wieder einmal, was Bauernregeln, so genannte «todsichere Daten» und selbst ernannte «Wetterschmöcker» wert sind: gar nichts. So sollte es nach dem wunderschönen «Siebenschläfer» einen schönen, trockenen Sommer geben, und auch an der Vorstädter Chilbi sagt der Volksmund, sei es immer schön und heiss. Doch am 17. Juli konnte erstmals seit Menschengedenken der Vortanz auf der Wengibrücke wegen starken Winds und Regen nicht abgehalten werden.

Zum Glück irren auch sich ständig auf die Schultern klopfende Wetterfrösche wie die Bucheggberg Hubu-Freunde: Sie hatten uns vor einigen Wochen einen verregneten 1. August prophezeit. Sie sollten sich statt auf Ameisenzüge und anderlei Humbug besser auf die Computermodelle verlassen: Diese sagen bis Mitte August relativ warmes, aber zwischendurch wechselhaftes Sommerwetter an. Auf den Sonntag hin kanns nochmals recht abkühlen, aber nächste Woche liegt mit etwas Glück nochmals eine Hochdrucklage drin.

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