Balsthal
Ein Geburtstag, der auch Abschied war

Auf den Tag genau wurde das 100-jährige Bestehen des Bezirksschulhauses gefeiert

Peter Wetzel
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Ein Geburtstag, der auch Abschied war

Ein Geburtstag, der auch Abschied war

Solothurner Zeitung

Am 6. November 1910 wurde das neue Bezirksschulhaus auf der Haulismatt mit einem Dorffest eingeweiht. Nach genau 100 Jahren wurde an einer kleinen Feier im Kultursaal Haulismatt, zu der Behördenvertreter und ehemalige Schüler eingeladen worden waren, vor allem der strukturelle Wandel der Schule zum Hauptthema.

Die Geburtstagsfeier zum 100-jährigen Bestehen des Bezirksschulhauses an der Haulismattstrasse wirkte auch wie eine kleine Abschiedsfeier. Sämtliche Schüler der Kreisschule Thal mit dem Standort Balsthal sollen nämlich bereits ab nächstem Schuljahr unter einem Dach unterrichtet werden. Vorgesehen dafür ist das ganze Schulhaus Falkenstein. Anstelle der Bezirksschüler werden die Fünft- und Sechstklässler der Primarschule das Bezirksschulhaus in Beschlag nehmen. Musikalisch eröffnet wurde die Feier durch sämtliche 152 Schüler der Bezirksschule und des Progymnasiums Balsthal mit dem Lied «Là-haut sur la montagne», was an das Liedgut vergangener Zeiten erinnerte. Den Chor dirigierte Martin Wüthrich.

Den Anforderungen anpassen

Gesamtschulleiterin Monika Wedermann zeigte sich bei ihrer Begrüssung überzeugt, dass alle Anwesenden irgendwie mit der Bezirksschule verbunden sein mussten. Sie versicherte, dass sich die Verantwortlichen auch in Zukunft für eine leistungsstarke Schule einsetzen werden. Die Schule werde sich weiterhin durch innere, menschliche Werte auszeichnen. Der Schülerchor verabschiedete sich mit dem Mundartsong «Titelgschicht» von «Subzonic».

Willy Hafner, Gemeindepräsident von Balsthal, erklärte, dass sich am äusseren Erscheinungsbild des Schulhauses 96 Jahre lang wenig verändert habe, bis vor vier Jahren das Foyer und die Sporthalle angebaut wurden. Dieser Anbau habe, zusammen mit dem Kultursaal, viel zusätzliches Leben rund ums Bezirksschulhaus gebracht. «Wir erleben heute einen grossen gesellschaftlichen Wandel», sagte Hafner. «Oder kennen Sie vielleicht einen Mechaniker, der heute noch die meiste Zeit am Schraubstock steht?» Damit sprach er die Anforderungen an eine moderne Schule an. Er betonte auch die Wichtigkeit einer Anpassung der Schulhäuser an die heuten Bedürfnisse.

Die Reform soll fit machen

Regierungsrat und Bildungsdirektor Klaus Fischer war beeindruckt vom Können und der Disziplin der jugendlichen Sänger. In seiner Ansprache erläuterte er vor allem die Beweggründe für die Reform der Sekundarstufe 1 im Kanton Solothurn. Nach einem einheitlichen Übertritt von der Primarschule in die neue Sekundarstufe nach der sechsten Klasse gebe es drei durchlässige Sekundarschultypen: Sek. B (Basisanforderungen), Sek. E (Erweiterte Anforderungen) und Sek. P (Progymnasium). Ein wichtiges Anliegen der Reform sei unter anderem die Verbesserung der Berufsorientierung in der 7. bis 9. Klasse. «Die Reform soll unsere Schüler fit für das Leben machen», sagte Fischer. Er gratulierte der Schule, und damit allen Lehrpersonen, welche in all den Jahren leistungsorientiert und zeitgemäss unterrichtet hätten.

Thomas Jeker, Schulhausleiter der Bezirksschule, lud am Schluss des offiziellen Teils zu einem Schulhausrundgang, verbunden mit einem Apéro, ein. Beim Begehen der verschiedenen Räume wurden viele Erinnerungen wach, gute und schlechte. Willy Hafner hatte in seiner Rede das Schulhaus selber zu Worte kommen lassen. An seiner Geburtstagsfeier von Samstag hätte es wohl gesagt: «Schade, dass mich so wenig ehemalige Bezirksschüler mit einem Besuch erfreut haben!»

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