Mit seiner Art vermag er manche gespannte Situation blitzartig aufzuheitern.

Das Resultat seiner Wahl am Mittwochmorgen – 92 von 96 Stimmen – zeigte den Kredit, den ihm alle politischen Lager einräumen. Und seine Präsidentenfeier am Abend in der Mehrzweckhalle Rickenbach zeigte, dass sich die Kantonsratsmitglieder von links bis rechts auf seinen unkonventionellen Stil freuen.

«Er steht für Bel-Art – schöne Kunst»

Stolz auf die Zusammenkunft der ganzen politischen Führungsriege des Kantons im kleinen Dorf Rickenbach (900 Einwohner) zeigte sich Gemeindepräsident Dieter Leu. Claude Belart sei prädestiniert zum Leiten: Er werde Bel-Art (schöne Kunst) machen.

«Höchster Solothurner zu sein, ist Würde und Bürde», sprach der abtretende Kantonsratspräsident Hans Abt (CVP, Dornach) aus Erfahrung. Die Bürde sei leichter zu tragen dank der vielen schönen Begegnungen. Besonders gefreut habe ihn bei den von ihm besuchten Anlässen die landauf, landab geleistete Freiwilligenarbeit – «unbezahlt und unbezahlbar».

Der rechte Mann zur rechten Zeit

Walter Straumann, Landammann 2010, fand, im zu Ende gehenden «Zwischenjahr» sei die Republik Solothurn zünftig vorwärtsgekommen. Den «alten» wie den neuen Kantonsratspräsidenten würdigte Straumann liebevoll-schelmisch.

Hans Abt habe mit der ihm eigenen Gründlichkeit und Bescheidenheit jede Gelegenheit genutzt, den Kanton zu vertreten – «er gab der Politik ein neues Gesicht». Claude Belart sei «als Architekt der rechte Mann zur rechten Zeit». Mit Belart verbinde ihn eine Seelenverwandtschaft – sind doch beide im Sternzeichen Stier geboren und haben am gleichen Tag Geburtstag.

«Schnörkellos und gradlinig»

Die launigen Worte der Fraktionspräsidenten Yves Derendinger (FDP), Roland Heim (CVP/EVP/glp), Markus Schneider (SP), Herbert Wüthrich (SVP) und Barbara Wyss (Grüne) förderten weitere Aspekte von Belarts Persönlichkeit zutage wie Tennis und Golf spielen, Pfeife rauchen, Kreuzworträtsel lösen, Gebäude schätzen ... «Bleibe schnörkellos und gradlinig», wünschte sich Markus Schneider und erhofft sich fürs nächste Jahr «nicht Art déco, sondern Bel-Art».

Von allen Fraktionen erhielt der neue Präsident Geschenke, darunter einen Gutschein und ein Gerät für Kopfmassagen ... Die heitere Grundstimmung der Feier prägten die musikalische Kabaretteinlage vom «Schattegibeleggtäli» mit Martin und Gitte Deubelbeiss (Erlinsbach), die mitreissenden Songs des Musicalchors der Kantonsschule Olten mit Ueli Trautweiler, der Gemischte Chor Murgenthal und zu Beginn ein Schülerchor der gastgebenden Gemeinde Rickenbach.

Durch den Abend führte als Moderator Fabian Aebi (Präsident Gewerbe Olten), für das leibliche Wohl sorgte Peter Oesch («Goldener Ochsen», Olten) mit dem Service der Männer- und der Frauenriege des TV Rickenbach, und für den reibungslosen Ablauf sorgte das OK unter Leitung von Gemeindevizepräsident Pius Müller.