Todesfall

Ehemaliger Krokus Schlagzeuger liegt tot unter einer Brücke in Trimbach

Daniel Crivelli (links) wurde am Mittwoch unter einer Brücke in Trimbach tot aufgefunden.

Daniel Crivelli (links) wurde am Mittwoch unter einer Brücke in Trimbach tot aufgefunden.

Der ehemalige Schlagzeuger der Schweizer Hardrockband Krokus, Daniel Crivelli, ist tot. Der Solothurner starb im Alter von 53 Jahren. Er war am vergangenen Mittwoch leblos unter einer Brücke in Trimbach SO aufgefunden worden.

Eine Sprecherin der Solothurner Kantonspolizei bestätigte am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda einen Bericht der Zeitung «Blick», wonach eine Person leblos unter der Aarebrücke in Trimbach gefunden worden sei.

Crivelli sei durch «einen tragischen Unfall jäh aus unserer Mitte gerissen worden», heisst es in seiner Todesanzeige.

Crivelli war von 1987 bis 1989 Schlagzeuger der Hardrockband Krokus gewesen. Er zeichnete mit der Band das 1988 erschienene Album «Heart Attack» auf und ging mit Krokus im gleichen Jahr auf eine US-Tour, wie es auf der offiziellen Website der Krokus heisst. Auf dieser traten sie zusammen mit Iron Maiden vor rund 50'000 Fans im legendären Dome in New Orleans auf. Nach der Rückkehr aus den USA begannen die Probleme und Crivelli konzentrierte sich auf seine Solokarierre.

«Riesenverlust»

«Ich kann es nicht glauben, dass er nicht mehr hier ist», erklärt Krokus-Sänger Marc Storace (61) mit schwerer Stimme gegenüber der Zeitung «Blick». Bassist Chris von Rohr spricht von einem «Riesenverlust.» Der Tod zeige einmal mehr «wie launisch und ungerecht» das Leben sein könne. «Trotzdem sind wir in all den Jahren Freunde geblieben», sagt Chris von Rohr. «Mir gefiel seine unverbogene, fadengerade und trotzdem sehr sensible Art.»

Vor der Fertigstellung der aktuellen Hit-CD «Dirty Dynamite» spielte von Rohr seinem früheren Schlagzeuger die neuen Songs vor. «Seine Meinung war mir immer wichtig, weil sie kritisch, präzise und nicht schönfärberisch war» erinnert sich von Rohr.

10 Tage vor Crivellis Tod hatte von Rohr noch Kontakt zu ihm. So brachte er die Biographie von Led Zeppelin vorbei und eine Pink-Panther-DVD. «Er war ein grosser Fan von Schauspieler Peter Sellers.» erzählt Chris von Rohr über seine letzte Begegung mit seinem Ex-Schlagzeuger.

Kein Fremdverschulden

Daniel Crivelli sei, laut seinem Umfeld, in den letzten Jahren psychisch etwas angeschlagen gewesen, schreibt der «Blick». Weshalb er sich am letzten Mittwoch auf der Aare-Brücke in Trimbach aufgehalten hat, wisse niemand. Marc Storace vermutet, dass er «wohl gestolpert und dann heruntergefallen» sei.

Es ist sehr traurig, aber so ist leider das Leben. Wir sind in einem Alter, in dem man immer mehr Freunde und Gleichgesinnte verliert», so der Sänger.

Crivelli hinterlässt weder Frau noch Kinder. «Wir werden ihn noch lange in guter Erinnerung behalten», sagt Chris von Rohr. (sda/mru)

Meistgesehen

Artboard 1