Bellach
Dreifachturnhalle kostet 700'000 Franken mehr als geplant

Der Bau der Dreifachturnhalle im Kaselfeld wird teurer als geplant. Die Gemeinde Bellach muss 700 000 Franken mehr für den Bau einrechnen. Die Bellacher werden am 7. Juni über den Nachtragskredit befinden.

Ralph Möll
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Weil das Grundwasser im Bereich hinter der Aula zu hoch steht, wird die geplante Turnhalle teurer. Urs Lindt

Weil das Grundwasser im Bereich hinter der Aula zu hoch steht, wird die geplante Turnhalle teurer. Urs Lindt

Solothurner Zeitung

«Wir standen vor der Wahl, 5,3 Millionen in den alten ‹Grümpel› zu stecken, oder für 7,8 Millionen eine neue Turnhalle zu bauen. Aber nun reicht dieser Betrag nicht aus. Und das nervt mich gewaltig.» Fritz Lehmann (SVP) fasste mit seinem Votum das in Worte, was wohl das Gros im Gemeinderat Bellach dachte. Was sich seit geraumer Zeit abgezeichnet hat, ist nun nämlich zur Tatsache geworden: Der Bau der Dreifachturnhalle Kaselfeld wird teurer als veranschlagt (wir berichteten).

Die Gemeindeversammlung muss deshalb am 7. Juni über einen Nachtragskredit von 700000 Franken befinden. So viel kosten die Massnahmen, welche aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse nötig werden. Ursprünglich hatte die Bevölkerung einen Kredit von 7,8 Mio. Franken genehmigt. Zwar mit wenig Begeisterung, aber im Wissen darum, dass eine Ablehnung dieses Kredits das Aus für das Projekt bedeuten würde, fiel das Votum des Rates mit 11:0 Stimmen bei einer Enthaltung dennoch deutlich aus.

Aus Möglichkeit wurde Tatsache

Bei der Ausarbeitung des ursprünglichen Budgets war, neben einigen marginalen Punkten, explizit auf die Berücksichtigung möglicher Probleme mit dem Baugrund verzichtet worden. «Das war bekannt», erklärte Gemeindepräsident Anton Probst (FDP). Aus «möglichen» sind nun «tatsächliche» Probleme geworden. Das Grundwasser steht im für die Turnhalle vorgesehenen Gebiet nämlich für alle beteiligten Experten überraschend hoch. Umso erstaunlicher ist dieser Umstand, da die südlich angrenzende auf völlig trockenem Grund steht.

Die dadurch nötigen Massnahmen verteuern den Bau nun um diese 700000 Franken. Architekt Christian Gut bezeichnete die Kostenüberschreitung zwar als «unangenehm», zeigte dem Rat aber auf, dass es im Prinzip keine Alternative gibt: «Dieser Kredit ist für den schlimmsten Fall ausgelegt. Bei optimalem Verlauf sind noch Einsparungen von maximal 150000 Franken möglich.» Auch ein Projektabbruch wäre sehr teuer, erklärte Christian Gut. «300000 Franken», antwortete er auf Nachfrage Roland Stadlers (FDP).

«Es ist ein gutes Projekt»

Dem Vorschlag Fritz Lehmanns, die Halle anstelle der heute bestehenden zwei kleinen Turnhallen zu bauen, brandete eine Flut an Argumenten entgegen. So entständen einerseits logistische Probleme für den Schulbetrieb. Anderseits beanspruchte die neue Halle aufgrund ihrer Dimensionen einen grossen Teil des heutigen Pausenplatzes. Auch Erschliessung und städtebauliche Aspekte sprechen gegen diese Variante. Und ausserdem befindet sich die Heizung für die Schule unter der einen Turnhalle...

Jörg Bärtschi (FDP) beschäftigen die Zusatzkosten. Er ist aber überzeugt, dass «dies das beste Projekt für die Gemeinde ist». Parteikollege Beat Späti bekannte, in den 24 Stunden vor der Sitzung seine Meinung geändert zu haben. «Am Montag war ich noch der Meinung, dass man abbrechen und ein neues Projekt initiieren solle.» Im Sinne des Projekts und einer Wertschätzung der bisher geleisteten Arbeit habe aber ein Umdenken stattgefunden: «Obwohl mir weder Energiestandard noch Materialisierung gefallen, ist es ein gutes Projekt.»

Felix Glatz (SP und Grüne) hätte der Gemeindeversammlung neben dem Nachtragskredit gerne auch noch einen «Plan B» präsentiert, stiess mit diesem Ansinnen aber auf massierten Widerstand. «Einen Plan B hatten wir», entgegnete Anton Probst. «Das wäre die Investition von 5,3 Mio. Franken in die alten Hallen gewesen.» Für diese Variante habe aber im Gemeinderat niemand gestimmt. «Und einen neuen Plan kann ich nicht einfach herbeizaubern.»

Keine Alternative

Roland Stadler betrachtete es nüchtern: «Das Projekt abzubrechen, ist keine Variante. Und mit den 7,8 Millionen kommen wir nirgends hin.» Also bleibe nichts anderes übrig, als der Bevölkerung den Nachtragskredit zu beantragen. Und auch Fritz Lehmann fand: «Einen Plan B haben wir wirklich nicht. Da müssen wir jetzt durch.»