Auszeichnung
Dieser Mann erhält die höchste Ehre vom französischen Staat

Peter Schneider aus Ammannsegg wurde als Chevalier in die Legion d’honneur aufgenommen.Die Auszeichnung bekommt er für seine Tätigkeit als Dozent im Marshall Center im deutschen Garmisch-Partenkirchen.

Andreas Toggweiler
Merken
Drucken
Teilen
Peter Schneider (rechts) mit Botschafter Alain Catta.

Peter Schneider (rechts) mit Botschafter Alain Catta.

Solothurner Zeitung

Am Donnerstag abend war für Peter Schneider aus Lohn-Ammannsegg ein grosser Moment. Der französische Botschafter in der Schweiz, Alain Catta, heftete ihm den Orden «Chevalier de la Légion d’Honneur (Ch. LH)» an die linke Brust. Es ist zwar die rangunterste Auszeichnung innerhalb Ehrenlegion, aber allein die Aufnahme in die LH ist die höchste Auszeichnung, die der französische Staat überhaupt zu vergeben hat. Peter Schneider reiht sich somit ein in eine Reihe von illustren Namen, welche in den letzten Jahren die Chevalier-Auszeichnung erhielten: z. B. Ingrid Betancourt, Michael Schumacher oder Ernesto Bertarelli.

«Die Auszeichnung freut mich ausserordentlich. Sie kommt aber für mich völlig überraschend», sagt Peter Schneider, der mit seiner Frau Therese seit seiner Pensionierung wieder in Ammannsegg lebt. Erst jetzt, wo er nicht mehr in Staatsdiensten ist, durfte er die Auszeichnung eines fremden Landes überhaupt entgegennehmen. Er tat dies im feierlichen Rahmen in der Residenz des Botschafters an der Sulgeneckstrasse in Bern. Die Auszeichnung bekommt er für seine Tätigkeit als Dozent im Marshall Center in Garmisch-Partenkirchen (D).

Sicherheitspoltik näher gebracht

Als stellvertretender Direktor des Hauptkurses und Mitglied der Fakultät dieses europäischen Zentrums für Sicherheitspolitische Studien hat er vielen militärischen und zivilen Kursabsolventen aus den früheren Ostblockstaaten die europäische und schweizerische Sicherheitspolitik näher gebracht. «Im durch die amerikanischen Geldgeber dominierten Umfeld haben ich und mein französischer Kollege Kontrapunkte setzen können», meint Schneider. Will heissen: Er konnte den Teilnehmern vermitteln, dass es auch noch eine andere als die amerikanische Sicht von Sicherheitspolitik gibt und den zugehörigen «american way», Konflikte zu lösen.

Sein dortiger Dozentenkollege, ein französischer Viersterne-General, habe ihn wohl bei den zuständigen Behörden in Frankreich als Kandidat für die Auszeichnung vorgeschlagen, berichtet Schneider weiter. Seine Tätigkeit am Marshall Center hat er zwar 2009 aufgegeben. Er hält aber immer noch Vorlesungen an der Nato-Schule in Oberammergau.

Instruktoren-Karriere ab 1990

Schneiders Militärinstruktoren-Karriere hat 1990 angefangen. Zuvor war er in der Wirtschaft tätig, für Sulzer Diesel und als Chef eines mittelständischen industriellen Unternehmens im Kanton Zug. In der Armee war er unter anderem an der UNO-Mission in der Westsahara 1991/92 beteiligt und wurde 1997 Stellvertreter des Chefs Operative Schulung.

Auf internationalem Parkett hat er für die «Partnership for Peace» (PfP, Zusammenarbeit des Nordatlantikpakts mit den Transformationsländern) eine Reihe von Stabsübungen (z. B. für Krisenmanagment) entworfen und zum Teil auch als Leiter durchgeführt.