Langendorf
Dieser junge Langendörfer fotografiert Top-Models

Ein Modefotograf wie Peter Lindbergh werden: Dieses Ziel verfolgt der junge Langendörfer Pete Dominkovits. Doch er verliert trotz allem Glamour die Bodenhaftung nicht.

Fränzi Rütti-Saner
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Solothurner Zeitung

Welcher junge Mensch träumt nicht davon, sich eines Tages auf roten Teppichen und tollen Hotels in Weltstädten zu bewegen, von Prominenten beachtet, mit ihnen befreundet zu sein und mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Pete Cameron Dominkovits aus Langendorf bewegt sich in dieser Welt. Ob in Berlin an der Mercedes Fashion Week oder an der Fashion Week in New York als Fotograf von Top-Models. Doch der 23-Jährige hat deshalb noch lange nicht die «Bodenhaftung» verloren. Im Gegenteil: «Ich stelle mich nicht gerne in den Vordergrund. Mich interessieren die Menschen und nicht das Geld», sagt der amerikanisch-schweizerische Doppelbürger. 1988 kam Pete Dominkovits als Sohn eines Schweizers in San Francisco zur Welt. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er in den USA, die Schul- und Ausbildungszeit dann aber in der Schweiz – in Langendorf. Dominkovits lernte zunächst Polymechaniker, doch nach dem ersten Lehrjahr war ihm klar, dass dieser Beruf nicht seine Zukunft war. «Mir fehlte die Kreativität. Doch ich habe die Lehre durchgezogen, mich die ganze Zeit aber mehr und mehr fürs Fotografieren interessiert», erzählt er. Schon sein Vater habe fotografiert, und rasch sei er auf diesem Gebiet zum Fachmann geworden. «Ich habe mir alles selbst beigebracht, einfach alles Mögliche fotografiert und ausprobiert.» Nach der Lehre habe er einen Fotokurs an der Schule für Gestaltung in Bern absolviert. Dass ihm hier nicht das Erhoffte vermittelt werden konnte, erkannte er rasch. Doch klar wurde: «Das Fotografieren ist meine Welt.»

Pete Dominkovits wurde von einem Berufs-Fotografen gefördert und konnte ihn zu Modeaufnahmen begleiten. «So hat alles seinen Anfang genommen», erzählt der junge Mann. Diesen Frühling lebte und arbeitete er dann für fünf Wochen in New York, und jetzt habe er beschlossen, künftig seinen Wohnsitz dorthin zu verlegen. «Es ist hart, in New York voranzukommen, das ist mir bewusst. Doch hier findet man rascher die richtigen Kontakte. Die Energie der Stadt ist ungemein hoch. Das ist faszinierend.» Schon bei seiner Ankunft sei er am Flughafen von Leuten angesprochen worden, die an seiner Arbeit interessiert waren.

Er werde entweder direkt von Modellagenturen, von Designern oder von Fotoagenturen beauftragt, beschreibt Dominkovits seinen beruflichen Alltag. Doch bei all dem Rummel auf den Catwalks und den Modeateliers hebt er hervor. «Ich möchte bei meiner Arbeit immer den Menschen in den Vordergrund stellen.» Models sieht der junge Mann nicht als blosse «Kleiderständer» an. «Die beste Arbeit entsteht dann, wenn man sich näher kennen lernt. Ich möchte die Menschen in ihrer natürlichen Schönheit zeigen, nicht ‹zugeschmiert› mit Make-up.» Natürliche Schönheit auf einem Bild zu transportieren, sei viel schwieriger, meint er. Als grosses Vorbild nennt Dominkovits Peter Lindbergh. Dessen Schwarz-Weiss-Fotos sind von grosser Ästhetik, zeigen aber auch emotionalen Tiefgang. «Lindbergh kombiniert die natürliche Schönheit. Er fotografiert wahrheitsgemäss.» Natürlich schaue man sich die Arbeiten von Kollegen an, doch das Wichtigste sei, einen eigenen Stil zu finden und nicht stehen bleiben und sich ständig weiterzuentwickeln. «Ich arbeite gerne mit Unschärfen und Models, die in Bewegung sind. Selten setze ich Blitz ein. Die Bilder sollen Tiefe haben, und beim Retuschieren bin ich äusserst zurückhaltend», sagt Dominkovits über seine Arbeit.

Nach den hektischen vergangenen Wochen hat sich der junge Fotograf einem neuen Projekt verschrieben. «Ich werde in Kürze nach Burma, Laos und Kambodscha reisen und dort das einfache Leben kennen lernen und auch fotografisch dokumentieren.» Er suche diesen Lebens-Kontrast jetzt ganz bewusst. «Ich bewundere diese Bevölkerung, die in einfachsten Verhältnissen lebt und damit zufrieden ist. Fotos von Menschen möchte ich machen und damit auch zeigen, wie hart das Leben dort ist.» Vorerst habe er nur einen Hinflug gebucht. Er wolle sich überraschen lassen, überzeugt davon, dass ihn diese Reise auch persönlich bereichern und weiterbringen wird. Und nach der Rückkehr dann seine Fotos der Öffentlichkeit präsentieren.

www.dominkovits.ch

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