Aeschi
Die Waldputzete förderte weniger Müll zu Tage als erwartet

Die Bürgergemeinde Aeschi hat auf den Aufruf des Bürgergemeinde- und Waldeigentümer-Verbandes Solothurn zum kantonalen Waldputztag eine Waldputzete organisiert. Das Resultat ist erfreulich: Die Abfallmenge liegt unter den Erwartungen.

Agnes Portmann-Leupi
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Die Waldputzet wird zum Naturerlebnis und macht sichtlich Spass.

Die Waldputzet wird zum Naturerlebnis und macht sichtlich Spass.

Hanspeter Bärtschi

Blau leuchtet der Himmel durch die Baumkronen beim Waldhaus in Aeschi. Die Morgenluft ist sauber und rein. Bald wird dies auch der Aescher Waldboden sein. Rund 40 Personen ehmen um 9 Uhr im entsprechenden «Waldputzete-Look» die Anweisungen von Geri Stampfli, Vizepräsident der Bürgergemeinde entgegen, nicht ohne sich vorher mit Kaffee und Gipfeli die letzte Müdigkeit zu vertreiben. Mit Traktoren und Wagen – vorerst beladen mit lachenden Kindern und Erwachsenen – verschwinden die einzelnen Gruppen in verschiedene Richtungen: in den Gemeindewald, den Eischberg und den Erlenschachen. Schlimm scheint die Suche nach Abfall nicht zu sein. Anja und Céline jedenfalls singen «Ti Amo». Trotz der gestrigen Geburtstagsparty seien sie extra um 6 Uhr aufgestanden, erzählen sie.

Thomas Jäggi, Präsident der Bürgergemeinde Aeschi, informiert: «Der Anlass soll auf das Problem Abfall aufmerksam machen und die Leute sensibilisieren, den Wald nicht als Abfallgrube zu gebrauchen. Gleichzeitig ist er aber auch als Naturerlebnis gedacht.» Ein kommendes Erlebnis kündet sich sichtlich durch die brennenden Holzscheiter in der Grillstelle an.

Auch Lehrpersonen machen mit

Aktiv ging die Bürgergemeinde im Vorfeld auf die Schulen zu. Spontan nahmen die Lehrpersonen vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse das Thema in ihren Unterricht auf. Viele farbenprächtige, beeindruckende Zeichnungen geben die behandelte Geschichte «Das Städtchen drumherum» wieder. Sie erzählt von einer kleinen Stadt, nahe am Wald gelegen. Die Kinder spielen und die Tiere leben friedlich darin. «Der Wald muss weg», ordnet der Bürgermeister plötzlich an, der die Stadt vergrössern will. Die Kinder sind wütend, die Tiere traurig. Dank der Fee «Hullewulle» kommt der Bürgermeister zur Einsicht und stoppt die Baumaschinen. Was der Wald den Äscher Kindern bedeutet, zeigt ein Videofilm im Waldhaus. «Verstecken spielen, Klettern, Bräteln, Hütten bauen, Tiere beobachten, Schatten geniessen», zählen sie auf.

Abfallmenge unter den Erwartungen

Gegen elf Uhr kehren die Abfallsammler und die Traktoren mit Wagen ins Waldhaus zurück. Voll beladen sind diese nicht, die Kinder haben noch zur Genüge Platz darauf. «Kugelschreiber, Töffsattel, Blech», zählt der kleine Nik seinen Fund auf, findet aber im Gegenzug, dass er die grosse Plastikscheibe selber gut gebrauchen könnte. Auf den Wagen liegen ein Pneu, Welleternit, ein Kotflügel, eine Stossstange, Grillgitter, eine Pfanne. In den Papiersäcken hat es vorwiegend Papierchen, Petflaschen, Blechdosen.

Die Abfallmenge liegt unter den Erwartungen. Das Fazit der Organisatoren ist einhellig: «Unser Wald ist ziemlich sauber.» Die Natur werde von den Äschern respektvoll behandelt. Gebührend geniessen die «Waldputzer» zum Ausklang diese Natur, das Zusammensein und natürlich die Würste.