Feuerbrand

Die Wärme heizte dem Feuerbrand ein

Fällen und verbrennen – so lässt sich die Ausbreitung verhindern. marcel zulauf Fällen und verbrennen – so lässt sich die Ausbreitung verhindern,

Fällen und verbrennen – so lässt sich die Ausbreitung verhindern. marcel zulauf Fällen und verbrennen – so lässt sich die Ausbreitung verhindern,

Dieses Jahr wurden wieder mehr Fälle von Feuerbrand registriert. Etziken ist dabei besonders betroffen. Ansonsten ist die Situation im Kanton - im Vergleich zu anderen Kantonen - positiv.

Nach zwei recht ruhigen Jahren tritt der Feuerbrand im Kanton Solothurn wieder verstärkt auf. Grund dafür sind in den letzten Jahren nicht entdeckte Pflanzen und das warme Wetter während der Blütezeit der Obstbäume. Der Erreger konnte sich deswegen besonders gut verbreiten.

Dramatisch ist die Situation hier aber nicht: Verbreitet hat sich das Bakterium praktisch nur in einer Gemeinde: in Etziken. «Hätte man das Einzelgebiet Etziken nicht, wäre die Situation im Kanton auch in diesem Jahr positiv», sagt Philipp Gut vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Wallierhof. Zwischen 20 und 30 Pflanzen sind in der Wasserämter Gemeinde befallen. Es betrifft vor allem Quittenbäume in mehreren privaten Gärten. Neben Etziken finden sich nur einzelne befallene Obstbäume in Lostorf, Subingen und Metzerlen-Mariastein. Auch im Vergleich mit anderen Kantonen sind die Solothurner Zahlen gering: Im Aargau sind mehr als zehnmal so viele Bäume betroffen, im Kanton Luzern geht es um Hunderte Bäume in Obstkulturen.

Unentdeckte Pflanze als Überträger

Dass Etziken besonders betroffen ist, führt Gut mit grosser Wahrscheinlichkeit auf eine kranke Pflanze zurück, die über Jahre nicht entdeckt worden ist. Das Bakterium verbreitet sich nämlich vor allem bei feucht-warmem Wetter in der Blütezeit. Während in den Vorjahren die Bedingungen schlecht waren und die Weiterverbreitung dadurch behindert worden ist, war es heuer während der Blütezeit der Quitten warm. So konnte sich das Bakterium auf andere Bäume übertragen.

Um den Befall weiterer Bäume zu verhindern oder zumindest einzudämmen, müssen kranke Pflanzen auch im Kanton Solothurn gerodet werden. Das ist für die Besitzer nicht immer ganz einfach und sorgt für Diskussionen. «Die Leute hängen halt an ihren Bäumen. Das ist verständlich», erklärt Gut. Um eine geografisch grössere Ausbreitung zu verhindern, sei die Rodung aber nun einmal der einzige Weg. Schliesslich kann eine solche sogar per Gesetz erzwungen werden. Eine Entschädigung gibt es für die Betroffenen nicht.

Keine Probleme beim Honig

Zur Vorbeugung gegen den Feuerbrand-Befall gibt es die Möglichkeit, das Antibiotikum Streptomycin zu spritzen. Der Einsatz ist aber an hohe Auflagen und klare Richtlinien gebunden – und kann erhebliche Nachteile haben: Im Kanton Thurgau mussten dieses Jahr 7,5 Tonnen Honig vernichtet werden, weil darin Rückstände des Antibiotikums festgestellt wurden. Im Kanton Solothurn besteht diese Gefahr nicht, wie Philipp Gut erklärt. Denn hier wurde gar kein Streptomycin gespritzt. Vier oder fünf Obstbauern wären dieses Jahr zwar berechtigt gewesen, sie haben aber in Absprache mit dem Wallierhof auf den sehr aufwändigen Antibiotika-Einsatz verzichtet.

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