Parteitag der SP
Die Sozialdemokraten bejubeln ihr Wahlresultat frenetisch

Die kantonale SP war gestern Abend in Solothurn in Festlaune. Ob sie im zweiten Ständerats-Wahlgang eine Empfehlung für einen Bürgerlichen abgibt, bleibt offen.

Stefan Frech
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Philipp Hadorn, links, wurde neu in den Nationalrat gewählt
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Auch Roberto Zanetti ist da
Zanetti begrüsst seine Parteikollegen
Roberto Zanetti und Philip Hadorn
Auch Philip Hadorn wird gefeiert
Bea Heim am SP-Parteitag
Parteitag der SP Kanton Solothurn
Die SP Kanton Solothurn feiert den Wahlerfolg
SP Präsidentin Evelyn Borer in Siegerpose
Wahlkampfleiter Niklaus Wepfer «Die SP ist wieder erwacht. Sie ist bei den Leuten und spricht eine verständliche Sprache, sie hat gelernt, richtig zu kämpfen –deshalb hat sie wieder Erfolg.»
Ständerat Roberto Zanetti hält vor dem Parteitag eine Rede
Ehrung Alt Regierungsrat Rudolf Bachmann und sein ehemaliger SP-Regierungskollege Gottfried Wyss wurden vom Parteitag anlässlich ihres 90. Geburtstags geehrt.
Geschenke an die Gewählten

Philipp Hadorn, links, wurde neu in den Nationalrat gewählt

Hansjörg Sahli

Überall in der Säulenhalle im Landhaus Solothurn waren fröhliche Gesichter zu sehen. Kein Vergleich zum Parteitag vor vier Jahren, als die SP 6 Prozent verloren hatte. Die ins Bundesparlament gewählten Sozialdemokraten Roberto Zanetti, Bea Heim und Philipp Hadorn wurden unter grossem Applaus und lauten Jubelrufen empfangen. Sie schüttelten emsig Hände – 91 um genau zu sein.

Es waren die gleichen 91 Parteimitglieder, die Minuten später auf Antrag der SP-Geschäftsleitung den einzigen Beschluss an diesem Abend fällten: Die Geschäftsleitung erhält die Kompetenz, an ihrer Sitzung vom 7. November zu entscheiden, ob die SP Kanton Solothurn für den zweiten Ständerats-Wahlgang Stimmfreigabe beschliesst oder eine Wahlempfehlung abgibt –und falls ja, für welchen bürgerlichen Kandidaten.

Entscheidung erst am 7. November

«Es ist zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht klar, welche Parteien zum zweiten Wahlgang antreten – und mit welchen Kandidaten», begründete SP-Kantonalpräsidentin Evelyn Borer den Antrag der Geschäftsleitung. Die von ihr angebotene Diskussion wurde von den Parteimitgliedern nicht genutzt. Sie beschlossen einstimmig, dass die Geschäftsleitung über eine Wahlempfehlung entscheiden soll.

Die SP kann sich ruhig zurücklehnen, hat sie doch mit Roberto Zanetti ihren Ständeratssitz bereits im Trockenen. Umso fröhlicher konnten sich die Sozialdemokraten gestern dem Feiern ihres Wahlerfolgs widmen: Ein Ständeratssitz und ein Nationalratssitz konnten verteidigt und der zweite Nationalratssitz von den Grünen zurückerobert werden. «Wir sind die Besten», sagte Präsidentin Borer. «Das war ein wunderbarer erfolgreicher Tag für die Sozialdemokratie im Kanton Solothurn.»

«Alles andere als Selbstverständlich»

Der mit grossem Applaus gefeierte Wahlkampfleiter Niklaus Wepfer doppelte nach: «Die SP ist wieder erwacht. Sie ist bei den Leuten und spricht eine verständliche Sprache, sie hat gelernt, richtig zu kämpfen –deshalb hat sie wieder Erfolg.» Dass SP-Ständerat Roberto Zanetti die Wiederwahl bereits im ersten Wahlgang geschafft hat, habe man bei dieser «hochkarätigen Konkurrenz» nicht unbedingt erwarten dürfen. «Es ist alles andere als selbstverständlich – für einen Linken speziell.»

Dass die SP bei den Nationalratswahlen zusammen mit der Juso 1,2 Prozent Wähleranteile verloren hat, ging am Parteitag vor lauter Jubel über die Sitzgewinne beinahe unter. «Im Vergleich zu den anderen grossen Parteien hielten sich unsere Verluste in Grenzen», begründete Wepfer. Deutlich ernstere Worte fand Nationalrätin Bea Heim: «Wir haben Wähleranteile verloren. Ehrlichkeit gehört auch zu einem solchen Abend.» Aber eben: Die Freude über zwei verteidigte Sitze und den gewonnenen Nationalratssitz überwogen auch bei ihr.

Lob von alt Regierungsräten

Lob für das Wahlresultat erhielt die SP auch von zwei 90-jährigen Genossen: «Nach Durstjahren wurde gut gearbeitet. Das hat sich jetzt ausbezahlt», sagte alt Regierungsrat Rudolf Bachmann. Er und sein ehemaliger SP-Regierungskollege Gottfried Wyss wurden vom Parteitag anlässlich ihres 90. Geburtstags geehrt.

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