«In den nächsten zehn Jahren wird sich das Wohnen im Alter stark verändern», meinte Präsident Urs Hufschmid. Der Vorstand würde sich deshalb schwergewichtig dem Thema «Alter in der Zukunft» widmen. Hufschmid will die Qualität der Heime sichtbar machen und strebt deshalb Qualitätslabel an. Wer eine nachhaltige Sicherung des Fachpersonals befürworte, müsse auch in die Fachausbildung investieren. Er forderte aber auch eine Harmonisierung der Pflegefinanzierung in der ganzen Schweiz.

«Wir werden neue Pflege- und Wohnformen der älteren Leute schaffen», ist Hufschmid überzeugt. Als ersten Schritt beantragte er der Generalversammlung, private Tages- und Nachtstätten für Senioren in seinem Verein aufzunehmen, allerdings ohne Stimmrecht. Bei einer Kooperation könne er sich Synergien beim Mahlzeitendienst, beim Transportservice oder bei der Administration vorstellen. Die Versammlung genehmigte den Antrag diskussionslos.

Qualität kostet Geld

Hufschmid will 2011 diverse Veranstaltungen organisieren und dazu die Politiker und die Behörden einladen. Gleichzeitig möchte er die Medien mit diesen Themen konfrontieren. «Man muss über die Zukunft der Senioren laut nachdenken», ist der Präsident überzeugt. Öffentlichkeitsarbeit sei dringend gefordert. Hufschmid ist insofern in einer komfortablen Lage, als er mit einem aktiven siebenköpfigen Vorstand arbeiten kann und keine Rücktritte hinnehmen muss. Für das 20-jährige Bestehen des Vereins soll aber auch der gemütliche Teil nicht zu kurz kommen.

Die Gemeinschaft Solothurnischer Alters- und Pflegeheime (GSA) ist auch an der Tariffront tätig. Der Kanton Solothurn unterscheidet 12 Tarifstufen, die je nach Patientenaufwand bestimmt werden. Auch hier soll eine Harmonisierung angestrebt werden, um kantonsübergreifende Leistungen sauber zu verrechnen. Hufschmid machte auch auf die Verrechnung von 15 Franken pro Tag und Patient aufmerksam, die für die Rückstellung neuer Investitionen gedacht sind. «Wir müssen den doppelten Betrag anstreben, wollen wir die Qualität der Heime aufrechterhalten.»

Sorgen um «Nachwuchs»

Dank einem positiven Jahresabschluss 2010 und einem Eigenkapital von 89000 Franken muss die GSA
die Mitgliederbeiträge nicht erhöhen. Die 52 Heime bezahlen 33 Franken pro Bett, wobei davon ein Drittel an den Verband Heime und Institutionen Schweiz Curaviva bezahlt werden.

Markus Leser vom schweizerischen Verband Curaviva äusserte Zweifel, ob die Pflegefinanzierung in unserem Land effizient und kostengünstig sei. Ebenso machte er sich Sorgen um den Nachwuchs des Pflegepersonals. «Sind die Arbeitsplätze in Heimen heute noch attraktiv?», fragte er in die Runde. Er verlangte auch genaue Richtlinien für den Neu- und den Umbau von Heimen, damit Bausünden und Unnötiges verhindert werden. Am Schluss erinnerte er an die Freiwilligen- und Angehörigenarbeit, die bei der gewaltigen Zunahme der Senioren unverzichtbar ist.