Alter
Die Senioren erhalten mehr Hilfe von Pro Senectute

Eine gute Nachricht für Seniorinnen und Senioren: Das Angebot an Beratungen und Kursen im Kanton Solothurn wird erweitert. Grund: Mit dem Sozialgesetz von 2008 hat der Kanton den Auftrag erhalten, eine Koordinationsstelle Alter zu führen.

Stefan Frech
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Die Pro Senectute startet das Projekt Bewegungspatenschaften: Seniorinnen und Senioren werden zum Spazieren abgeholt – dabei lernen sie unter anderem, sich sicher zu bewegen.

Die Pro Senectute startet das Projekt Bewegungspatenschaften: Seniorinnen und Senioren werden zum Spazieren abgeholt – dabei lernen sie unter anderem, sich sicher zu bewegen.

Keystone

Erst jetzt hat der Regierungsrat beschlossen, diese Aufgabe an die Pro Senectute Kanton Solothurn auszulagern. Diese Stiftung verfügt bereits über verschiedene Anlaufstellen im Kanton, berät Senioren und führt Kurse durch. «Dieses Angebot kann jetzt ausgebaut werden», sagt Rose Majidzadeh Rini vom Amt für soziale Sicherheit.

Insgesamt unterstützt der Kanton die Koordinationsstelle (sie ist in die Geschäftsstelle der Pro Senectute integriert) mit 480000 Franken für vier Jahre. Nur 30000 davon stammen aus der ordentlichen Staatsrechnung, der Rest wird über den Lotterie- und Sportfonds finanziert. Dies ist laut Regierungsrat möglich, weil die Pro Senectute eine gemeinnützige Organisation ist.

Die neuen Angebote im Überblick

Was können Senioren, Angehörige und Gemeinden von der neuen Koordinationsstelle konkret erwarten? Die Geschäftsleiterin der Pro Senectute Kanton Solothurn, Ida Waldner-Boos, nennt fünf Beispiele:

Familienkonferenzen: Im Bereich Sozialberatung werden neu im ganzen Kanton so genannte Familienkonferenzen angeboten. Diese werden von der Pro Senectute organisiert, wenn eine ältere Person und ihre Angehörigen vor der Frage stehen, ob der Eintritt in ein Alters- oder Pflegeheim notwendig ist. An den Treffen – es können auch Ärzte oder Spitex-Einsatzleiterinnen teilnehmen – wird beraten, wie die Angehörigen die betagte Person unterstützen können, damit ein Heimeintritt hinausgezögert wird. «Unsere Erfahrungen aus dem Schwarzbubenland mit solchen Familienkonferenzen sind sehr positiv», sagt Waldner-Boos.

Bewegungspatenschaften: In den nächsten Monaten werden von der Pro Senectute Freiwillige geschult, damit sie Seniorinnen und Senioren zu Hause abholen und mit ihnen spazieren oder auch Velo fahren und wandern. «Wir haben bereits mehrere Freiwillige für diese Bewegungspatenschaften, aber noch keine Kunden», sagt Waldner-Boos.

Den sozialen Kontakt fördern

Gemeindetagungen: Die Pro Senectute wird jährlich sechs Gemeinden im Kanton besuchen, wo sie zusammen mit Unternehmen, Gemeindebehörden und Verbänden Beratungen für alle 65-Jährigen anbietet. Die erste dieser Gemeindetagungen soll Anfang 2012 in Selzach stattfinden.

Digitale Medien: Neu wird ein Kurs für den Umgang mit Computern, Automaten, Digitalkameras oder auch Soziale Medien wie Facebook durchgeführt. «Das Ziel ist, den sozialen Kontakt der Seniorinnen und Senioren zu fördern», erklärt Ida Waldner-Boos.

Beratungszeiten: Die Pro-Senectute-Geschäftsstelle wird neu auch am Nachmittag von 14 bis 16 Uhr telefonisch erreichbar sein.