Zuchwil
Die Schule in Zuchwil ist besser als ihr Ruf

Die Schule Zuchwil kann gemäss einer neuen Studie mit guten Resultaten aufwarten - und dies trotz des hohen Ausländeranteils. Probleme machen allerdings die Oberstufenlehrer.

daniel rohrbach
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Im Zelgli funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den Oberstufenlehrern nicht gut

Im Zelgli funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den Oberstufenlehrern nicht gut

Hanspeter Bärtschi

Ein hoher Ausländeranteil, ergo eine schlechte Schule. Ein Urteil, das oft im Zusammenhang mit Zuchwil zu hören ist. Doch ist die wirklich so? Nimmt man die Ergebnisse einer Untersuchung der Fachhochschule Nordwestschweiz, die unlängst über die Zuchwiler Schulen gemacht wurde, entpuppt sich diese Einschätzung als Vorurteil.

So liegen die Schulen in der Einschätzung der Eltern deutlich und in derjenigen der Schüler knapp über dem kantonalen Durchschnitt. Die Untersuchung wurde im Rahmen einer sogenannten Fremdevaluation durchgeführt.

Verbesserungspotenzial im Zelgli

Die Fachhochschule Nordwestschweiz untersucht im Auftrag des kantonalen Bildungsdepartements alle fünf Jahre sämtliche Schulen im Kanton. Neben der Schüler- und Elternbefragung prüfte die Fachhochschule den Unterricht, die Zusammenarbeit, Sitzungsformen, Konzepte und deren Umsetzung; auch interne Abläufe und die Administration wurden unter die Lupe genommen. In der Gesamtdokumentation wird den Zuchwiler Schulen insgesamt ein gutes bis ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt. Insbesondere die Integration werde als vorbildlich taxiert, sagte Schuldirektor Stephan Hug bei der Präsentation des Berichts am Donnerstag im Gemeinderat.

Verbesserungsfähig dagegen sei die Methodik und Didaktik im Unterricht. «Wir dürfen durchaus ein wenig stolz auf unsere Schule sein», sagte Gemeindepräsident Gilbert Ambühl (SP). «Unser Problem ist aber, dass die Güte der Schule von aussen nicht als solche wahrgenommen wird.» Nicht alles rund läuft dagegen mit der Lehrerschaft im Oberstufenzentrum Zelgli. Doch ist nicht der Unterricht das Problem. Als nicht gut erachtet die Untersuchung die Zusammenarbeit innerhalb des Oberstufenlehrkörpers.

«Ich bin froh, um diese Aussenansicht», erklärte Schuldirektor Hug. Es sei Widerstand gegen vieles da, was von «oben» komme. Bände spricht da etwa die Rücklaufquote der Fragebogen. Während diese bei den Kindergarten- und Primarschullehrkräfte 98 Prozent betrug, waren es bei den Oberstufenlehrern nur 60 Prozent, welche die Fragen beantworteten. Die Schulleitung und die Lehrerschaft müssen nun Verbesserungsvorschläge erarbeiten. In zwei Jahren wird die Oberstufe noch einmal unter die Lupe genommen. Parallel dazu gibt es «Vertragszusätze zum Berufsauftrag», die in die «Personalpolitik einfliessen» werden, sagte Hug.

Ja zu Regionalkonferenzen

Der Kanton möchte flächendeckend regionale Trägerschaften, so genannte Regionalkonferenzen bilden, welche das Recht zu verbindlichen Beschlüssen hätten. Zurzeit läuft dazu die Vernehmlassung. Der Zuchwiler Gemeinderat spricht sich grossmehrheitlich für die Schaffung solcher regionaler Trägerschaften aus. Einzig die vier SVP-Vertreter waren gegen das Ansinnen. Mit einem solchen Gebilde würden die Volksrechte beschnitten, erklärte Simon Mosimann.

Gemeindepräsident Gilbert Ambühl stellte nicht in Abrede, dass die Gemeinden gewisse Autonomieverluste zu gewärtigen hätten. Allerdings gäbe es Aufgaben, die einzelne Gemeinden nicht allein erfüllen könnten. Deshalb sei es richtig und sinnvoll, solche Fragen in Regionalkonferenzen zu entscheiden.

Keine Flugblätter an Versammlung

An der Gemeindeversammlung im vergangenen Dezember machte die Orts-SVP mit Flugblättern, die auf die Stühle im Versammlungslokal gelegt wurden, auf ihre Anliegen aufmerksam. Verschiedene Reklamationen veranlassten Gemeindepräsident Gilbert Ambühl abzuklären, ob das Auflegen von politischen Flugblättern an Gemeindeversammlungen überhaupt rechtmässig sei. Ambühl kam zum Schluss, dass aufgrund der Rechtslage möglicherweise ein Straftatbestand vorliege.

Gleichzeitig bat er die SVP um eine schriftliche Stellungnahme. In ihrer Antwort entschuldigt sich die SVP für den Vorfall. Es sei ihr nicht bewusst gewesen, möglicherweise eine strafbare Handlung begangen zu haben. Der Gemeinderat hat nun auf Antrag Ambühls beschlossen, den Vorfall auf sich beruhen zu lassen. Ebenfalls beschlossen wurde, übrigens mit den Stimmen der SVP-Vertreter, dass politische Werbung von Parteien und anderen Interessengruppen in und um das Gemeindeversammlungslokal zu unterlassen sei.