Solothurn
Die Region Solothurn-Buechibärg bekennt sich zur Langsamkeit

Am Wochenende ging in der Region Solothurn-Buechibärg der erste slowUp-Event über die Bühne. Gegen 20 000 Personen haben daran teilgenommen. Zwei Mal 250 helfende Hände haben mitgeholfen, die Premiere durchzuführen.

Hans Peter Schläfli
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slowUp Solothurn-Buechibärg
8 Bilder
 An dieser «Tankstelle» für Kohlenhydrate gibt es eine Stärkung für die Sportler. (Foto: Hans Peter Schläfli)
 Regierungsrat und selbst passionierter Velofahrer Klaus Fischer eröffnete den slowUp Solothurn-Buechibärg. (Foto: Hans Peter Schläfli)
 Rasanter Spurt auf dem Klosterstutz in Solothurn. (Foto: Hans Peter Schläfli)
 ... und noch eine Stärkung, diesmal eine erfrischende. (Foto: Hans Peter Schläfli)
 Im «Rikscha Mama» lässt es sich am entspanntesten teilnehmen. (Foto: Hans Peter Schläfli)
 In Biberist im Kreisel zahllose Runden drehen. (Foto: Hans Peter Schläfli)
 Acht Rollen und vier Pfoten geben Vollgas beim slowUp in Buchegg. Ob auf Fido eine Wurst wartet? (Foto: Hans Peter Schläfli)

slowUp Solothurn-Buechibärg

Hans Peter Schläfli

Langsam, aber sicher war die Völkerwanderung an diesem Muttertag unterwegs, und dies auf Rädern aller Grössen: Mit dem Hand-Bike, dem Flyer, Skateboard mit Elektromotor, dem Tandem und dem ganz gewöhnlichen Velo ging es beim ersten slowUp Solothurn-Buechibärg durch die idyllische Region.
«Langsamverkehr - schneller als Du denkst!» Dieses slowUp-Motto hatte sich wohl der Rollerskater zu Herzen genommen, der sich von seinem Hund durch das Limpachtal ziehen liess. Von Solothurn bis nach Schnottwil und wieder zurück waren die Strassen für den motorisierten Verkehr gesperrt. slowUp soll dem Langsamverkehr neue Impulse geben.

Etwas für die Volksgesundheit

«Ich finde die Idee hervorragend, weil man nicht mit sportlichem Gewinner-Ehrgeiz an die Sache herangeht», sagte Regierungsrat Klaus Fischer, der selber auch ein passionierter Velofahrer ist. «Ich setze mich gerne für den Breitensport ein. Wenn sich die ganz durchschnittlichen Menschen mehr bewegen, dann hat das einen besonders positiven Einfluss auf die Volksgesundheit. Ausserdem macht es Spass, und der slowUp ist ein tolles gesellschaftliches Ereignis.»

slowUp mit Nachhaltigkeitseffekt

«Wir haben die Gelegenheit genutzt und den Familienausflug am Muttertag mit dem slowUp kombiniert», sagte Roland Habermann aus Obergerlafingen. Mit auf der Tour dabei: Tochter Emilie, Frau Kathrin und Bruder Martin Habermann. «Die Stimmung ist sehr schön, und ich denke, dass der Anlass durchaus eine längerfristige Wirkung hat. Mein Bruder hat sich zum Beispiel vorgenommen, in Zukunft wieder mehr das Velo zu nehmen, wenn er unsere Mutter in Lohn besuchen will.»

Ein grosses Volksfest

Marianne Meister, Gemeindepräsidentin von Messen, gab den Teilnehmern beim Start auf dem Solothurner Klosterplatz noch einen Ratschlag mit auf den Weg: «Bitte geht noch schnell beim Bankomaten vorbei, es hat im Bucheggberg viele schöne Stellen, wo man einkehren kann.» Tatsächlich: Unterwegs gab es immer wieder kleine Volksfeste. In Biberist spielte zum Beispiel beim Kreisel eine Band, in Kyburg-Buchegg verkaufte der EHC Bucheggberg frittierte Eglifilets, und in Gossliwil versuchte sich der Chrigu mit seinem Schleckzeug-Laden als Kleinunternehmer.

Einige sind einer Fortsetzung gegenüber aufgeschlossen...

«Ich hatte keine grossen Erwartungen und bin positiv überrascht», sagte Elisabeth Kipfer, die in Schnottwil den Dorfladen führt. Sie habe nicht das grosse Geschäft angestrebt und nur Glace verkauft. «Es waren viele Auswärtige unterwegs, die die Region noch gar nicht kannten. Die Leute sind fröhlich und sympathisch, von mir aus kann es nächstes Jahr wieder einen slowUp geben.»

... doch längst nicht alle hatten Freude

Der eine oder andere Autofahrer dürfte jedoch am Sonntag wegen dem slowUp der Verzweiflung nahe gewesen sein. So kurvten in den Wohnquartieren rund um die gesperrten Durchgangsstrassen einige Autos mit Aargauer oder Luzerner Nummern herum, die durch das GPS immer wieder auf Fahrverbote hingeführt wurden.
Wer zum Beispiel in Solothurn die Westumfahrung nehmen wollte, um über Biberist nach Lohn zu fahren, erlebte eine böse Überraschung. Zunächst war die Ausfahrt Solothurn Süd gesperrt und man wurde über Derendingen geleitet. Nach einem langen Umweg in Biberist abgekommen, war das Ziel aber noch immer weit: Über Utzenstorf, Bätterkinden und Buchegg ging die Odyssee weiter, um dann endlich nach einer kompletten Rundreise in Lohn anzukommen.