Sanierungsarbeiten

Die Pforten der Kathedrale werden für Renovation geschlossen

Die St. Ursenkathedrale soll nach der Brandstiftung für rund vier Millionen Franken saniert werden. Das Solothurner Gotteshaus bleibt für die Dauer der Arbeiten bis zum Herbst 2012 geschlossen.

Der bei der Brandstiftung in der vergangenen Woche entstandene Sachschaden beträgt nach Angaben der römisch-katholischen Kirchgemeinde Solothurn zwischen ein bis zwei Millionen Franken. Diese Schäden sind vollumfänglich von den Gebäudeversicherungen gedeckt.

Gleichzeitig mit der Behebung der Brandschäden soll der frühklassizistische Kirchenbau für weitere zwei Millionen Franken aufgefrischt werden. Der römisch-katholischen Kirchgemeinde der Stadt Solothurn fehlt jedoch das Geld. Die Gemeinde zählt nur 3800 Mitglieder.

Spendenaktion für die Kathedrale

Daher hat der Verein Pro Kathedrale St. Urs und Viktor eine Sammelaktion gestartet, wie Vereinspräsident und Regierungsrat Walter Straumann am Donnerstag vor den Medien in Solothurn mitteilte. Der Verein erwartet, dass der Bund und der Kanton Subventionen sprechen werden.

Die St. Ursenkathedrale bleibt für die Dauer von mehr als einem Jahr geschlossen. Die Kirchgemeinde Solothurn hofft, dass der renovierte Bau im Herbst 2012 wieder eröffnet werden kann - am St.- Ursentag, dem 30. September.

Orgelpfeifen müssen zerlegt werden

Vor über 40 Jahren war nach Angaben des Vereins Pro Kathedrale letztmals ein Teil der Kirche instand gestellt worden. Die St. Ursenkathedrale aus dem Jahr 1773 liegt in der Altstadt und ist ein imposantes Kennzeichen Solothurns.

Beim Brand in der Kathedrale waren insbesondere die beiden Orgelpfeifen-Anlagen durch den Russ stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Orgeln müssen nun komplett auseinandergenommen und gereinigt werden.

«Anschlag auf Kulturgut»

Der Brand wurde vergangenen Dienstag von einem 61-jährigen Schweizer Kirche gelegt. Er leerte Benzin beim Altar in der Kathedrale aus und zündete es an. Der offenbar geistig verwirrte Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Die unverständliche Tat eines fehlgeleiteten Menschen werde von der Bevölkerung «als Frevel und als Anschlag auf ein Kulturgut mit starker Identifikationswirkung» empfunden, sagte Regierungsrat Straumann. Es sei vielen Leute bewusst, dass die Kirche entehrt worden sei. (sda)

Meistgesehen

Artboard 1