Nationalratswahlen
Die Parteien kommen bei der Wahl vor den Kandidaten

Wähle ich nach Partei oder mehr nach Köpfen? Diese Überlegung sollte man sich vor seiner Stimmabgabe machen. Jede Wählerin und jeder Wähler kann die eigenen Stimmen optimieren.

Marco zwahlen
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Ob per Post oder an der Urne – Hauptsache, man wählt.

Ob per Post oder an der Urne – Hauptsache, man wählt.

Oliver Menge

Der Nationalrat wird nach dem Proporzwahlrecht gewählt. Dabei werden die sieben Solothurner Sitze im Verhältnis der Parteistimmen (Kandidaten- und Zusatzstimmen) auf die Listen verteilt. Entscheidend: In erster Linie stimmen die Wählenden für eine Partei, in zweiter Linie für eine Person. Denn: Zuerst wird mit den gültigen Stimmen für die jeweiligen Listen oder Listenverbindungen deren Stärken festgestellt. Anhand davon werden dann die Mandate (inklusive Restmandate) verteilt.

Innerhalb der Liste oder der Listenverbindung gewählt sind jene Kandidierenden mit den meisten Stimmen. Beim Ausfüllen des Wahlzettels gilt: Auf der Liste muss mindestens ein Kandidatenname stehen. Und: Es dürfen höchstens so viele Namen aufgeführt sein, wie Mandate zu vergeben sind – im Wahlkreis Kanton Solothurn also deren sieben Namen.

Wählen nach Parteien...

Bei der Stimmabgabe sind die Instrumente Panaschieren und Kumulieren zu beachten: Wer eine Partei besonders bevorzugt, gibt deren Liste möglichst unverändert ab. Wer dabei wiederum Kandidaturen dieser Liste unterstützen will, streicht andere Namen auf der Liste. Wer dabei Kandidaturen besonders unterstützen will, trägt deren Namen maximal
ein zweites Mal ein (Kumulieren). Achtung: Gänsefüsschen und dergleichen sind ungültig. Und: Manchmal sind die Namen bereits zweimal aufgeführt.

Beim Panaschieren wird auf einer vorgedruckten Liste handschriftlich der Name eines oder mehrerer Kandidaten einer anderen Liste eingesetzt. Dies, indem ein oder mehrere vorgedruckte Namen gestrichen und/oder die leeren Listenplätze handschriftlich aufgefüllt werden. Das zweifache Aufführen der Wunschkandidaten ist möglich. Zu bedenken ist: Panaschierstimmen sind für die ausgewählte Liste verlorene Parteistimmen. Sie unterstützen den eingesetzten Kandidaten und dessen Liste, einen Sitz zu gewinnen.

Ausgenommen der Kandidat gehört einer Liste an, mit der die Liste des panaschierten Kandidaten eine Listenverbindung hat. Diesmal bestehen vier Listenverbindungsblöcke. SVP, Junge SVP, SVP International und EDU; FDP (2 Listen), Jungfreisinnige und BDP; CVP (2 Listen), Junge CVP, CVP, 60+, Grünliberale und EVP; SP (2 Listen), Juso, Grüne (2 Listen) und Junge Grüne.

... oder nach Kandidaturen

Im Wahlmaterial hat es einen Wahlzettel ohne Vordruck. Damit kann eine Liste handschriftlich mit Kandidaten nach eigenem «Gusto» zusammengestellt werden. Auch bei diesem Wahlzettel gilt: Das zweimalige Aufführen eines Namens ist erlaubt. Und: Jede Kandidatenstimme ist gleichzeitig eine Listenstimme. Oben auf dem Zettel kann eine Listenbezeichnung und die entsprechende Listennummer eingetragen werden. So kommen die allenfalls leer bleibenden Linien der Liste als Parteistimmen zugute. Bei Wahlzetteln ohne Listenbezeichnung gelten leergelassene Linien als leere Stimmen.

Bei jeder Wahl gilt Wählbar sind
die offiziellen Kandidaten. Es darf nur ein Wahlzettel abgeben werden. Solche mit Ehrverletzungen oder Kennzeichnungen (Sprüche, Bemerkungen usw.) sind ungültig. Bei Postversand ist das Antwortkuvert frankiert bis Dienstagabend (B-Post) oder Donnerstagabend (A-Post) vor dem Wahlsonntag aufzugeben. Nicht vergessen: Stimmrechtsausweis unterschreiben.

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