Bettlach
«Die neuen Technologien brauchen uns Polymechaniker»

Am 25. Tool-Champions-Wettbewerb der Firma Fraisa in Bellach nahmen 1268 Lehrlinge teil – so viele wie noch nie. Gewonnen hat ein Zuger Lehrling, der Bettlacher Leo Walker landete auf Platz 3.

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So funktionierts: Lernende besichtigen die Werkstätten in Bellach. Felix Gerber

So funktionierts: Lernende besichtigen die Werkstätten in Bellach. Felix Gerber

Solothurner Zeitung

Die Aufgabe alleine klingt schon komplex: In 4 Stunden und 15 Minuten müssen die Lehrlinge aus Aluminium, Messing und zwei Zylinderschrauben ihr Werksstück nach genauer Zeichnung in Form fräsen, entweder mit herkömmlichen Maschinen oder einem selbstgeschriebenen, komplexen Computerprogramm. Danach nehmen Experten die eingesendeten Exemplare peinlich genau unter die Lupe.

Die Aufgabe angepackt haben 1268 Lehrlinge aus der ganzen Schweiz, etwa 500 von ihnen fanden sich am Samstag in Bellach ein, um die Fraisa-Werkstätte zu begutachten und im Turbensaal der Preisverleihung beizuwohnen.

Dritter Platz an Bettlacher

Letztes Jahr noch ging Platz eins an einen Grenchner Lehrling, diesmal, bei der 25. Durchführung, an einen Teilnehmer aus Wangs SG und Zug (computergesteuerte Methode). Immerhin: Auf dem dritten Platz landete Leo Walker. Der Bettlacher arbeitet für Swissmechanic in Gerlafingen und freute sich denn auch über sein Preisgeld von insgesamt 1300 Franken. «Nach den positiven Rückmeldungen habe ich bereits damit gerechnet, möglicherweise etwas zu gewinnen», sagte der 18-Jährige. Leicht hingegen sei die Aufgabe nicht gewesen, «die Zeit war ziemlich knapp.»

Ebenfalls einen Preis erhielt Adrian Burri (300 Franken), er war Bester des Swissmechanic Kurszentrums in Langenthal. Auf der Bühne des Turbensaals standen beide mit den anderen Gewinnern im Blitzlichtgewitter der Kameras.

Kapazitätsengpässe für Polymechaniker

Trotz des schwachen Euros, trotz des starken Franken und einer unsicheren Wirtschaftslage sagte Thomas Nägelin, Mitglied der Geschäftsleitung und Bereichsleiter Verkauf/Marketing der Fraisa Gruppe, die Zeit als Polymechaniker sei nie besser gewesen: «Wir haben sogar Kapazitätsengpässe.» Im Zuge der rasenden Entwicklung immer neuerer Technologien seien gut ausgebildete Fachkräfte und Qualität gefragt. «Diese Technologien brauchen uns.» Und deshalb engagiere sich Fraisa derart stark für den Nachwuchs. Auch künftig wolle man Kraft und Geld aufwenden, um junge Schulabgänger für die Metallbranche zu begeistern.

Begeistern für die Polytechnik liessen sich dieses Jahr immerhin 52 Frauen. Eine von ihnen ist Nathalie Meier, sie kommt aus dem Aargau und hat bereits die Matur in der Tasche. Schon früh haben sie Metalle fasziniert, da es sich um keine tote Materie handle, wie sie findet: «Das Material lebt! Das merke ich bei der Arbeit.» Unter 40 Lehrlingen ist sie die einzige Frau im Lernzentrum Baden – und lieferte für den gestrigen Wettbewerb prompt das beste Werksstück ab.

Erstplatzierte aus den regionalen LernZentren: Adrian Burri (Langenthal), Rick Flückiger (Grenchen), Ivan Stauffen-egger (Langenthal) und Leo Walker (Gerlafingen).