Waldwirtschaft
Die nachhaltige Ausbildung bittet zur Kasse

Die Bürgergemeinden und Waldeigentümer müssen mehr in die Verbandskasse zahlen. Grund: Der Kanton zahlt nicht mehr an die Ausbildung der Forstwarte.

Irmfriede Meier
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Solothurner Zeitung

«Wir – unsere Förster und Ausbildner – sind gefordert, qualifiziert gute Fachkräfte auszubilden, wobei die Aufgaben dabei immer anspruchsvoller und auch teurer werden», so Konrad Imbach. Gleichzeitig betonte der Verbandspräsident an der 63. Generalversammlung die Tugenden der Bürgergemeinden und Waldeigentümer: Ausdauer, Kontinuität, Offenheit und die Pflege der Nachhaltig-keit.» Letzteres ist gerade in der Ausbildung gefordert. Neu gehen alle Forstwartlehrlinge des Kantons in Liestal zu Schule. Weil sich der Kanton aus der Grundausbildung zurückzieht, hat der Verband im nächsten Jahr ein Loch in der Kasse.

Unbestrittener Handlungsbedarf

Der Handlungsbedarf war auch den Mitgliedern des Bürgergemeinden und Waldeigentümer Verbands Kanton Solothurn (BWSo) im Turbensaal Bellach bewusst, weshalb die beantragte Erhöhung des Mitgliederbeitrages genehmigt wurde. Der ab 2011 bei allen Mitgliedern über eine Erhöhung der Beitragskomponenten Waldfläche und Vermögen erhobene Ausbildungsbeitrag beträgt 50000 Franken. Im Sinne einer Übergangsregelung ist das Amt für Wald, Jagd und Fischerei bereit, noch 10000 Franken an die Kurse zu leisten. Mit dem Ziel, die Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, nicht stärker zu belasten, wurde ein Betrag von 30000 Franken als Verbandsbeitrag an die Kurskosten ins Budget aufgenommen; für das Qualifikationsverfahren Forstwarte 25000 und als Beitrag des kantonalen Gewerbeverbandes 10000 Franken. Aufgrund der Beitragserhöhung wird im Moment auf einen weiteren Einzug in den Aktionsfonds verzichtet, obwohl der Fonds die angestrebte Höhe von 100000 Franken noch nicht erreicht hat. Einstimmig wurde das Budget genehmigt. Gerechnet wird bei einem Ertrag von 352100 Franken mit einem Verlust von 7430 Franken. Einstimmig genehmigt wurde auch die Jahresrechnung mit einem Gewinn von 5936 Franken.

Geehrt wurde an der Delegiertenversammlung Forstingenieur ETH Peter Schär (Grenchen) für sein grosses wertvolles Engagement für die Forstliche Ausbildung bis kurz vor seiner Pensionierung, bevor die Verantwortung für die Grundausbildung der Forstwarte an den BWSo übertragen wurde. Im Jahresbericht des Präsidenten aber ansonsten kein Thema an der Delegiertenversammlung war das «Pelletwerk Mittelland», mit dessen Konkurs einige Bürgergemeinden teilweise sehr viel Geld verlieren (wir berichteten). Für Imbach ist klar: «Um wieder einmal ein solches Projekt lancieren zu können, braucht es Zeit sowie vertiefte Abklärungs- und Überzeugungsarbeit.»

Neuerungen bei Einbürgerungen

Am Schluss der 63. Generalversammlung des BWSo orientierte Lukas Schönholzer vom kantonalen Amt für Gemeinden ausführlich über die neuen Sprachanforderungen im Zuge von Einbürgerungen. Die Sprache sei ein wesentliches Indiz und Mittel zur Integration in die Gesellschaft, um seine Rechte und Pflichten als neuer Bürger wahrnehmen zu können. Im Bürgerrechtsgesetz stehe klar als Voraussetzung für eine Einbürgerung, dass jemand in der Lage sein müsse, mit den Behörden und seinen Mitbürgerinnen reden zu können. Schönholzer zeigte auf, was dafür bisher genügend gewesen ist und wie die neuen weit höheren und umfangreicheren, aber praktischen Sprachanforderungen aussehen. Derzeit werde das Konzept durchgespielt. Nächsten Monat werden die Bürgergemeinden laut Schönholzer über das Konzept der definitiven Sprachanforderungen bei Einbürgerungen informiert.

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