Schenkkreismord

Die «Massaker»-Untersuchung kommt voran

«Wir hoffen, dass der Schlussbericht der Polizei bis Ende Januar 2011 vorliegen wird», sagt Anfrage Sabine Husi, stellvertretende Solothurner Oberstaatsanwältin.

«Wir hoffen, dass der Schlussbericht der Polizei bis Ende Januar 2011 vorliegen wird», sagt Anfrage Sabine Husi, stellvertretende Solothurner Oberstaatsanwältin.

Die Strafuntersuchung im Mordfall Dubey ist «weit fortgeschritten». Bis Ende Januar 2011 soll der Schlussbericht der Polizei vorliegen. Im Dubey-Umfeld habe die Polizei gegen 20 Personen Strafanzeige eingereicht.

«Wir hoffen, dass der Schlussbericht der Polizei bis Ende Januar 2011 vorliegen wird», erklärt auf Anfrage Sabine Husi, stellvertretende Oberstaatsanwältin, dieser Zeitung gegenüber. Nach Abschluss der Strafuntersuchung hätten die Verfahrensbeteiligten dann Gelegenheit zur Akteneinsicht und zur Einreichung von Beweisanträgen. Husi: «Über den Zeitpunkt der Anklageerhebung und den Inhalt der Anklage können im Moment daher keine Angaben gemacht werden. Wir müssen insbesondere das Ergebnis der in Auftrag gegebenen Begutachtungen und den Schlussbericht der Polizei abwarten.»

«Massaker» ausführlich geschildert

«Wir haben ein richtiges Massaker angerichtet», brüstete sich Hammerwerfer Patrik S., einer der drei Hauptverdächtigen im Dreifachmord kürzlich in einem «Blick»-Interview. Die Tat sei bis ins Detail geplant gewesen. Sogar eine Wahrsagerin sei beigezogen worden, die versichert habe, dass bei den Dubeys viel Geld zu holen sei und dass man sich über das Gelingen des Überfalls keine Sorgen zu machen brauche. Er und Mittäter Guido S. seien in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt und hätten bei der mutmasslichen Mittäterin Ruth S. Schulden gehabt, führte Patrik S. aus.

Getrieben von der Aussicht, bei den Schenkkreis-Drahtziehern Dubey das grosse Geld zu finden und aufgeputscht durch Drogen, sei man dann zur Tat geschritten. Nach Darstellung des Hammerwerfers hat er selber Margrit Dubey mit einem übergestülpten Plastiksack erstickt und deren Ehemann Pierre erschossen. Tochter Dania Dubey sei von Guido S. ebenfalls mit einem Plastiksack erstickt worden. Viel Geld aber sei trotz intensivster Suche nicht gefunden worden, gibt Patrik S. an. Dass man den Tätern so schnell auf die Spur kam, haben sie sich selber zuzuschreiben: Guido S. habe vom Tatort aus bei der Wahrsagerin angerufen, um von dieser einen Hinweis auf das Geldversteck zu bekommen.

Strafanzeige gegen 20 Personen

Die Solothurner Staatsanwaltschaft gibt zu diesen freimütigen Tat-Schilderungen von Hammerwerfer Patrik S. keinen Kommentar ab. «Der Beschuldigte befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug, und es besteht keine Kollusionsgefahr mehr, sagt Sabine Husi. Und: «Grundsätzlich liegt es daher in der Kompetenz der zuständigen Anstaltsleitung, im Rahmen ihrer Hausordnung über die Bewilligung von Besuchen zu entscheiden.»

Dass Familie Dubey aktiv und in führender Position in der illegalen Schenkkreis-Szene tätig war und Geldkurierdienste übernahm, hat sich im Zuge der Ermittlungen bestätigt. Im Dubey-Umfeld habe die Polizei «gegen 20 Personen Strafanzeige bei der Solothurner Staatsanwaltschaft eingereicht. In 16 weiteren Fällen hat die Polizei zudem gegen Personen ermittelt, die ausserkantonal aktiv waren», zieht die stellvertretende Oberstaatsanwältin eine Zwischenbilanz.

Schenkkreise: Bis 20000 Franken

Die Solothurner Staatsanwaltschaft habe 17 der 20 Verfahren rechtskräftig abgeschlossen und dabei nicht weniger als 16 Strafverfügungen und eine Nichteintretensverfügung erlassen. Die mit Strafverfügung ausgesprochenen Bussen für die Verstösse gegen das Lotteriegesetz würden sich zwischen 100 und 2000 Franken bewegen. In der Regel beliefen sich die Einsätze von Teilnehmern an Schenkkreisen auf 15000 Franken. Aber, so bestätigt Husi: «Im Rahmen der Strafuntersuchung konnten einige Fälle mit Einsätzen von 20000 Franken festgestellt werden.»

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