Kirchenbesucher sprachen humorvoll von der «Villa Durchzug». Denn eine undichte Gebäudehülle, nur einfach verglaste Fenster und auch eine Heizung, die zu wünschen übrig liess, gestalteten das Raumklima in den letzten Jahren nicht mehr so angenehm. Deshalb hatte der Kirchgemeinderat der reformierten Gemeinde Biberist-Gerlafingen, wozu ebenso Lohn-Ammannsegg und Obergerlafingen gehören, die Sanierung der Liegenschaft ins Auge gefasst. Höchstes Lob von vielen Seiten hatte ihm zuvor die Erneuerung der Kirche Biberist-Gerlafingen, neu benannt in Thomaskirche, eingebracht. Diesen Schwung übertrug der Rat auf die für das Projekt Lukaskirche berufene, fünfköpfige Baukommission (Bauko).

Unter der Leitung des Präsidenten der Hauskommission, Kirchgemeinderatsmitglied Kurt Wüthrich (Biberist), starteten nach der Projektgenehmigung im März 2010 Kirchgemeindeverwalterin Ingrid Rettenmund, Hans-Rudolf Mooser (Lohn-Ammannsegg), Paul Sollberger (Biberist) und Architekt René Marti (Lohn-Ammannsegg) in die Vorbereitungs- und Bauphase. Mit an Bord holten sie Spezialfirmen, die die Gebäudehülle bauphysikalisch beurteilten, eine Konzeptstudie zu Heizung und Lüftungsanlage erstellten und Vorschläge für eine neue Beleuchtung erarbeiteten. Die angedachte Renovierung ab Herbst 2010 musste wegen Handwerkermangel vorerst um ein Jahr verschoben werden, weil sich zu wenige Betriebe im vor allem regional ausgerichteten Einladungsverfahren gemeldet hatten. Vor einem halben Jahr dann konnten die Arbeiten unter der Regie von «Bauraum»-Architektur (Lohn-Ammannsegg) zügig begonnen werden.

Grössere Effizienz

Weil die Heizung nicht mehr heutigen energietechnischen Forderungen entspricht, entschied sich die Bauko für eine Deckenstrahlheizung auf der Basis Öl. Alternativen wurden geprüft. «Aber aus Kostengründen verzichteten wir auf eine Wärmepumpe und haben uns von der grösseren Effizienz dieses Heizungstyps überzeugen lassen», betonte Wüthrich. Hinzu kam eine neue Lüftung, die Dreifachverglasung der Fenster, und die Innenisolierung der Gebäudehülle auf einen Wert, der Fördermittel generiert. Nötig wurde auch ein neuer Fassadenschutz mit gleichzeitigem Schottereinbau beim Übergang ins Erdreich, neue Dachabschlüsse und eine Sicherung gegen Hangwasser.

Ersetzt wurden aussen etliche Platten und Treppenstufen, und im Aufgang- und Eingangsbereich der Kirche erfolgte eine Auffrischung der Plattenbeläge. Im farbverschönerten Innenraum kam eine neue Beleuchtung zum Zuge. Zudem wurden die Türen entsprechend den Brandschutzauflagen der Solothurnischen Gebäudeversicherung so umgebaut, dass ein von innen zu öffnender Fluchtweg entsteht. Schliesslich erlebte auch die Turmuhr eine Frischekur, indem Zifferblatt und Glockenklöppel revidiert wurden.

Subventionen fliessen

Da es sich beim Kredit von 945000 Franken um die Brutto-Kosten handelt, kommt das Projekt neben Subventionen für energietechnische Massnahmen in den Genuss von bereits zugesicherten Fördermitteln der beiden reformierten Synoden Solothurn und Bern-Jura-Solothurn im Gesamtumfang von 18 Prozent. «Grundsätzlich sind wir drin im Kostendach», bekräftigt Verwalterin Ingrid Rettenmund ihre laufende Kostenkontrolle. Allerdings wird sich der Kirchgemeinderat mit wenigen, aber dringlichen Nachkrediten beschäftigen müssen. Es handelt sich um Mehrkosten etwa bei der Lüftung, im Brand- und Blitzschutz wie auch durch Bauteuerung und Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 8 Prozent, die sich allesamt erst im Verlauf des Erneuerungsprozesses herausstellten.