Testesser
Die Lieblingsmenüs der Solothurner im Test

Geniesser Angelo Steiner nimmt die fünf Solothurner Lieblingsmenüs unters Messer. Für ihn spielt neben der Zubereitung der Gerichte vor allem die Qualität der verwendeten Produkte eine Rolle.

Elisabeth Seifert
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Solothurner Zeitung

Die Umfrage dieser Zeitung macht explizit, was vielen unter uns ja längst bekannt ist: Lieblingsessen Nummer 1, und das mit Abstand, ist die Bratwurst, es folgen die Klassiker «Schnipo» und Pizza, und für die Jungen sind der «Döner» und der Hamburger auch nicht ohne. Wie sieht die Reihenfolge aber aus, wenn man einen gleichsam neutralen Testesser auf kulinarische Reise durch die Solothurner Leibspeisen schickt? Einen nämlich, der, wie Angelo Steiner – Geniesser, Hobbykoch und Partner der Schreibenden – von sich selbst behauptet, kein bestimmtes Gericht anderen vorzuziehen? «Zubereitung ist die halbe Miete», lautet sein Kriterium Nummer 1, an dem er eine Mahlzeit misst. Und Kriterium Nummer 2: «Die andere Hälfte ist die Qualität der verwendeten Produkte». Gesagt, getan schicken wir den 45-Jährigen auf Beizentour durch seine Wohngemeinde Solothurn.

Verschämte Zurückhaltung

Erste Station, das «Volkshaus» in der Vorstadt, eines der wenigen Solothurner Restaurants im Übrigen, die sich nicht dafür zu schämen scheinen, im Internet aktiv ihr Angebot an «Bratwurst mit Rösti» zu bewerben. Und die Werbung, so das Urteil des Testessers, ist berechtigt: «Die Rösti, goldgelb gebraten mit einem guten Buttergeschmack ohne im Fett zu schwimmen, knusprig aussen, innen weich, aber nicht mehlig und auch die Würze stimmt.» Nichts auszusetzen gibts auch an der Schweinsbratwurst, so der erklärte Wurstliebhaber. Und die Rotwein-Zwiebel-Sauce? «Die sämige Konsistenz überzeugt, die Sauce ist zudem nicht zu mastig und vermittelt trotz aller Kalorien einen leichten Eindruck.»

Für die Degustation des «Schnipo» gehts ins Restaurant zur Wirthen. «Die Schnitzel, zwei schön dünn geklopfte Nierstückplätzli vom Schwein, gut durchgebraten, die Panade aber ist stellenweise etwas dunkel geraten.» Die Pommes frites vor allem überzeugen nicht ganz: «Recht gross geschnitten sind sie aussen zwar knusprig frittiert, innen aber haben sie nicht nur den geforderten weichen Kern, sondern bleiben etwas matschig.»

Tadellos ist für den Geschmack unseres Testessers dann wieder die Pizza in der Pizzeria Wengihaus. «Ein sehr dünner und knusprig gebackener Teigboden, schmal der Teigrand der Pizza.» Und bei der Belegung ganz wichtig: «Zuerst kommen Sugo und Käse und erst dann die restlichen Zutaten.» Andernfalls nämlich würde der geschmolzene Käse alles andere bedecken. Handwerklich gut gemacht auch der «Döner» von «Efem Imbiss». «Sehr gut ist vor allem das chüschtige, selbst gebackene Brot, das Fleisch ist zudem saftig und das Gemüse frisch.» Und schliesslich der McDonald’s-Hamburger: «Da kann man nicht viel falsch machen, der ist, wie er ist.» Denn: «Bei McDonald’s werden alle Produkte nach den gleichen und streng kontrollierten Vorschriften hergestellt.»

Die individuelle Hitliste nach der kleinen Beizentour: 1. Bratwurst mit Rösti und auch die Pizza, 3. Kebab, 4. Schnipo, 5. Hamburger.

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