Essen
Die geheimen Genüsse abseits von «Kreuz» und «Krone»

Besucher der Solothurner Filmtage attestieren gerne: «Es scheint keine Schweizer Stadt zu geben, in der es mehr Gaststätten gibt als in Solothurn.» Tatsächlich verfügt Solothurn über eine grosse Anzahl Restaurants, und das ist gut so.

Fränzi Rütti-Saner
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Es muss also auch an der Gastronomie liegen, dass das Publikum gerne nach Solothurn kommt. Sucht man sich einen Ort als Treffpunkt oder Restaurant aus, so kommen immer wieder das genossenschaftlich geführte «Kreuz», die altehrwürdige «Krone», das weltoffene «Baseltor» oder der «Gault Millau»-dekorierte «Alte Stephan» in Betracht. Doch es gibt in Solothurn auch eine Menge kleinerer und vor allem auch neuerer Beizen und noch weniger bekannte Gaststätten, in denen eine hervorragende Küche geboten wird, richtige Insider-Tipps.

Nach dem Film ein Beizenrundgang

Das wäre beispielsweise das «Vini al Grappolo», das es zwar schon länger gibt. Ein wenig versteckt liegt es in einer Seitengasse in der Vorstadt (Prisongasse4). Hier gibt es traditionelle italienische Gerichte jenseits von Pizza und Pasta, und dazu herrliche Weine, auch im Offenausschank. Wer interessiert ist, muss sich sputen – das «Vini» ist klein, verfügt aber über eine Stehbar, an der auch schon mal Filmprominenz anzutreffen ist. Wer es noch kleiner und noch intimer liebt, dem seien das «Mediterrane Leckereien» am Landhausquai21 zu empfehlen. Hier im 16-Plätze-Beizli einen Platz zu finden, gleicht einem Lotto-Sechser. Denn so verwöhnt, wie von Gastgeberin Sonja Guzzanti wird man wohl nirgends sonst in Solothurn.

Apropos Landhausquai: In den vergangenen zwei Jahren sind hier Restaurants, Lounges und Bars wie Perlen auf einer Schnur aufgereiht nebeneinander entstanden. Wer also von den Filmen erst mal genug hat, beginnt einen Beizenrundgang mit einem Gericht von Srignags, welche während der Filmtage immer in Parterre der Jugendherberge indische Spezialitäten anbieten und «arbeitet» sich dann Glas um Glas, Häppchen um Häppchen Richtung Wengibrücke dem Landhausquai entlang: Aarebar, Salzhaus, Vinothek, Cafébar Landhaus, Chutz, Solaare.

Auch am Stalden und am Friedhofplatz in der Altstadt sind gemütliche Gaststätten älteren, neueren oder ganz neuen Datums zu finden. Da sind die griechischen Spezialitäten der «Taverna Amphorea» zu nennen oder die neue Lokalität in der ehemaligen Buchhandlung nebenan, die heute «Stalden» heisst.

Auf einen Drink in der «Gassbar»

Sehr beliebt und unverschämt breit ist in Solothurn auch das Take-away-Angebot: Thailändisch (Thai Shop, Oberer Winkel 7), Arabisch (Pittaria, Theatergasse 12), Türkisch (die besten Dürüm im Efem Imbiss, Niklaus-Konrad-Strasse 10) gehören heute zur Grundausstattung jeder Stadt. Den Mega-Pizza-Gluscht befriedigen kann man in der Pizzeria Il Ponte del Sole an Berntorstrasse 6. Die hauchdünnen Pizzen «lampen» hier mindestens acht Zentimeter über den Tellerrand hinaus.

Wer weniger zum Essen als vielmehr zum Schauen in Solothurns Beizen unterwegs ist, dem sei ein Drink in der «Gassbar» (Schaalgasse 10) empfohlen. Diese Trend-Bar nennt sich während der Filmtage «Akademie-Lounge». Nomen est omen. Interessante Persönlichkeiten trifft man auch an der Bar im «Landhaus», wo sich das logistische Zentrum der Filmtage befindet, oder auch in der bekanntesten der Solothurner Lounge-Bars, dem «Solheure». Einen unvergesslichen Blick über die Dächer der hell erleuchteten Stadt bietet ein Schlummertrunk in der Penthouse-Bar im 7.Stock des Hotels Ramada (Schänzlistrasse5).