Integrative Schulung

Die Forderungen der Lehrer sind auf dem Prüfstand

Ein Lehrer im Klassenzimmer (Symbolbild, Archiv)

Ein Lehrer im Klassenzimmer (Symbolbild, Archiv)

Der Regierungsrat nimmt den Volksauftrag zur Speziellen Förderung als Prüfungsauftrag entgegen. Der Lehrerverband ist damit zufrieden. Die Regierung habe die Probleme erkannt.

Einen höheren Pensenpool, Entlastung der Klassenlehrpersonen und Reduktion der Klassengrössenzahlen als geplant – die fordert ein Volksauftrag des Verbandes Lehrerinnen und Lehrer von der Regierung Und: Falls diese Bedingungen aus finanziellen Gründen nicht erfüllt werden können, soll auf die flächendeckende Einführung der integrativen Schulung verzichtet werden. Den Schulträgern soll es freigestellt sein, zwischen dem bisherigen Modell mit Kleinklassen und der integrativen Schulung zu wählen.

Mittlerweile ist der Volksauftrag zum Teil überholt, da die Regierung im Februar einen Schulversuch Spezielle Förderung – Angebotsplanung 2011 bis 2014 beschlossen hat. Dies, nachdem der Kantonsrat Mitte Dezember mit seinem Veto gegen die regierungsrätliche Vollzugsverordnung zum Volksschulgesetz das Projekt gestoppt hatte. Die Regierung schreibt den auch in ihrer Antwort: «Der Schulversuch nimmt dabei den Inhalt des Volksauftrags auf und beauftragt jeden Schulträger, für die Schulversuchsperiode festzulegen, ob er die Spezielle Förderung integrativ als Versuchsschule durchführen oder separativ als Vergleichsschule umsetzen will.» Und weiter: «Die Schulträger können somit weiterhin Kleinklassen führen.»

Weder abschreiben noch ablehnen

Der Schulversuch werde wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Die Ressourcenplanung wie auch der Umfang des Angebotes sei eine der zu beantwortenden Fragen der Versuchsanordnung. Zudem seien Vertreter der Gemeinden, der Schulleitungen und der Lehrerorganisationen in der Projektorganisation eingebunden.

«Wichtige Forderungen des Volksauftrages – die wir durchaus teilen – fanden somit Aufnahme in den Schulversuch», so der Regierungsrat. Aber: «Aus Sicht des wissenschaftlich und damit ergebnisoffen angelegten Schulversuches überschiesst der Volksauftrag jedoch gleichzeitig mit fixen Forderungen, die erst noch Zuständigkeitsebenen ausserhalb der kantonsrätlichen Steuerung betreffen.» Die Regierung will den Auftrag jedoch weder abschreiben noch ablehnen, sondern als offenen formulieren. Der Wortlaut soll so angepasst werden, «dass dessen Intentionen als Prüfauftrag im Schulversuch und bei dessen Auswertung berücksichtigt werden müssen». Es seien deshalb innerhalb des laufenden Schulversuches insbesondere die Dotierung des Pensenpools, die Entlastung der Klassenlehrpersonen bei zusätzlichem Koordinationsaufwand und die Klassengrössen kritisch zu hinterfragen.

Lehrer begrüssen Vorgehen

Der Lehrerverband begrüsst das Vorgehen der Regierung. «Den konkreten Forderungen wird zwar nicht entsprochen, aber die Regierung zeigt, dass sie die Probleme der Speziellen Förderung erkannt hat», schreibt der Verband in einer Medienmitteilung. Mit dem Schulversuch zeige sie zudem, dass sie ernsthaft nach Lösungen suchen wolle, «die nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis umsetzbar sind.»

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