Oberdorf
Die Bürgergemeinde setzt ein Zeichen für die neue Bahn

Der Rahmenvertrag mit der Seilbahn Weissenstein AG wurde einstimmig genehmigt. Laut Bürgergemeindepräsident Rudolf Schluep eine «Win-win-Situation».

Gundi Klemm
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Die Schneise für die neue Bahn soll nach links verschoben werden. fg

Die Schneise für die neue Bahn soll nach links verschoben werden. fg

Solothurner Zeitung

«Wir wollen bei uns in Oberdorf ein Zeichen setzen, dass es endlich wieder eine Bahn auf den Weissenstein gibt», bedankte sich Bürgergemeindepräsident Rudolf Schluep bei der Bürgergemeindeversammlung für die einstimmige Genehmigung des Rahmenvertrags. «So entsteht eine Win-win-Situation für alle Beteiligten», ging Schluep auf die Bedingungen dieses Vertrages ein.

In abendfüllenden Verhandlungen mit der Seilbahn Weissenstein AG sei festgelegt worden, dass alles benötigte Land für die neue Bahn, deren Schneise geringfügig nach links verschoben wird, für 75 Franken pro Quadratmeter durch die Bürgergemeinde verkauft wird. Gleichzeitig verpflichtet sich die AG, alle notwendigen Rodungen zu eigenen Lasten auszuführen und wie vorgeschrieben an anderer Stelle wieder aufzuforsten. Zudem will die Betreiberin auch für das Putzen und Wegräumen allen Unrats, den Bahngäste auf der Strecke «verlieren», zuständig sein.

Dieser neue Vertrag wurde nötig, weil die bisher rechtsgültige Abmachung mit der Einstellung des Bahnbetriebs erloschen war. Zu einem früheren Zeitpunkt wollte die Bürgergemeinde Oberdorf dem Vertragsentwurf vom 13. Juli 2009 noch nicht zustimmen, so orientierte Schluep, weil sie sich in einigen Punkten benachteiligt fühlte. Inzwischen sind offene Fragen ausgeräumt, und das Baugesuch der AG bezüglich Abbruch der alten Masten und Neubau der Bahn liegt beim zuständigen Bundesamt für Verkehr. Das eingereichte Plangenehmigungsgesuch soll – zumindest nach heutigem Terminplan – Ende August nach vorheriger Stellungnahme aller involvierten Parteien beurteilt werden.

Wie weiter im Steinbruch?

In der 16-köpfigen Bürgerversammlung im Gasthof «Engel» fasste Schluep nochmals kurz den Stand der Dinge um den Oberdörfer Steinbruch zusammen. Als Rechtsvertreterin hat sich die Einwohnergemeinde (EG) Oberdorf, «die hier einen guten Job macht», des Verfahrens angenommen. Ihre Eingabe an den Kantonsrat, nachdem der Regierungsrat die Beschwerde der EG um den Weiterbetrieb des Steinbruchs abgelehnt hatte, wird jetzt von der kantonsrätlichen Justizkommission behandelt. In diesem Gremium werden alle Argumente pro und kontra erneut geprüft. «Wir hoffen sehr auf einen positiven Ausgang für uns», betonte der Bürgergemeindepräsident mit Blick auf die danach erst mögliche Detailplanung zur Weiterführung des Betriebs.

Rechnung schliesst positiv

Ein winziges Minus in der Bürgerrechnung mit einem Aufwand von rund 52000 Franken konnte durch ein Ertragsplus von 2400 Franken in der Forstrechnung über 113000 Franken ausgeglichen werden. Der Ertragsüberschuss in der von Bürgergemeindeverwalterin Marianne Rüefli geführten Rechnung lag bei Fr. 361.55. «Immerhin kein Defizit wie andernorts», lobte eine Stimme aus dem Plenum. Schluep hatte alle Positionen, die sich gegenüber dem Budget verschoben hatten, ausführlich begründet. Zum guten Ergebnis der Forstrechnung trugen die um rund 7000 Franken besseren Verkäufe beim Nadelstammholz bei. Einstimmig genehmigte die Versammlung den Nachkredit von 35000 Franken zur Sanierung von Kanalisation, Kaminaufbau und Elektrik im Bürgerhaus. Die Durchwurzelung der Abwasserleitungen hatte dort zu weitaus höheren Kosten als den veranschlagten 7000 Franken geführt.

Das Internationale Jahr des Waldes lädt in Oberdorf am 27. Oktober zur Veranstaltung «Holzweg» und am 24. November zu «Wald und Wild als Lebensgemeinschaft» ein.