Langendorf
Die Bulldogs mögen es laut und heiss

Martin Zangger aus Langendorf ist das Aushängeschild der regionalen Armsportszene. Der Armwrestler des ASC Bulldogs hat soeben in Frankreich am «Ultimate Arm Wrestling Fight» reüssiert.

Hans Peter Schläfli
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Champion Martin Zangger (r.) wird von seinem Trainingspartner André Bachofner gefordert. hps

Champion Martin Zangger (r.) wird von seinem Trainingspartner André Bachofner gefordert. hps

Solothurner Zeitung

Es geht hoch hinaus, aber himmlische Töne bekommt man hier nicht zu hören. Wer all die Treppen hinaufgeklettert ist, der hat bereits die Hälfte des Aufwärmprogramms absolviert. Ganz oben, in der Dachkammer über dem Wiedlisbacher Schlüsselpub, da dröhnt der härteste Heavy Metal und es herrscht eine hitzige Stimmung. Hier putschen sich die Bulldogs zu Höchstleistungen an – genauer gesagt, die Armwrestler des ASC Bulldogs, die hier trainieren.

Und wer hier der Chef ist, das erkennt man auf den ersten Blick. Bei Martin Zangger stehen alle anderen Trainingspartner der Bulldogs an, und er legt einen nach dem anderen ab wie Zündhölzer, bis sein von oben bis unten tätowierter Arm nach etwa 20 Kämpfen so müde ist, dass ihn endlich einer besiegen kann.

13 Schweizer-Meister-Titel...

Er ist Ehrenmitglied, Trainer und Aushängeschild der Bulldogs: Martin Zangger hat in seinen 16 Jahren als Arm-Wrestler nicht weniger als 13 Schweizer-Meister-Titel in seiner Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm erobert – einige davon mit dem rechten Arm, einige mit dem linken. «Mein Götti Magnus Gadient forderte mich immer wieder zum Armdrücken auf, aber als ich ihn mit 15 Jahren das erste Mal besiegte, da war er total überrascht», erzählt der mittlerweile 31-jährige Langendörfer.

«Ich sehe ja nicht aus wie ein Kraftsportler. Meine Mutter kannte jemanden aus der Armsportszene und so habe ich mich ohne viel zu überlegen an die Schweizer Meisterschaften angemeldet.» Zangger wurde auf Anhieb Dritter. «Da hat es mich so richtig gepackt. Für mich ist das Arm Wrestling der beste Kampfsport. Vor und nach dem Turnier ist man beste Freunde, und selbst während des Kampfes geht es nie darum, den anderen zu verletzen.»

...und der sechste Platz an der WM

An den letzten Weltmeisterschaften in Las Vegas belegte er den sechsten Platz. «Bronze wäre dringelegen», ist sich Zangger reuig, «ich bin wegen zweier blöder Fouls ausgeschieden.» Es war also nicht die Kraft, die entschied, sondern der Kopf. «Ja, Armwrestling ist eben kein Gemurkse, man muss intelligent kämpfen. Und es braucht Ausdauer und Technik. Mein längster Kampf dauerte drei Minuten, und ich gewann, weil die Muskeln des Gegners ausbrannten und übersäuerten.» Dann erklärt der Champion, mit welchen Techniken man das Handgelenk des Gegners in eine Position bringen kann, in welcher dieser keine Kraft entwickeln kann.

Die nächste WM in Kasachstan lässt Martin Zangger ausfallen. Er konzentriert sich im Moment auf andere internationale Events wie den «Ultimate Arm Wrestling Fight», den er vor einer Woche in Frankreich bestritt. Mit dem linken Arm gewann er, mit dem rechten wurde Zangger Zweiter. Im März will er unbedingt die nächsten Schweizer Meisterschaften gewinnen, diese werden in Langendorf ausgetragen. Und er hat einen Traum: «Ich will mich unbedingt für die WM 2012 in Brasilien qualifizieren.»

Nie gedopt

Wenn es ums Thema Anabolika geht, dann hat Martin Zangger eine einleuchtende Metapher bereit: «Eine Eiche im schattigen Wald muss kämpfen, um zu wachsen, sie hat ganz dünne Jahrringe und hervorragendes Holz. Eine Eiche auf dem Feld wächst viel schneller, aber sie hat viel zu breite Jahrringe und schwaches Holz.» Er habe nie Doping verwendet. «Ich bin überzeugt, dass ich auch deshalb mit 31 Jahren immer noch mit den Besten mithalten kann.»

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