Selbstversuch
Die Bergbeizli gabs nur von aussen zu sehen

Als blutiger Laie mit dem Elektro-Bike auf der «Bergbeizli-Tour» im Thal unterwegs: Ein Erlebnisbericht über Irrfahrten, Ruhetage und Kuhhereden, die den Weg in die Bergbeizli versperren.

Roman Wiprächtiger
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Der Autor auf der «Jungfernfahrt» mit dem Elektro-Bike: «Es braucht keinerlei Vorkenntnisse», lautet seine Bilanz. Hanspeter Bärtschi Der Autor auf der «Jungfernfahrt» mit dem Elektro-Bike: «Es braucht keinerlei Vorkenntnisse», lautet seine Bilanz. Hanspeter Bärtschi Der Autor auf der «Jungfernfahrt» mit dem Elektro-Bike: «Es braucht keinerlei Vorkenntnisse», lautet seine Bilanz. Hanspeter Bärtschi Der Autor auf der «Jungfernfahrt» mit dem Elektro-Bike: «Es braucht keinerlei Vorkenntnisse», lautet seine Bilanz. Hanspeter Bärtschi Der Autor auf der «Jungfernfahrt» mit dem Elektro-Bike: «Es braucht keinerlei Vorkenntnisse», lautet seine Bilanz. Hanspeter Bärtschi

Der Autor auf der «Jungfernfahrt» mit dem Elektro-Bike: «Es braucht keinerlei Vorkenntnisse», lautet seine Bilanz. Hanspeter Bärtschi Der Autor auf der «Jungfernfahrt» mit dem Elektro-Bike: «Es braucht keinerlei Vorkenntnisse», lautet seine Bilanz. Hanspeter Bärtschi Der Autor auf der «Jungfernfahrt» mit dem Elektro-Bike: «Es braucht keinerlei Vorkenntnisse», lautet seine Bilanz. Hanspeter Bärtschi Der Autor auf der «Jungfernfahrt» mit dem Elektro-Bike: «Es braucht keinerlei Vorkenntnisse», lautet seine Bilanz. Hanspeter Bärtschi Der Autor auf der «Jungfernfahrt» mit dem Elektro-Bike: «Es braucht keinerlei Vorkenntnisse», lautet seine Bilanz. Hanspeter Bärtschi

Solothurner Zeitung

«Ich bin selber noch nie mit einem Flyer gefahren», gesteht die Réceptionistin in der Elektro-Bike-Mietstation im Seminarhotel Kreuz in Balsthal entschuldigend. Ihre Aussage flösst mir nicht gerade Mut ein. Dabei will ich ja – auch quasi «jungfräulich» – zu einer Flyer-Tour aufbrechen. Auf die «Bergbeizli»-Tour, wie sie im neuen Elektro-Bike-Führer des Kantons Solothurn genannt wird. Die Strecke führt von Balsthal über den Brunnersberg und durch das Guldental wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Mit einigermassen mulmigen Gefühlen schwinge ich mich also auf das Elektro-Bike. Die anfänglichen Befürchtungen zerstreuen sich jedoch schnell. Einmal im Sattel bemerkt man schnell, dass die Bedienung des «Flyers» tatsächlich keinerlei Vorkenntnisse benötigt und das Fahren schon ab dem ersten Tritt in die Pedale Spass macht.

Weniger erfreulich ist, dass mir die Réceptionistin nicht sagen konnte, wo die Tour startet. Erst nach 20-minütiger Irrfahrt entdecke ich eine kleine Strasse, die mit «Brunnersberg» beschildert ist. Immer noch unsicher, ob ich auf dem richtigen Weg bin, fahre ich die steile Strasse am Südhang des Brunnersbergs entlang bis nach Höngen. Vom kleinen Weiler aus hat man eine wunderschöne Aussicht ins Thal und durch die Klus.

Draussen vor den Beizen-Türen

Nach einem kurzen Aufstieg durch den Wald komme ich zur ersten der angekündigten Bergbeizen: der Wirtschaft Bremgarten. Aber leider habe ich Pech: Eine Kuhherde versperrt mir den Weg. An ein Durchkommen ist nicht zu denken, und auf einen Kampf zwischen Elektro-Bike und Kuh will ich es nicht ankommen lassen. Mit der Aussicht auf eine Erfrischung in einer der anderen empfohlenen Bergwirtschaften fahre ich weiter. Noch immer schlängelt sich die Strasse durch den Wald. Die schöne Aussicht ins Thal bleibt während rund einer halben Stunde verwehrt. Zudem ist der Anstieg recht steil. Die Energie meines Akkus ist bereits zur Hälfte aufgebraucht und eine Akkuwechselstation gibt es auf dieser Tour nicht.

Ich erreiche die zweite Bergwirtschaft, den «Laupersdörfer Stierenberg», und habe wieder Pech: Es ist Ruhetag. Von Mittwoch bis und mit Freitag bleibt die Wirtschaft geschlossen. Diesmal geht die Weiterfahrt nur kurz und ich nähere mich der dritten Bergbeiz, dem «Alpenblick». Mittlerweile kann ich einen wunderschönen Ausblick auf die Weissensteinkette und die Alpen geniessen. Allerdings, auch mein dritter Einkehr-Versuch scheitert. Es reagiert niemand auf mein Klopfen und Rufen an der Türe. Mein Gaumen ist und bleibt trocken.

Energien neigen sich dem Ende zu

Die wunderschöne Landschaft und die tolle Aussicht entschädigen mich für entgangene kulinarische Freuden. Nach ungefähr eineinhalb Stunden bin ich auf dem Kulminationspunkt der Tour angekommen, dem Gross Brunnersberg. Nun gehts fast nur noch bergab, und das ist auch gut so. Denn mein Akku ist bei-
nahe aufgebraucht. Auch weiterhin ist die Tour nicht ausgeschildert und prompt verfahre ich mich bei der Abfahrt zum Guldental. Ein Bauer erklärt mir freundlich den richtigen Weg. Die Abfahrt ist steil und es ist Vorsicht geboten. Der «Flyer» ist wohl doch eher ein Strassenfahrrad denn ein Mountainbike.

Durchs Guldental gehts in hohem Tempo an idyllischen Bauernhöfen vorbei Richtung Mümliswil. Auf den Abstecher nach Reckenkien verzichte ich, denn die Energie des Elektromotors neigt sich dem Ende zu und der Aufstieg auf der Passwangstrasse ist steil. Zu steil, um ihn ohne Unterstützung bewältigen zu können. Zudem bin ich nun bereits weit über zwei Stunden unterwegs und muss mich sputen, will ich die Tour in den vorgeschlagenen drei Stunden beenden. Die Strecke Ramiswil–Balsthal lege ich aber schnell zurück und nach fast drei Stunden bin ich wieder zurück im Hotel Kreuz.

Die Erfrischung gabs erst am Ziel

Zufrieden, aber auch ziemlich erschöpft lasse ich dort – endlich bei einem kühlen Getränk – den Tag Revue passieren: Die Tour ist reich an landschaftlichen Höhepunkten, aber auch recht anspruchsvoll. Insgesamt sind 800 Höhenmeter zu bewältigen, und das ist – trotz Elektromotor – nicht zu unterschätzen. Erschwerend ist die fehlende Ausschilderung. Schliesslich möchte man ja die «Bergbeizli»-Tour entspannt abfahren. Und vor allem wünschte man sich die wohlverdiente Erfrischung nicht erst bei der Rückkehr im Tal.