Feuerwehr
Die beiden Feuerwehren sind bereits ein eingespieltes Team

Seit 10 Jahren besteht zwischen den Feuerwehren Bleienbach und Langenthal ein Zusammenarbeitsvertrag. Eindrücklich haben die beiden Wehren an der gemeinsamen Hauptübung jetzt bewiesen, dass sich die Zusammenarbeit bewährt.

Betty Ott (Text)und Hansjörg Sahli (Bilder)
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Sie kennen sich und vertrauen einander: Die Feuerwehrleute von Bleienbach und Langenthal.

Sie kennen sich und vertrauen einander: Die Feuerwehrleute von Bleienbach und Langenthal.

Solothurner Zeitung

Um 19.25 Uhr melden sich die ersten Gruppenführer der Feuerwehr Bleienbach bei ihrem Kommandanten Albin Liechti. Ruhig und gefasst wird die Ausgangslage kommuniziert: «Brand im Estrich der Käserei Bleienbach, vier Kinder gefangen im Dachgeschoss». Während die einen rasch und sicher den ersten so genannten Schnellangriff mit Wasser ab Löschfahrzeug vorbereiten, wird parallel eine Leitung zum nächsten Hydranten gelegt.

Für den Laien präsentiert sich ein Schlauchgewirr, welches aber offenbar den Einsatzkräften keine Mühe zu bereiten scheint. Wenige Minuten später sind auch die aufgebotenen Männer der Stützpunktfeuerwehr Langenthal mit zwei weiteren Fahrzeugen eingetroffen. Ab nun kann Albin Liechti auf die fachkundige Unterstützung der Langenthaler Offiziere und Männer zählen. Sofort wird ein weiterer Hydrant zur Speisung des Tanklöschfahrzeugs aktiviert, während der spezialisierte Atemschutztrupp auf den Einsatzbefehl wartet.

Das Szenario wirkt nicht zuletzt auch durch das rotierende Blaulicht absolut real. So kommt bei Rita Spycher, der Mutter der vier Kinder im brennenden Haus, nun tatsächlich eine leichte Nervosität auf. «Auch wenn ich weiss, dass es sich Gott sei Dank nicht um einen Ernstfall handelt, bin ich froh, wenn meine drei Buben und mein Mädchen wieder heil unten sind», meint sie.

Viel fröhlicher haben es hingegen des Käsers Sprösslinge, die das ganze Geschehen sozusagen von der Loge aus verfolgen können. Allerdings ist ihnen das spannende Vergnügen nur kurz vergönnt, denn bereits um 19.50 Uhr erreichen die ersten zwei Knaben die sichere Erde, und kurz darauf kann die erleichterte Mutter auch die nächsten zwei Kinder herzen. Für diese ist jedoch der Einsatz noch nicht fertig, denn nun müssen sie im «Verwundetennest» das Ende des Einsatzes abwarten.

Der ebenfalls anwesende Feuerwehrinspektor Andreas Hofer, der das ganze Geschehen aufmerksam, kritisch und stets mit Blick auf seine Uhr verfolgt, ist sehr zufrieden. «Auch wenn es sich hier um eine Standardübung handelt, diese Männer zeigen einen überzeugenden, effizienten Einsatz» meint er erfreut und stolz. Diesen Eindruck teilen auch Gemeindepräsident Fritz Sollberger und der für die öffentliche Sicherheit verantwortliche Gemeinderat Beat Lerch. «Man spürt, dass die Männer einander kennen und sich 100-prozentig aufeinander verlassen können. Kurzum, die Feuerwehren Bleienbach und Langenthal sind ein eingespieltes Team».

So überwiegt denn für Trupp und Behörden die Freude über die hoffentlich bald klappende Fusion vor der leichten Wehmut, dass mit diesem Schritt wiederum eine dörfliche Ära zu Ende gehen wird.