Balsthal
Die Balsthaler Badi zog an einem Tag über 600 Wasserratten an

Seit zwei Wochen sind in der Balstahler Badi die Becken und Rutschen wieder offen. Die renovierte Badi besteht den Test – Rutschbahn und geheiztes Becken kommen bei den Wasserratten gut an.

Lucien Fluri
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Auch wenn die Sonne nicht genau weiss, ob sie zwischen den Wolken durchscheinen will: Um Viertel vor zwei ist die Schlange vor der Kasse der Badi Balsthal schon zehn Meter lang – und eine halbe Stunde später ist sie nicht kürzer geworden. Am schulfreien Mittwochnachmittag drängen viele Schüler und Familien in die vor zwei Wochen wiedereröffnete Badi – einige nehmen zum ersten Mal einen Augenschein. Über 600 Eintritte zählt Chefbademeister Michel Baumann am Abend, ein Spitzentag bisher. Und der Augenschein zeigt: Das Bad kommt gut an.

«Es lief sehr gut», sagt Badmeister Baumann. Positive Feedbacks aus dem Dorf hat auch Nino Joller, Gemeinderat und Präsident der Spezialbaukommission, erhalten. «Es scheint, dass wir ein Bad für alle Bevölkerungsschichten gebaut haben.» Trotz einiger Schlechtwettertage ist er mit den Besucherzahlen zufrieden. Zufrieden ist auch Doris Roschi, die Pächterin des Badi-Kiosks, der eigentlich ein kleines Restaurant ist. Hamburger, Pommes, Glace und Schleckzeug, das «klassische Badi-Angebot halt», gibt es bei ihr zu kaufen.

Bis zu acht Frauen arbeiten Teilzeit bei ihr, über 100 Sitzplätze hat sie in der renovierten Badi. «Der Start war gut», sagt Roschi. Seit sieben Jahren führt sie den Badi-Kiosk und gehört «fast zum Inventar.» In der neuen Anlage fühlt sie sich wohl: «Man sieht, dass die Leute den Plausch haben.» Selbst hat sie noch nicht alle Angebote getestet – auf der Rutschbahn etwa war sie nicht. «Ich warte, bis die Grosskinder kommen, sonst glauben die mir das nicht», scherzt sie.

Rutschen begeistert Drittklässler

Auf dem Rasen hinter dem grossen Schwimmbecken isst die dritte Klasse aus Riedholz ihre Sandwiches zum Zmittag. Sie ist im Lager auf dem Brunnersberg und von dort in die Badi hinuntergewandert. Obwohl zum ersten Mal dort, haben die Zehnjährigen die Badi schon ausgiebig getestet. Wer die Drittklässler befragt, hört sofort, dass die beiden Rutschbahnen der Hit sind. Runterrutschen und gleich wieder rauf ist die Devise. Fünfzehnmal waren einige Kinder schon drauf.

Der zehnjährige Marco Wolf mag die «grosse Explosion», die es gibt, wenn er am Ende der Rutschbahn mit den Knien ins Wasser eintaucht. Moana gefällt das Sprungbrett, Kevin hat es die steile Rutschbahn angetan, während Gabriel lieber auf die breitere geht: «Die Wellenrutschbahn geht sehr schnell, wenn ich auf dem Bauch runterrutsche.» Dass die Rutschen die Hauptattraktion sind, bestätigt Badmeister Baumann. Morgens würden sich sogar ältere Semester darauf wagen, erklärt er. Unfälle gab es bisher keine. Drei Badmeister überwachten die Anlage am Mittwoch gleichzeitig. Einer steht speziell bei der Rutschbahn.

Warmes Wasser lockt

«Die neue Badi sieht grösser aus», sagen Alex und Leart aus Oensingen. «Verdammt geil» finden die 15-Jährigen die Rutschbahn und das geheizte Becken. Weil ihnen das Wasser vorher zu kalt war, gingen sie oft nach Wangen. Jetzt sind sie schon fast zu Stammgästen in Balsthal geworden. Seit der Eröffnung vor zwei Wochen sind die beiden schon zum vierten Mal in Balsthal. Bilder, die sie per Zufall auf dem Internet gesehen haben, lockten dagegen die Familie Büschi aus Kölliken nach Balsthal.

Sandra Hartmeier aus Holderbank ist mit ihrer Tochter gekommen – zum ersten Mal ins neue Bad. «Vorher waren wir oft in Wangen an der Aare», sagt sie. An der renovierten Badi Balsthal schätzt auch sie das geheizte Becken. Praktisch findet die Mutter auch, dass das Planschbecken näher bei den grösseren Becken ist – obwohl ihre Tochter schon auf die kleine Rutschbahn geht. «Sie hatte gar keine Zeit, zu schreien», sagt eine andere Mutter, deren Tochter sich auf die steile Rutschbahn getraut hat.