Hochwasser

Die Aare ist voll: Lebensretter raten vom Schwimmen ab

Jugendliche stürzen sich in die Aare bei Bern. (Archiv)

Jugendliche stürzen sich in die Aare bei Bern. (Archiv)

In der Aare schwimmen zu gehen, davon wird trotz des schwülen Wetters derzeit abgeraten: Sie führt so viel Wasser, dass es zu gefährlich sei, sagen Fachleute. Am Wochenende könnte es aber wieder besser werden.

Die Aare führt nach wie vor viel Wasser. Ein Sprung ins kühle Wasser ist deshalb nicht ungefährlich. Fachleute rieten am Donnerstag vor dem Baden im Fluss ab. Wegen des hohen Pegelstands bleibt die Aareschifffahrt zwischen Biel und Solothurn auch am Wochenende eingestellt.

Um die hohen Pegel der Juraseen zu senken, wird immer noch viel Wasser durch das Wehr in Port bei Biel abgelassen. Zudem sind ab Sonntag auch im Jura, im Seeland und im Einzugsgebiet von Aare und Emme neue Niederschläge zu erwarten, wie die Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft (BSG) mitteilte.

Keinen Einfluss hat der Aare-Pegelstand jedoch auf die Kursschifffahrt auf den Seen. Durch die Einstellung der Aareschifffahrt muss die BSG aber mitten in der Hochsaison das Angebot an Kursschiffen um ein Drittel senken. Die Kapazität in der Hochsaison auf der Aare liegt bei 6000 Passagieren.

Lebensretter raten von "Aareschwumm" ab

Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) riet am Donnerstag vom Baden in der Aare ab. Grobes Schwemmgut und Unterspülungen sorgten nach wie vor für eine erhebliche Gefährdung, wie SLRG-Geschäftsführer Reto Abächerli der Nachrichtenagentur sda sagte.

Das Wasser sei weiterhin sehr trüb. Gefährliche Hindernisse könne man so gar nicht erkennen. Auch wer in Ufernähe schwimmt , wiegt sich in falscher Sicherheit. Denn gerade dort sei die Gefahr durch verkeilte Äste und Bäume besonders gross.

Zudem erachtet Abächerli die Abflussmenge nach wie vor zu hoch fürs Badevergnügen, auch wenn sie im Verlaufe des Donnerstags weiter zurückging. Am Nachmittag wurde bei der Schönau rund 250 Kubikmeter pro Sekunde gemessen, am Mittwoch lag der Maximalwert noch bei fast 300 Kubikmeter.

Gehen Abflussmenge und Wassertrübung weiter zurück, sollte des Berners liebstes Sommervergnügen am Wochenende wieder möglich sein.

Uferwege in Bern gefahrlos zu begehen

Gefahrlos möglich ist ein Spaziergang auf den Uferwegen. Die Berner Stadtbehörden haben die Wege für den Publikumsverkehr freigegeben. Das Tiefbauamt hatte nach den Unwettern vom Wochenende die Wege auf Stabilität, Oberflächenrisse und Standfestigkeit überprüft. Es drohte die Gefahr von Unterspülungen.

Abgesehen von kleineren Beschädigungen wurden jedoch keine nennenswerten Schäden festgestellt, wie es ein einer Mitteilung heisst. Dabei zogen die Einsatzkräfte knapp einer Woche nach der prekären Hochwassersituation eine positive Bilanz der Schutzmassnahmen.

Die rechtzeitig eingebauten Sperrelemente hätten dazu geführt, dass in Bern und Bremgarten keine Schäden entstanden seien. Die Feuerwehr hatte nach Auslösen des Hochwasseralarms letzten Samstag Sperrelemente und Tauchpumpen eingebaut und 95 sogenannte Beaver-Schläuche verlegt.

130 Personen standen im EinsatzVereinzelt wurden gemeinsam mit Einwohnern auch Sandsäcke aus vorbereiteten Depots verbaut. Im Schwellenmätteli entfernte ein Kranwagen Treibholz, die beiden Schwellenelemente mussten aber nicht entfernt werden. Feuerwehr und Zivilschutz richteten auf dem Läuferplatz einen Informationsposten für die Bevölkerung ein.

Im Einsatz standen insgesamt 130 Personen der Feuerwehren Bern und Köniz, von Sanitäts- und Kantonspolizei, Zivilschutz, EWB und Tiefbauamt. Sie wurden zudem von einem Armeedetachement beim Rückbau unterstützt. Für die Feuerwehr ist der Einsatz noch nicht ganz abgeschlossen: Insbesondere das Instandstellen der Beaver-Schläuche sei aufwendig.

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